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Bad Kissingen
Versorgung

Corona: Konzept für Intensivbetten für Region Main-Rhön wird ermittelt

Auch in den Landkreisen der Region Main-Rhön wird gerade ermittelt, ob die Kliniken genug Intensivplätze zur Verfügung haben. Koordiniert wird das Ganze in Schweinfurt. Landrat Thomas Bold ist mit der Ausstattung an Schutzanzügen und -masken nicht zufrieden.
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Intensiv-Therapie im Helios-Krankenhaus Bad Kissingen. Unser Bild entstand vor drei Jahren, als die Klinik ihre Intensivbetten modernisierte.  Foto: Archiv Jens Knittel
Intensiv-Therapie im Helios-Krankenhaus Bad Kissingen. Unser Bild entstand vor drei Jahren, als die Klinik ihre Intensivbetten modernisierte. Foto: Archiv Jens Knittel

Der Drive-in für mutmaßliche Corona-Patienten des Landkreises in Oerlenbach hat sich, laut Landrat Thomas Bold, bewährt. Man könne so "schnell und effizient" arbeiten. Was die Schutzausrüstung für Pflegepersonal und Ärzte im Landkreis angeht, herrsche immer noch ein gewisser Mangel. Innerhalb des Rettungsdienst-Zweckverbands für die Region 3, zu dem Stadt und Landkreis Schweinfurt sowie die Landkreise Bad Kissingen, Rhön-Grabfeld und Hassberge gehören, werde gerade ausgelotet, wie viele Intensivbetten überall zur Verfügung stehen und wo gegebenenfalls aufgerüstet werden muss.

Am 23. März veröffentlichte der Freistaat die Allgemeinverfügung zum Infektionsschutzgesetz (zunächst gültig bis 15. Mai 2020), laut der Operationen und geplante Behandlungen in Krankenhäusern verschoben werden müssen. Das soll Freiraum schaffen für "akut erkrankte Personen", heißt es in den staatlichen Zeilen.

Drei Kliniken mit Intensivbetten

Zum Schutz der Bevölkerung im Rahmen der Corona-Pandemie bedürfe es einer "erheblichen Ausweitung der zur Verfügung stehenden Behandlungskapazitäten". In drei der vier Krankenhäuser (Helios-Klinik Bad Kissingen, Franz-von-Prümmer-Klinik Bad Brückenau und Thorax-Zentrum Unterfranken in Münnerstadt) des Landkreises stehen bis dato etwa 45 Intensivplätze zur Verfügung, sagte Landrat Bold im Gespräch mit dieser Redaktion. Die Hammelburger Klinik hat keine Intensivbetten. Aktuell werde in der Region Main-Rhön ermittelt, wie viele und wo Intensivplätze zur Verfügung stehen und ob diese Kapazitäten in den kleineren Kliniken der Grundversorgung oder in den großen Kliniken, in denen alle medizinischen Bereiche abgedeckt werden, angesiedelt sind, so Bold weiter.

Während die Kliniken im Landkreis Bad Kissingen zu den Häusern der Grundversorgung zählen, habe beispielsweise das Leopoldina in Schweinfurt oder der Campus des Rhön-Klinikums in Bad Neustadt insgesamt größere Kapazitäten. Jetzt müsse man überlegen, wie viele Intensivbetten insgesamt zur Verfügung stehen und welche Anzahl demnächst gebraucht wird.

Dr. Michael Mildner, Ärztlicher Direktor des St. Josef Krankenhauses (Schweinfurt) und gleichzeitig Ärztlicher Leiter des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) Schweinfurt, sei derzeit intensiv damit beschäftigt, ein Konzept zu diesem Thema zu erstellen.

Schutzmasken Mangelware

Vor Corona hatte Deutschland insgesamt 28 000 Intensivbetten, sagte Bold. Jetzt habe man auf 40 000 Plätze aufrüsten können. Wie sich die Situation im Landkreis gestalten wird, könne er zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht genau sagen. Ein Notkrankenhaus werde es im Landkreis aber nicht geben, so Bold weiter. Denn in verschiedenen Rehakliniken seien ausreichend Kapazitäten für mögliche akut erkrankte Personen vorhanden.

Im Landkreis Bad Kissingen gibt es, laut Bold, insgesamt 26 Rehakliniken, die per staatlicher Allgemeinverfügung vom 23. März ebenfalls dazu aufgefordert wurden, ihre Klienten größtenteils zu entlassen. Lediglich Menschen, die eine Anschluss-Heilbehandlung bekommen, seien aktuell noch in den Kliniken verblieben. Was die Ausstattung von Ärzten und Pflegepersonal im Landkreis mit Schutzausrüstung angeht, ist Bold noch nicht zufrieden. Es mangle einfach bundesweit an Mundschutz, Masken und Schutzanzügen.

Im Normalfall würden Heime und Kliniken die benötigte Schutzausrüstung selbst beschaffen. Doch keiner habe gewusst, was im Fall einer Pandemie gebraucht wird. Von Seiten des Freistaats habe man Etliches an Schutzausrüstung bestellt und verteilen lassen.

"Es sind aber keine riesigen Mengen, es ist alles überschaubar." Zunächst wurden unter anderem die Ärzte der Corona-Teststrecke Oerlenbach, die Mitarbeiter in den Test-Laboren sowie das Personal im Seniorenheim in Oerlenbach mit Schutzkleidung versorgt. "Wir hoffen auf mehr Material." Den Ärzten im Landkreis, die über die Kassenärztliche Vereinigung mit Masken, Brillen und Schutzanzügen versorgt werden sollten, ergehe es derzeit ähnlich, wusste Bold.

Momentan verlaufe alles in den aktuell vorgegebenen Bahnen, sagte Bold. Dass die Zahl der mit dem Corona-Virus Infizierten im Landkreis gerade stark nach oben ging, sei der Tatsache geschuldet, dass im Oerlenbacher Pflegeheim umfangreich getestet wurde (wir berichteten).