Thulba
Diskussion

Aufforderung vom Landratsamt

Die sieben Papageien in der Voliere bei Thulba krächzen etlichen Thulbaern zu laut. Jetzt setzt das Landratsamt Bad Kissingen erneut eine Frist.
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Andreas Hermanns will mit seinen insgesamt sieben Papageien in Thulba bleiben. Wolfgang Dünnebier
Andreas Hermanns will mit seinen insgesamt sieben Papageien in Thulba bleiben. Wolfgang Dünnebier

Die Papageienhaltung von Andreas Hermanns im Außenbereich von Thulba sorgt weiter für Diskussionen. Die Betroffenheit ist unterschiedlich. Hören tun es offenbar viele. Manche stören sich offenbar weniger daran, anderen reicht es. "Die Nerven liegen blank", beschreibt ein Anwohner seine Gemütslage. Auch frühmorgens und spätabends würde das exotische Krächzen bis ins Dorf schallen.

Jurist Thomas Schoenwald vom Landratsamt bestätigt auf Nachfrage dieser Zeitung, dass inzwischen weitere Beschwerden eingegangen seien. "Zum Lärm von Papageien gibt es keine Richtwerte", beschreibt er die Rechtslage. Umweltingenieure würden sich bei der Erhebung von Daten schwer tun , weil es sich nur um kurze Geräuschspitzen handele.

Kein Ausweichquartier in Sicht

Deswegen verfolge das Landratsamt weiter seine Linie, die Vogelhaltung mit dem Blick auf baurechtliche Vorgaben zu unterbinden. Der Bauherr habe den ehemaligen Schafstall ohne Baugenehmigung im Außenbereich, im Landschaftsschutz- und Überschwemmungsgebiet ausgebaut.

Frist bis 1. November

Um zu einer Lösung zu kommen, habe man jetzt dem Bauherren eine formlose Aufforderung geschickt, die Tierhaltung bis zum 1. November einzustellen und das ganze Gebäude bis Ende des Jahres zurückzubauen. Dazu könne sich der Betroffene nun äußern. Komme man nicht überein, könnte eine Beseitigungsanordnung folgen. "Ich höre mich schon um, finde aber nichts", beschreibt Andreas Hermanns seine Suche nach einer Ausweichunterkunft. Er hätte ganz die Finger von dem Grundstück gelassen, wenn ihm nicht die Gemeinde noch vor der Anpachtung des Grundstücks die Auskunft gegeben hätte, dass dort Papageienhaltung kein Problem sei.

Ungeachtet der jüngsten Aufforderung aus Bad Kissingen klagt Hermanns weiter beim Verwaltungsgericht in Würzburg gegen die Wahrnehmung des Vorkaufsrechts für das Grundstück durch das Landratsamt. Das Krächzen der Papageien hält er für vertretbar. "Wir sind ja hier auf dem Dorf", vergleicht er die Geräuschkulisse mit Hahnengeschrei.

Außerdem verweist er auf ein Schreiben der Unteren Naturschutzbehörde, dass ihm sogar noch den Einbau einer Heizung in seinem ungenehmigten Ausbau erlaubt, um die Tiere über den Winter zu bringen, sofern er bis dahin noch nichts anderes gefunden hat. Die Entscheidung zum Vorkaufsrecht will das Verwaltungsgericht im Frühjahr fällen.

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