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Fuchsstadt
Beerdigung

Bewegender Abschied von Rene (7) aus Franken

Unter großer Anteilnahme wurde die Urne des siebenjährigen Rene Wolf in Fuchsstadt zu Grabe getragen.
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Viele Menschen wohnten dem emotionalem Begräbnis des siebenjährigen Rene aus Fuchsstadt - vorne die Familie - bei. Foto: Steffen Standke
Viele Menschen wohnten dem emotionalem Begräbnis des siebenjährigen Rene aus Fuchsstadt - vorne die Familie - bei. Foto: Steffen Standke

Am Ende schwebten Dutzende bunte Luftballons gen Himmel. Und nahmen - im übertragenen Sinne - die Fürbitten mit ins Himmelreich, in dem der verstorbene Rene Wolf jetzt wohnt. Unter Anteilnahme Hunderter Menschen wurde seine Urne auf dem Fuchsstadter Friedhof zu Grabe getragen.

Dem Begräbnis war ein ungewöhnliches Requiem vorausgegangen. Schon allein deswegen, weil statt Pfarrer Norbert Wahler Thomas Wolf die Predigt hielt - Renes Onkel und Pate. Er war erst im Oktober zum Diakon geweiht worden.

"Ich hätte mir nicht gewünscht, dass meine erste Beerdigung, die ich halte als Diakon, die Beerdigung von Rene sein wird", sagte er sichtlich berührt. Teils unter Tränen ließ Thomas Wolf Renes kurzes Leben Revue passieren. "Ein Leben, dass immer zwischen Hoffen und Nichtwissen, zwischen Bangen, hellen Stunden und dunklen Situationen angelegt war."

Der Diakon spannte den Bogen von Renes Geburt mit einem kranken Herzen zu den vielen Krankenhaus-Aufenthalten in Erlangen in den ersten Lebensjahren. Er erinnerte an die Hoffnungen auf lebensverlängernde Operationen und die Enttäuschung, dass sie nicht möglich waren. Gefolgt sei die recht stabile Phase des Wartens auf ein Spenderherz in Deutschland, als Rene "mit Sauerstoff bewaffnet einigermaßen gut ein bisschen Normalität leben konnte".

Dann die Nachricht, dass es bei Renes Blutgruppe und sonstigen Merkmalen in Deutschland so gut wie unmöglich sie, ein Spenderherz zu bekommen. Deswegen der große Schritt nach Spanien und die erneute Hoffnung, dass es dort mit einem Spenderorgan klappen könnte.

Thomas Wolf sprach die große Anteilnahme der Menschen an Renes Schicksal an, wie oft nach ihm gefragt worden sei. Die vielen Aktionen, die für ihn gestartet wurden, damit der Schritt Barcelona möglich wurde. Diese Anteilnahme habe einen sprachlos gemacht.

Renes Onkel nannte seinen Neffen einen "kleinen Kämpfer, der immer eine positive Grundeinstellung an den Tag gelegt hat". Was bleibe, sei ein kleiner Mensch, der die Selbstverständlichkeiten im Leben hinterfrage.Rene habe in seiner Art und Weise versucht, den Tagen Leben zu geben - und sich dieses nicht nehmen zu lassen. Thomas Wolf stellte den Bezug zur Wiederauferstehung in einer Welt ohne Leid und Krankheit her - und dass Rene sich auf diese Hoffnung eingelassen habe.

Bewegend die Diashow am Ende des Gottesdienstes aus Renes viel zu kurzem Leben, untermalt durch das Lied "Sternenträumer" von Andrea Berg.

Dann strömten die vielen Besucher aus der Kirche auf den Friedhof, um Rene die letzte Ehre zu erweisen.Thomas Wolf hielt auch die Rede am Familiengrab, bevor Renes Schwester Pia mit Hilfe des Bestatters seine Urne ins Grab niederließ.

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