Altengronau
Auszeichnung

Altengronauer versilbert das Gold der Bienen

Der Altengronauer Imker Kurt Hahn erhielt bei der Honigprämierung in Hessen das silberne Gütesiegel. Er investiert sehr viel Zeit in sein Hobby und bekennt: "Mittlerweile bin ich ein bisschen immun gegen das Bienengift."
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Der Altengronauer Imker Kurt Hahn füllt seinen Honig gewissenhaft ab. Er investiert viel Herzblut und Zeit in sein Hobby.  Foto: Julia Kreß
Der Altengronauer Imker Kurt Hahn füllt seinen Honig gewissenhaft ab. Er investiert viel Herzblut und Zeit in sein Hobby. Foto: Julia Kreß
Sechs Imker aus Schlüchtern, Steinau und Sinntal haben mit ihrem hochwertigen Honig bei der diesjährigen hessischen Honigprämierung abgeräumt. Bei der "Olympiade der Imker" holten sie zwei Mal Gold, zwei Mal Silber sowie zwei Mal Bronze und dürfen diese Gütesiegel des Landesverbands Hessischer Imker künftig führen. Einer von ihnen ist Kurt Hahn aus Altengronau.

"Für mich ist es am wichtigsten, dass das Gütesiegel zeigt: Bei uns in der Region gibt es keine Rückstände im Honig", erklärt Kurt Hahn und zeigt auf die Rückstandsanalyse, die einen Teil der Bewertung der Hessischen Honigprämierung ausmacht.


Drei Gläser werden getestet

Der 66-jährige Altengronauer, der dem Imkerverein Sinntal angehört, hat zum wiederholten Male an der "Olympiade der Imker" teilgenommen: Er darf seine Gläser mit dem silbernen Gütesiegel kennzeichnen. "Ich versuche schon jährlich, an der Honigprämierung teilzunehmen", sagt Hahn. Im vergangenen Jahr war er einer unter 233 Teilnehmern, die je drei Gläser abgeben müssen.

"Es ist schon ein großer Aufwand. Man muss es gewissenhaft abfüllen: Genau 726 Gramm ergeben ein Nettogewicht von 500 Gramm Honig, alles muss genau sein", erzählt Hahn. "Ich klebe kein Etikett auf das Glas, ohne es vorher nicht mit einem Läppchen abzuwischen." Für die Punkteermittlung gehören neben der Rückstandsanalyse und dem Wassergehalt (in Deutschland unter 18 Prozent) auch Kriterien wie - natürlich - Geruch, Geschmack, aber auch ein sauberes Glas, eine glatte Oberfläche ohne Bläschen, kein Honig am Rand, die Einlage im Deckel und ein sauber geklebtes Etikett dazu.

"Die Gläser und Etiketten mit der Prägung Deutscher Honig und dem Logo des Deutschen Imker-Bundes sind geschützte Markenzeichen und dürfen nur von Imkern verwendet werden, die zuvor einen Lehrgang beim Landesverband Hessischer Imker besucht haben", informiert der 66-Jährige.


Bienen vom Vater übernommen

Angefangen mit der Imkerei hat Kurt Hahn vor 20 Jahren. "Mein Vater hatte schon sehr lange Bienen. Als er dann starb, hab' ich sie übernommen", erinnert sich der Altengronauer. "Ich verstehe bis heute noch nicht, warum ich da nicht früher richtig mit eingestiegen bin." Hahn absolvierte einen Grundlehrgang, fragte Bienenzüchter und belegte einen Honiglehrgang. "Obwohl mein Vater Imker war, konnte ich nichts. Das ist, als ob man als Beifahrer 10 000 Kilometer mitfährt. Man kann dennoch nicht Auto fahren."


15 Völker und eigene Züchtung

15 Völker hegt Hahn derzeit in Altengronau, im Moment halten die Bienen Winterruhe. "Dann sind es pro Volk etwa 5000 bis 10 000 Bienen, im Sommer dann 50 000", informiert der Imker, der keinen Schutzanzug trägt. "Mittlerweile bin ich ein bisschen immun gegen das Bienengift", sagt Hahn und lacht. "Aber ich höre schon am Summen, ob die Bienen gute Laune haben oder nicht. Dennoch geht es nicht ganz ohne Stiche."
Der 66-Jährige züchtet inzwischen auch selbst Völker. "Ich notiere mir, welches Volk besonders fleißig ist. Daraus ziehe ich mir dann neue Bienen", erklärt der Altengronauer. Imker können Völker aber auch bei Züchtern oder vom Bienen-Institut erhalten.

Momentan freuen sich die Mitglieder des Sinntaler Imkervereins über viel Nachwuchs. "Ich habe auch schon Jungimker betreut. Sie erhalten einen Bienenstand auf unserem Vereinsgelände und werden von uns im richtigen Umgang geschult", erklärt Kurt Hahn. Wer sich der Imkerei widmet, braucht aber auch ein bisschen Zeit.


Einige Zeit in Anspruch

"Auf deutsch gesagt, zieht es einen Rattenschwanz nach sich", meint der Altengronauer. Dinge wie Gläser besorgen, spülen, abfüllen, Honig cremig rühren, Etiketten aufkleben - das nimmt neben der Pflege des Bienenstocks und des Honigschleuderns einige Zeit in Anspruch.


Viel Arbeit, große Freude

"Es macht zwar viel Arbeit, aber es ist trotz allem eine große Freude, wenn man das Endprodukt sieht", spricht sich Kurt Hahn augenzwinkernd für sein Hobby aus. Julia Kreß


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