Poppenlauer
Komödie

Der Medicus und sein Lockvogel in Poppenlauer

Die Poppenläurer Schauspieler werden im Juli an fünf Tagen auf der Bühne stehen. Heuer haben sich die Theatermacher den "Medicus vom Orient" ausgesucht.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Vorbereitungen zur Theateraufführung im Schrimpf'schen Schlossgarten in Poppenlauer laufen schon seit geraumer Zeit. Im Bild Gabriele Sebald, Vorsitzende des Maßbacher Heimatvereins, mit der Textvorlage zu "Der Medicus vom Orient".  Foto: Isolde Krapf
Die Vorbereitungen zur Theateraufführung im Schrimpf'schen Schlossgarten in Poppenlauer laufen schon seit geraumer Zeit. Im Bild Gabriele Sebald, Vorsitzende des Maßbacher Heimatvereins, mit der Textvorlage zu "Der Medicus vom Orient". Foto: Isolde Krapf
Vordergründig scheint alles ruhig, doch hinter den Kulissen der Freilichtbühne Poppenlauer herrscht bereits rege Betriebsamkeit. Im Juli sollen schließlich wieder fünf Vorstellungen im Schrimpf'schen Schlossgarten stattfinden. Und die wollen vorbereitet sein. Heuer haben sich die Theatermacher den "Medicus vom Orient" ausgesucht. Die Schauspieler sagten inzwischen zu. Anders ist dieses Jahr, dass das Theaterstück innerhalb eines Workshops und unter Leitung eines Profi-Regisseurs durchexerziert wird. Und auch sonst gibt's allerhand Neues zu berichten.


Dubiose Quacksalber

Der "Medicus vom Orient" ist eine "dramatische Komödie", die aus der Feder des Krimiautors Toni Feller (Bruchsal) stammt und im Mittelalter angesiedelt ist. Ein Scharlatan zieht da mit seinen beiden Assistenten durch die Lande und preist dubiose Salben und Tropfen an, mit denen angeblich alle möglichen Leiden der Leute sozusagen weggeblasen werden können. Das tut meist nur kurze Zeit gut, dann fliegt der Schwindel auf - und die Drei suchen schleunigst das Weite.

"Das Stück passt zu uns", sagt Gabriele Sebald. Die Vorsitzende des Maßbacher Heimatvereins ist mit der Auswahl sehr zufrieden. "Es ist eine Komödie, die aber auch etwas Abstruses und Blutrünstiges hat. Die Handlungen sind hochturbulent und oft dramatisch, aber in jeder Phase komisch." Schön ist diesmal auch, so Sebald weiter, dass das Stück bereits fürs Theater adaptiert ist, man es also nicht eigens umschreiben muss. Zudem ist die Spielzeit mit einer Dauer von 110 Minuten bedeutend kürzer als bei vorherigen Stücken, die in Poppenlauer gespielt wurden.


Neuer Hobby-Regisseur

Nachdem der langjährige Poppenläurer Hobbyregisseur Peter Hart nun sozusagen in den "Theater-Ruhestand" ging, hat sich Reiner Müller, zunächst für ein Jahr, bereit erklärt, die Leitung bei den Vorbereitungen und Proben zu übernehmen. Er ist selbst von Anfang an in der Schauspielertruppe dabei, hat schon 1999 den aufrührerischen Hans Lust gespielt, hat in Robin Hood den strengen Sheriff von Nottingham verkörpert und in den Drei Musketieren den königlichen Grafen Rochefort gemimt.


Gewisse Leichtigkeit

"Ich bin da also schon mittendrin", sagt er und meint damit eigentlich genauer, dass schon seit 18 Jahren ein Großteil seines Herzbluts in die Poppenläurer Theaterarbeit fließt. Er freut sich, dass das neue Stück keine "historische Wucht" hat, sondern in der Darstellung eine gewisse Leichtigkeit zu finden ist.

Aber er sei nun mal nicht von Berufs wegen Regisseur, sagt Müller unumwunden. Deshalb habe er sich Hilfe von "prominenter Seite" geholt bei Anne Maar, der Leiterin des Theaters Schloss Maßbach.
Die Theaterchefin sei denn auch in vielen Dingen sehr konkret geworden und habe zusammen mit den Poppenläurern etliche Neuerungen angeregt. So soll das Stück jetzt auf 90 Minuten Spielzeit reduziert werden. Maar und Müller wollen den Text gemeinsam noch etwas straffen. "Und es sollen hie und da noch ein paar kleinere Rollen, zum Beispiel für Kinder, eingebaut werden."


Urgewächse der Theaterszene

Der engere Zirkel der Schauspielertruppe steht bereits fest, sagt Müller. Man brauche für das Stück neun männliche und sieben weibliche Darsteller. Zudem könnten sich aber noch beliebig viele Statisten unters mittelalterliche Volk mischen. Nachdem er die einzelnen Rollen studiert hatte, ging er bei den Seinigen auf die Suche. Die meisten der alteingesessenen Theatertalente ließen sich freilich nicht lange bitten.So hat sich Maßbachs Zweiter Bürgermeister Wolfgang Rützel, ein talentiertes Urgewächs der Poppenläurer Theatertruppe, nicht lange gesträubt, als Müller ihm die Rolle des Medicus anbot. Inge Hochhaus sagte zu, die Assistentin Josephine zu mimen, den Lockvogel Leopold wird Hans Dümpert spielen. Aber auch ein Fürstenpaar (Elke Thomas und Fabian Rützel) gehört mit zu den Hauptprotagonisten.

Jetzt sind erst mal alle Darsteller gespannt auf den Workshop vom 9. bis 11. März in Poppenlauer, zu dem auch der Profi-Regisseur Christian Schidlowsky dazu stoßen wird. Vormerken sollten sich Theaterfans auf jeden Fall schon mal die Termine der Vorstellungen am 13. und 14., sowie am 20., 21. und 22. Juli. Isolde Krapf
Verwandte Artikel
Noch keine Kommentare
Sie sind nicht angemeldet.
Sie müssen angemeldet sein, um Kommentieren zu können!
registrieren