Hammelburg
Stadtrat

Bürger sollen mitgestalten

In Workshops zur Bahnhofstraße könnten noch vor den Sommerferien Ideen und Anregungen gesammelt werden.
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Der Zustand der Bahnhofstraße beschäftigt schon lange die Öffentlichkeit.  Foto: Wolfgang Dünnebier
Der Zustand der Bahnhofstraße beschäftigt schon lange die Öffentlichkeit. Foto: Wolfgang Dünnebier
Nichtöffentlich beriet der Stadtrat das weitere Vorgehen für die Umgestaltung der Bahnhofstraße. Das Thema brennt schon seit Jahren auf den Nägeln. Ziel ist es, durch die Sanierung ein freundlicheres Stadtbild zu erreichen. Das wiederum könnte ein besseres Klima gegen den Leerstand in etlichen Geschäftsimmobilien schaffen.
Wenn auch die Abhandlung hinter geschlossenen Türen verwundert, so versöhnt doch das Ergebnis dieser Vorgehensweise. Bürgermeister Armin Warmuth gibt hinterher das Ergebnis bekannt. "In Workshops wollen wir die Bürger an dem Projekt beteiligen". Möglichst noch bis zum Beginn der Sommerferien sollen dabei Ideen und Anregungen zur künftigen Gestaltung des Straßenraumes vorliegen. Ideen und Anregungen sind willkommen. Wenn alles glatt läuft, soll der Umbau bereits im Jahr 2019 beginnen, blickt Warmuth zuversichtlich voraus. Auf ein Fertigstellungsdatum will er sich noch nicht festlegen lassen. Ziel sei es, möglichst ergebnisoffen an das Thema heran zu gehen, begründet er den eingeschlagenen Weg. Moderator der Workshops wird Städteplaner Hartmut Holl sein. Er hatte 2013 schon das Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) aufgestellt und kennt sich mit den Gegebenheiten in Hammelburg aus..
Allerdings wird die nun angepeilte Umgestaltung der Bahnhofstraße nicht gleichzeitig die lange herbeigesehnte Lösung für die innerstädtischen Verkehrsprobleme. Denn über eines war sich der Stadtrat mit Holl schon jetzt einig: Innerortsstraßen würden heute so angelegt, dass man bezüglich der Verkehrsregelungen flexibel bleibt. Damit könne man künftig ohne große Umbauten auf veränderte Rahmenbedingungen reagieren. Schon seit Jahrzehnten diskutieren die Einwohner über die Verkehrssituation.


Asymmetrie bei der Zählung

Aufschluss bot eine Zählung durch Verkehrsplaner Christian Link (Stuttgart) im Herbst 2016. Link sprach von einer Asymmetrie in der Bahnhofstraße. Richtung Postamtskreuzung waren demnach mehr Fahrzeuge unterwegs, als in der Gegenrichtung zum Marktplatz. Am Untersuchungstag wurden insgesamt fast 3800 Autos gezählt. Die Spitze lag zwischen 16.15 und 17.15 Uhr. Laut Link bewegt sich die Zahl der Autos auch in der Kissinger Straße an der unteren Grenze für örtliche Geschäftsstraßen. Vor dem Bau der Umgehungsstraße hatte die Verkehrsbelastung bei 9000 Fahrzeugen am Tag in der Bahnhofstraße gelegen.
Nach Links Einschätzung könnte der Verkehr verlegt werden, der die Innenstadt nur zur Durchfahrt benutzt. Allerdings sprach er sich gegen eine Einbahnregelung in der Bahnhofstraße aus, weil sie einen Teil des Verkehrs in die Gassen verdrängt.
Bürgermeister Armin Warmuth möchte die Sanierung der Bahnhofstraße nicht unmittelbar mit dem Verkehrskonzept verknüpfen. Die Bauphase mit ihren zeitweisen Beschränkungen würden weitere Rückschlüsse liefern.


Forellenhof will Pension werden

Um zwei touristische Attraktionen reicher könnte der Stadtteil Diebach werden. Der Stadtrat zeigte sich zwei Bauvorhaben gegenüber aufgeschlossen, wobei das letzte Wort jeweils das Landratsamt hat. So möchte sich Karl-Heinz Reuß vom Forellenhof offensichtlich von der Pferdehaltung verabschieden. Sie war einst der baurechtliche Türöffner für seinen gastronomischen Betrieb im Außenbereich. Eins kam zum anderen, bis der Forellenhof seine heutigen Dimensionen erreicht hatte. Als weiteren Schritt strebt er für den Pferdestall eine Nutzungsänderung zu einer Pension mit vier Wohneinheiten an. Im Bebauungsplan ist das bisher nicht vorgesehen.
"Das gesamte Gebiet ist mit seinen unterschiedlichen Nutzungen für die jetzt geplante neue Nutzung geeignet", findet Stadtbaumeister Detlef Mohr nach Rücksprache mit dem Landratsamt. Allerdings empfiehlt er, auf acht große Dachgauben zu verzichten, und stattdessen lieber das Dach als Ganzes anzuheben.
Klärungsbedarf sehen die Stadträte auch bei dem Plan, im Aussiedlerhof Zeitz eine Gerätehalle in einen Probierraum für regionale Vermarktung umzubauen. Gedacht ist an 25 Gastplätze, eine Theke und sanitäre Anlagen. Offenbar sollen dort auch Veranstaltungen zur Whiskey-Verkostung stattfinden, wie es bei der Sitzung hieß.


Vom Lager zum Gruppenraum

Die Stadträte plädierten dafür, auf die erforderliche Zahl von Stellplätzen zu achten und zu prüfen, ob der Hof für die Anfahrt von Bussen geeignet sei, ohne Nachbargrundstücke zuzuparken. Unterschriften von Nachbarn sind laut Mohr nicht erforderlich, weil an das Gelände ausschließlich öffentliche Wege angrenzen.
Keine Bedenken gab es gegen das Vorhaben der evangelischen Kirchengemeinde, den Kellerraum unter dem Kindergarten vom Lager zum Gruppenraum umzunutzen. Dafür müssen die entsprechenden Fluchtwege geschaffen werden. dübi


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