Bad Kissingen
Konzert

Bad Kissingen: Ein Abend voller Höhepunkte

Big-Band-Musik auf höchstem Niveau bot die Golden Brass Band im Max-Littmann-Saal. Nicht nur die Stargäste überzeugten, sondern das Gesamtkunstwerk aus Band und Solisten.
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Ein Höhepunkt des Abends: Der US-amerikanische Posaunist Richard Roblee spielte mit der Golden Brass Band.  Foto: Johannes Nöth
Ein Höhepunkt des Abends: Der US-amerikanische Posaunist Richard Roblee spielte mit der Golden Brass Band. Foto: Johannes Nöth
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"Swing, Swing, Swing" - die Golden Brass Band wurde dem Motto ihres Konzertes im Bad Kissinger Max-Littmann-Saal vom ersten Ton bis zum Schlussakkord in jeder Hinsicht gerecht. Das war Big-Band-Musik auf höchstem Niveau: messerscharf und seidenweich in den Bläsersektionen, satt und durchdringend der Sound, raffiniert die dynamischen Schattierungen, perfekt die improvisierten Soli, abwechslungsreich und vielseitig das Programm. Um solch ein Niveau zu erreichen, müssen alle Musiker ein recht hohes Können mitbringen. Das ist umso erstaunlicher für eine Band, deren Mitglieder nur in ihrer Freizeit dieser Leidenschaft frönen.

Vor zwei Jahren hatte sich die seit über 40 Jahren bestehende Bad Kissinger Big-Band erstmals mit dem neuen Format "Golden Brass Band and friends" mit großem Erfolg im Max-Littmann-Saal präsentiert. Damals mit Trompeter Felice Civitareale, bei der Zweitauflage nun mit dem US-amerikanischen Posaunisten Richard Roblee als Stargast sowie den beiden Sängerinnen Hanni Gopp-Weiglein und Canan Semel als weitere Höhepunkte. Der Saal ist fast gefüllt. "Beim nächsten Mal ist auch die Galerie voll", prognostiziert dem begeisterten Publikum Canan Semel, die so sachkundig wie charmant durch das Programm führt.

Meister des Swing

Richard Roblee ist ein Meister des Swing und ein Könner auf seiner Posaune. Mit seinem warmen Ton und seinen melodiösen Improvisationen begeistert er das Publikum. Und nicht nur das. Sein musikalischer Esprit, sein Enthusiasmus - und das mit 76 Jahren - reißt auch die Musikerinnen und Musiker auf der Bühne mit, treibt sie zu Höchstleistungen an und die Zuhörer zu Beifallstürmen. Schon zum Ende des ersten Teils gibt's Standing Ovations.

Ein Höhepunkt reiht sich an den anderen. Zuerst der Auftritt der Sängerinnen: Hanni Gopp-Weiglein mit ihrem Soul und Blues in der Stimme, Canan Semel mit ihrer Ausdruckskraft und ihrer gefühlvollen Interpretation. Dann die Steigerung mit Roblee, der sich nicht nur als Posaunist und Arrangeur präsentiert, sondern mit den Sängerinnen das bekannte Amazing Grace dreistimmig intoniert. Das geht unter die Haut.

Es sind aber nicht allein die Stargäste, die den Abend zu einem Erfolg machen, sondern das Gesamtkunstwerk aus Band und Solisten, der ständige Wechsel von mehrstimmigen Bläserklang und virtuosen Solo-Improvisationen. So zum Beispiel Trompeter Frank Brixel, der bei "The Spirit von St. Frederick" zielsicher in die höchsten Oktaven schießt, oder Saxofonistin Birgit Nöth, die den bekannten Phil-Collins-Song "Against All Odds" mit großer Emotion und technischer Perfektion in Szene setzt. Ohne die metrische Sicherheit von Schlagzeuger Benjamin Balling, den fein dosierten Groove von Bassist Wolfgang Kriener und der harmonischen Stütze durch Pianist Heinrich Schreiner gelänge so ein musikalisches Gesamtkunstwerk aber nicht. Geschaffen hat es erster Trompeter und Bandleader Rainer Nöth. Unter seiner musikalischen Leitung hat sich die Golden Brass Band in der Big-Band-Szene zu einer festen Größe etabliert. Irene Spiegel

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