Bad Kissingen
Kultur

Annette Späth wechselt den Job

Ende Januar steht nach fast 17 Jahren der Abschied von den Museen Schloss Aschach an. Die neue Arbeitsstelle ist in den Museen Obere Saline.
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Von Aschach nach Hausen: Nur ein paar Kilometer liegen zwischen dem bisherigen und dem künftigen Arbeitsort von Annette Späth. Foto: Isolde Krapf
Von Aschach nach Hausen: Nur ein paar Kilometer liegen zwischen dem bisherigen und dem künftigen Arbeitsort von Annette Späth. Foto: Isolde Krapf
Der Museumslandschaft der Region steht ein bemerkenswerter Wechsel bevor: Annette Späth, die fast 17 Jahre in Diensten des Bezirks Unterfranken stand und die Museen Schloss Aschach geleitet hat, zieht ein paar Kilometer weiter nach Süden. Ab 1. Februar ist sie für die Stadt Bad Kissingen Mitarbeiterin der Museen Obere Saline.
Über Details rund um den Wechsel und vor allem seine Hintergründe wollen in der Öffentlichkeit bis jetzt weder Annette Späth selbst noch die Stadt Bad Kissingen Worte verlieren. Sobald der Staffelstab übergeben werde, erklärte Späth, werde sie sich gerne äußern. Dass die Sache in trockenen Tüchern ist, bestätige sie aber ebenso wie das Rathaus und der Bezirk.
Bei der Stadt wird Annette Späth die Stelle von Helena Scharf übernehmen, die in Ruhestand geht und noch bis Ende Januar im Dienst ist. Im Zuge des Wechsels fährt das Rathaus die Stelle offenbar auch von Teilzeit auf Vollzeit hoch. Wie es aus den Reihen der Stadt heißt, ist das den steigenden Anforderungen rund um die Museen in der Oberen Saline geschuldet.


Aschachs drei Museen

Schloss Aschach bietet insgesamt drei thematisch recht unterschiedliche Museen. Das Graf-Luxburg-Museum im Haupthaus der Schlossanlage führt die Wohnräume der letzten Schlossbesitzer vor Augen. Diese Räume sind ausgestattet mit hochwertigen Kunstwerken und Kunstgewerbe. Auch eine bedeutende Sammlung ostasiatischer Kunst gehört dazu.
Das Volkskundemuseum in einem Speicherbau auf dem Schlossgelände enthält die volkskundlichen Sammlungen des Bezirks Unterfranken. Im Mittelpunkt der Ausstellungen dort stehen nach Angaben des Museums "das ländliche Leben sowie Wohnen und Wirtschaften in der Rhön von 1850 bis 1950".
Das dritte Element im Aschacher Museumsreigen ist das Schulmuseum im ehemaligen Gärtnerhaus des Schlosses. Es vermittelt seinen Besuchern, "wie früher in den unterfränkischen Landschulen gepaukt wurde", schreibt der Bezirk. "Die Inszenierung des Schulsaals" sei für Besucher aller Altersstufen ein Erlebnis. Die Ausstellungsstücke führen die Themen Schule und Lernen in früheren Zeiten sowie "Beispiele aus der umfangreichen Schulwandbildsammlung des Bezirks" vor Augen.
Der Wechsel in die Obere Saline erfordert von der gebürtigen Bad Windsheimerin Annette Späth inhaltlich und thematisch keine radikale Umstellung. Das Leben der Reichen, Schönen und Mächtigen des 19. Jahrhunderts spielt durch das Bismarckmuseum auch in der Oberen Saline eine Hauptrolle.
Dazu kommen dort die auf der Sammlung von Hilla Schütze basierende Spielzeugwelt, wechselnde Ausstellungen sowie Räume rund um die in der Geschichte Bad Kissingens so wichtige Salzgewinnung. Die jüngste Abteilung widmet sich der Weltbadgeschichte Kissingens.


Bezirk will sich Zeit nehmen

Die Leitung der Museen Schloss Aschach hat die damals 36-jährige Annette Späth im Mai 2001 übernommen. Sie hat an der Universität Würzburg Kunstgeschichte im Hauptfach sowie Volkskunde und Neuere Geschichte in den Nebenfächern studiert. Ihre Magisterarbeit schrieb sie laut Informationen zum Dienstantritt über Tilman Riemenschneiders Nischenfiguren an der Würzburger Marienkapelle.
Der Bezirk will sich nach den Worten von Pressesprecher Markus Mauritz für die Nachbesetzung der Aschacher Stelle Zeit nehmen. Das Hauptgebäude bleibe 2018 wegen des anstehenden Umbaus ohnehin geschlossen, erklärte Mauritz dazu bereits vor einigen Wochen auf Anfrage.
Er sei optimistisch, dass die Nachfolge von Annette Späth bis zum Beginn der Museumssaison im Frühjahr 2019 geklärt werden könne. Nach Mauritz' Angaben soll sich das Museum nach dem Umbau auch mit einem neuen Konzept präsentieren. Siegfried Farkas
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