Bad Königshofen im Grabfeld

Baustellen drücken die Besucherzahlen nach unten

Aber die Investitionen der Stadt wirken sich schon positiv auf den Tourismus aus.
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Im Bau befindet sich auch der neue Rutschenturm an der FrankenTherme in Bad Königshofen. "Noch ein Stockwerk kommt obenauf, dann ist die Höhe erreicht," sagt Kurdirektor Werner Angermülle.  Foto: H. Friedrich
Im Bau befindet sich auch der neue Rutschenturm an der FrankenTherme in Bad Königshofen. "Noch ein Stockwerk kommt obenauf, dann ist die Höhe erreicht," sagt Kurdirektor Werner Angermülle. Foto: H. Friedrich

Das strahlende Gesicht von Kurdirektor Werner Angermüller sagte schon vorab alles. "Bereits jetzt können die ersten Früchte der Investition geerntet werden," sagte er und nannte hier vor allem die Entwicklung des Reisemobiltourismus, wo man mit 36 136 Übernachtungen eine Rekordzahl erreichte. Nach oben schnellten auch die Übernachtungszahlen. Eine Durststrecke sei allerdings noch im Bereich der Therapie, der Sauna und der Therme zu überwinden.

Hier sind seit September die Zahlen leicht eingebrochen. Bei einem Rundgang durch die Baustelle des neuen Gesundheits-, Therapie und Wellnesszentrums sowie der im Bau befindlichen Riesenwasserrutsche wurde schnell klar, dass die Baustellen die Besucherzahlen nach unten drücken. "Es ist aber eine überschaubare Zeit, denn spätestens in der zweiten Jahreshälfte können die Arbeiter durch Erholungssuchende ersetzt werden."

Entkernt und neu gegliedert

Es wurde der Neubau im Stahlbetonbauweise an den Bestand angebaut, außerdem die bestehende Kurmittelabteilung komplett entkernt und neu gegliedert. Die Rohbauarbeiten am Gebäude und die Dachdeckerarbeiten wurden 2019 abgeschlossen. Aktuell ist der Innenausbau an der Reihe. Es ist ein großzügig gestalteter Bereich mit viel Tageslicht. Die neuen Behandlungsräume erhalten, wie der Bestand auch, eine Fensterfront auf die gesamte Raumhöhe. Im hinteren Teil befindet sich der neue Bereich für das Personal. Der Abbruch des alten Rutschenturms am Schwimmbad ist bereits erfolgt, der Neubau befindet sich in der Endphase. Der neue Rutschenturm wird in Massivbauweise errichtet und erhält eine spezielle Lüftung, um die Korrosion durch das Wasser der Therme zu verhindern. Die Kostenberechnung liegt bei 1,7 Millionen Euro. Beim Rundgang zeigt Angermüller auf den Heilwassersee, der 2005 eröffnet wurde, erinnerte an die einstige Eisstockschießbahn, der Beginn des heutigen Wohnmobilstellplatzes. In den vergangenen Jahren wurde ein verwilderter Gartenbereich umgestaltet und ist heute beliebter Treffpunkt für die Kurenden in den Sommermonaten. Aber auch Einheimische nutzen die kleine Anlage.

In diesem Zusammenhang verweist der Kurdirektor auf ein kleines Jubiläum: Am 29. Dezember 1999 wurde die Frankentherme ihrer Bestimmung übergeben. Im Jahr 2000 kamen dann Saunadorf, weitere Räumlichkeiten, später Rutschenturm und Dampfbad dazu. Nicht mit Süßwasser, sondern mit Bad Königshofener Heilwasser wurde das Schwimmbecken gespeist und immer wieder aufgewertet. Eine Unterwasserbeleuchtung kam dazu, Unterwassermusik und das Außenbecken wurde mit einbezogen. "Es war eine kluge Strategie, die die Verantwortlichen im Stadtrat damals gefahren haben," sagt Angermüller.

Enorm gesteigert wurden in den vergangenen zwei Jahrzehnten die Besucherzahlen im Schwimmbadbereich. "Ein viertel mehr als in den Anfangsjahren." Positiv hereingespielt hat die Grenzöffnung 1989. Pendelte sich die Besucherzahl im Schwimmbad bis dahin bei rund 76 000 ein, so stieg sie kurzfristig auf 86 102 an. Im vergangenen Jahr 2019 waren es 110 226 Besucher, ein Plus von 28 Prozent. Heute verfügt Bad Königshofen über ein attraktives Freizeitangebot, das auch von Einheimischen und Gruppen, wie Rheumaliga, Osteoporose, sowie Gymnastikgruppen angenommen wird. Aufgrund dessen könne man mit gesundem Optimismus in die Zukunft blicken. Zu Therme und Saunabereich sagte der Kurdirektor, dass die Zahlen sich vor der Sanierung bei durchschnittlich 96 350 Besuchern einpendelten. Zum Jahresende 2019 waren es 147 024 (+ 52.6 Prozent).

Angesprochen auf den Abriss der Trink- und Wandelhalle erklärte Angermüller, dass diese notwendig wird, um die darunter liegende Heilquelle zu sanieren. Als 1969 die Trink- und Wandelhalle gebaut wurde, hatte man die Heilquelle überbaut, so dass man von der Trinkhalle eventuelle Reparaturen vornehmen konnte. Hier handelt es sich um die Urbaniquelle, die 1896 entdeckt wurde. Im Rahmen der weitere Sicherung des Prädikates "Bad" fand nun eine Überprüfung statt, bei der eine dringende Sanierung angemahnt wurde. Dies geschieht in den kommenden Monaten, was auch den Abriss der bisherigen Trink- und Wandelhalle in diesem Jahr mit sich bringt. Dann wird die Quelle nach außen verlagert und der Neubau, dessen Baubeginn 2021 vorgesehen ist, entsteht versetzt in Richtung Kurpark. Fertigstellung wird wohl Ende 2021 Anfang 2022 sein. mhf

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