Geroda
Jubiläum

Bei Geroda: Bergfest am Würzburger Haus

Der Rhönklub-Zweigverein Würzburg hat Grund zum Feiern. Sein Wanderdomizil mit der herrlichen Aussicht wird 80 Jahre alt. Der Bau entsprang einer besonderen Idee.
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Das Würzburger Haus wird 80 Jahre alt.  Foto: Hans Stenzel
Das Würzburger Haus wird 80 Jahre alt. Foto: Hans Stenzel
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400 Wanderfreunde feierten 1939 die Einweihung des Würzburger Karl-Straub-Hauses. Trubel wird es auf 786 Metern über Meereshöhe zum 80. Geburtstag des Gebäudes auch an diesem Wochenende geben. Mit einem großen Bergfest feiert der Rhönklub-Zweigverein das Jubiläum. Am Samstag, 31. August, spielen die Hohmänner aus Schildeck auf. Bereits um 10 Uhr begrüßt Zweigvereins-Vorsitzender Wolf-Dieter Grahn die Gäste.

Dank gut markierter Wege für Wanderer und Radfahrer sowie Loipen für Langläufer im Winter ist das Haus ein begehrtes Ziel für Ausflügler. Rechtzeitig zum Jubiläum wurde im Frühjahr die lange desolate Zufahrt für Autos verbessert. Seit Beginn des Jahres kümmert sich Frank Reuter als neuer Pächter mit seinem Bewirtungsteam um die Gäste.

Die Idee zum Bau des Hauses hatte Karl Straub. Der Oberlehrer aus Zell übernahm 1920 den Vorsitz über den 1880 gegründeten Zweigverein Würzburg. Dessen Credo: "Keine Bergunterkunft soll länger als eine Tageswanderung auseinanderliegen", zitiert ein achtseitiger Flyer zum bevorstehenden Fest den Bauherrn. Straub gilt als vorausschauender Initiator der ersten Jugendherbergen und Wanderhütten in Franken.

Mit Pferdelazarett ging's los

Um eine Hütte zu errichten, erwarb Straub für den Verein ein ehemaliges Pferdelazarett auf dem Dammersfeld. Das ist ein Höhenzug auf der anderen Seite des Sinntales. Ab 1917 waren dort Pferde aus dem Ersten Weltkrieg untergebracht. Gemeinsam mit dem Rhönklub-Zweigverein Frankfurt ersteigerten die Würzburger die Ruine samt 1000 Quadratmeter Grund. 1930 entstand aus dem Gemäuer ein Haus der Franken. "Ein Schmuckstück in der Rhönlandschaft", heißt es in der aktuellen Jubiläumsbroschüre. Doch die Freude daran währte nicht lange. Es wurde im Rahmen der Ausweisung des Truppenübungsplatzes enteignet.

Zu Fuß auf die Baustelle

Mit Verhandlungsgeschick und dem "glücklichen Händchen" ist es Straub laut Rhönklub gelungen, zu der Entschädigung von 40 000 Reichsmark auch noch das Grundstück am Farnsberg zu bekommen. 1938 war der erste Spatenstich am Würzburger Haus. Die meisten Arbeiten erledigten die Mitglieder in Eigenleistung und brachten dazu Werkstoffe teils in Fußmärschen auf die Baustelle.

Ein Jahr Bauzeit

Es war eine große Leistung, dass bereits ein Jahr später Einweihung gefeiert werden konnte. In der bisherigen Geschichte kümmerten sich die Wanderfreude aus Würzburg immer wieder um Verbesserungen an dem Haus. 17 Wirte bedienten bisher die zahlreichen Gäste. Von 1973 bis 1976 war sogar der Vorstand hinter dem Tresen eingesprungen.

Die Rechnung geht auf. "Freude den Kommenden, Friede den Weilenden, Glück den Scheidenden", hatte Karl Straub als Motto für die Unterkunft herausgegeben. Er starb 1949. Noch im selben Jahr beschloss der Vorstand, das Würzburger Haus nach ihm zu benennen. Die Renovierung der Zimmer, ein neuer Anbau und ein Spielplatz mit Kletterfelsen brachte das Haus 2014 auf den Stand der Zeit. Dort warten regionale Küche, 15 Zwei- und Mehrbettzimmer mit 44 Betten und sechs Etagenduschen und ein Nebenhaus für Familien und Gruppen auf Wanderer.

Wolfgang Dünnebier

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