Schwebheim
Vorgehen

Die Schwebheimer Bürger nicht zur Kasse bitten

Den Bürgern sollen durch eine Ausnahmeregelung zumindest die Kosten für die Feuerwehr-Einsätze bei den letzten beiden Unwettern erspart bleiben.
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Dieser Gartenzaun hat nur noch Schrottwert.  Foto: Josef Lamber
Dieser Gartenzaun hat nur noch Schrottwert. Foto: Josef Lamber
Inzwischen gab es schon das nächste Unwetter, doch in der jüngsten Gemeinderatssitzung ging es noch um jenes Ende vergangenen Monats. Über 200 Keller hat der Starkregen am 29. Mai in Gochsheim, Sennfeld und Schwebheim unter Wasser gesetzt. Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz, und das über die Gemeindegrenzen hinaus. Jede sprang dort ein, wo Hilfe gebraucht wurde.

Laut Gebührensatzungen der Gemeinden müssten diese Einsätze jetzt eigentlich den Betroffenen in Rechnung gestellt werden. Angesichts der extremen Wettersituation schlug Bürgermeister Volker Karb aber vor, die betroffenen Haushalte ausnahmsweise nicht zur Kasse zu bitten. Da die Wehren sich gegenseitig in den jeweils anderen Gemeinden unterstützten, würde eine solche Abrechnung auch recht kompliziert. Nach Rücksprache mit einem Vertreter des Bayerischen Gemeindetages ist dies durchaus möglich, allerdings braucht es dazu einen Gemeinderatsbeschluss. Auch die Bürgermeister von Sennfeld, Gochsheim, Röthlein und Kolitzheim wollten ihren Gemeinderäten dieses Vorgehen vorschlagen, erklärte Karb.

Der Gemeinderat stimmte dem Vorgehen einstimmig zu, obwohl es doch einige Diskussionspunkte gab. So wolle man damit keinesfalls einen Präzedenzfall schaffen, der Erlass der Gebühren sei eine Ausnahme. Bei weiteren Fällen gelte wieder die satzungsmäßige Kostenverrechnung, betonte Karb in der Sitzung. Doch da konnte niemand ahnen, dass es schon zwei Tage später so weit sein wird. Der Rathauschef erklärte am Montag auf Nachfrage dieser Redaktion, dass er in der nächsten Sitzung des Gremiums vorschlagen wolle, beim Unwetter vom vergangenen Samstag genauso zu verfahren. Mario Söllner warnte davor, dass man in Zukunft häufiger mit solchen Starkregenfällen rechnen müsse und fragte nach, ob es nicht sinnvoll wäre, eigens dafür eine Regelung zu finden - etwa ab einer Niederschlagsmenge von 30 Litern Regen pro Quadratmeter. Das aber wollte der Bürgermeister nicht, er finde Einzelfallentscheidungen besser, weil man sonst "gebunden" sei. Angesichts der lokal sehr begrenzten Regenfälle wüsste er auch nicht, wo man denn einen Regenmesser am sinnvollsten aufstelle.

Thorsten Grimm bat darum, im Amtsboten der Gemeinde noch einmal darauf hinzuweisen, dass die Hauseigentümer verpflichtet seien, sich gegen Rückstau aus dem Kanal durch den Einbau einer Rückstauklappe abzusichern und dass diese regelmäßig gewartet werden müsste. In diesem Fall aber, so Lothar Schwarz und Mario Söllner, hätte auch das nichts geholfen, denn das Wasser kam von oben, die Straßenabläufe hätten die Menge nicht gepackt. ul


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