Untererthal
Hobby

Bilder mit einer Mission

Marco Pusch geht mit einem besonderen Blick durch die Landschaft. Seine Leidenschaft ist die Makro-Fotografie.
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Der Schwalbenschwanz  Foto: Marco Pusch
Der Schwalbenschwanz Foto: Marco Pusch
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Um sich die Wunder der Natur zu vergegenwärtigen, braucht man gar nicht weit in die Welt hinaus. Vieles spielt sich nahe der eigenen Haustüre ab. Wie groß die Welt im Kleinen ist, offenbart die Makro-Fotografie. Dafür geht Marco Pusch mit einem besonderen Blick durch die Landschaft. Die Fotoausbeute des Untererthalers macht Staunen über den Reichtum der Natur. Schillernde Motive findet er entlang von Saale- und Thulbatal, in der Rhön, oder auch mal in den Alpen.
Der schnelle Schnappschuss ist es nicht, was dieses Hobby ausmacht. "Das Suchen und Finden steht an erster Stelle", beschreibt er die Motivation für sein Hobby. Stundenlang ist der 45-Jährige unterwegs.
Seit rund sechs Jahren hatten es dem 45-Jährigen vor allem die seltenen Orchideen angetan. 20 von über 40 in Rhön und Vorrhön verbreitete Arten hatte er schon in der Sammlung, bevor ihn der trockene Sommer 2017 ausbremste. Es blühte zu wenig. Deswegen dehnte er seine Leidenschaft erst eher zufällig auf schwer zu bannende Fotomodelle aus: Schmetterlinge. Weil die unstet durch die Landschaft zappeln, sind sie schwer zu erwischen.
Das erste Jahr mit den Faltern lief schon mal hervorragend. Sogar der kleine Eisvogel, Segelfalter und Schwalbenschwanz flatterten ihm schon vor die Linse. "Geduld ist alles", lässt er wissen. Manchmal läuft er zehnmal die gleiche Stelle an, um ein Motiv zu ergattern.
Um die Fotopirsch familienverträglich zu gestalten, verbindet Marco Pusch sie gerne mit der Gassi-Runde für den Hund oder taucht in der Mittagspause in die Weinberge ab.


Motive gibt es tausendfach

Die Suche nach dem passenden Treffer kann schon mal Nerven kosten. Etwa, wenn sich die Falter im Rahmen ihres Balzverhaltens in unerreichbaren Baumwipfeln tummeln. Hilfreich sind Kenntnisse über Lebensräume und Nahrungspflanzen der kleinen Tiere. "Ich entwickele mich", schmunzelt Pusch.
In den einschlägigen Foren genießt er auf Anhieb Anerkennung. Viele loben darin aus der Ferne neben den Bildern auch die hiesige Gegend mit ihrem reichen Vorkommen an Arten.
Und auch die Perspektive des Fotografen begeistert. "Jeder hat seinen Stil", sagt er. Pusch mag nicht nur die Draufsicht auf die Falter, sondern in Abflugbereitschaft auch den Blick auf die Unterseite der Flügel. Zum Spiel mit Farben und Formen kommt auch noch der Einfluss des Lichtes. Motive gibt es tausendfach.
Wie eben auch die Vielfalt der Schmetterlinge. Einen Fehler macht Pusch nicht mehr: "Dass ich Bilder zu früh lösche, weil ich denke, den habe ich schon". Gerade bei den Bläulingen ist die Vielfalt unerschöpflich. Immer wieder entdeckt er Neues.
Zum Fotografieren kam Pusch über seine erste Ausrüstung in Jugendjahren. Vielleicht wurde ihm die Leidenschaft in die Wiege gelegt. Sein Vater, Wolfgang Pusch, war bei den Fotofreunden Hammelburg aktiv und begleitet die Fototouren gelegentlich.


Reichtum der Natur

Auch im Vereinsleben fotografiert Pusch gelegentlich. So hat er neulich vom Faschingszug in Untererthal über 600 mitreißende Bilder gemacht. Allerdings tritt er in dieser Richtung inzwischen kürzer, weil die Arbeit des Sichtens hinterher gerne unterschätzt wird. "Sechs bis acht Stunden sind da schnell weg", sagt er angesichts der Bilderflut. Die Landschaftsfotografie sieht er durch andere ganz gut abgedeckt.
Mit seiner Beschäftigung in der Natur verbindet Pusch eine Mission. "Nur das, was man kennt, kann man auch schätzen", will er anderen die Augen für den Reichtum der Natur öffnen. Zu unsensibel werde oft mit Hecken und Sträuchern umgegangen. Aber er schätzt auch die Resonanz auf seine kleinen Meisterwerke. Deswegen freut er sich über Besuche auf seiner Facebook-Seite und genießt das Fachsimpeln in diversen Foren. Gerne steht er Rede und Antwort.
Die Orte sind begehrt. Wenn Marco Pusch etwa das Bild einer seltenen Orchidee postet, kommen schnell mal 100 Anfragen zur Location der Pflanze. Doch die gilt es zu schützen. Dafür lässt Pusch seine Bilder sprechen. Wolfgang Dünnebier
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