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Thundorf
Porträt

"Alle drei Ortsteile gleich behandeln"

Der Thundorfer Gemeindechef Egon Klöffel tritt bei der Wahl im März 2020 wieder an. Für ihn liegt nahe, dass es auch 2020 wieder einen Wahlkrimi geben wird.
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Kandidiert wieder: Bürgermeister Egon Klöffel vor dem Rathaus in Thundorf.  Foto: Isolde Krapf
Kandidiert wieder: Bürgermeister Egon Klöffel vor dem Rathaus in Thundorf. Foto: Isolde Krapf

2014 fiel die Entscheidung der Wähler denkbar knapp aus: Egon Klöffel machte als Kandidat der CSU am Wahlabend mit 51,6 Prozent gegen seinen damaligen Stellvertreter Alfons Gundelach von der Wählergemeinschaft Rothhausen das Rennen. Im März 2020 muss sich der amtierende Gemeindechef als Kandidat des Bürgerblocks Theinfeld gegen seine Stellvertreterin Judith Dekant (Wählergemeinschaft Rothhausen) und seinen einstigen Gegenspieler bei der Nominierung 2014, Edwin Braun (Wählergemeinschaft Thundorf), bewähren.

Schrecken tue ihn das überhaupt nicht, sagt der 56-Jährige. Eine Wahl sei immer spannender, wenn es mehrere Kandidaten gibt. "Ich lasse mich überraschen." Für Klöffel ist aber klar, dass es Ende März zu einer Stichwahl kommen wird.

Klöffel war zwölf Jahre 2. und sechs Jahre 3. Bürgermeister in Thundorf, bevor er 2014 zum Gemeindechef gewählt wurde. "Ich wusste also vor sechs Jahren ganz genau, was auf mich zukommt." Seit 2002 sitzt er auch im Kreistag. Dass er zuvor schon so lange in der Kommunalpolitik tätig war, habe ihm 2014 ein bisschen den Weg geebnet. "Man hat ein Netzwerk, kennt Ansprechpartner in den Behörden und weiß bei vielen Dingen schon von vornherein, was zu tun ist."

Was andererseits nicht bedeute, dass man den Anliegen aller Bürger immer gerecht wird. Manche verärgere man beispielsweise mit einem Bescheid, sagt Klöffel. "Aber ich muss mich vor allem nach meiner Devise als Bürgermeister richten." Also suche er oft, zusammen mit seinem Ratsgremium, nach einem Mittelweg, wenn das Thema es zulässt.

Was für ihn immer wichtig gewesen sei: "Man muss schauen, dass man alle drei Ortsteile gleich behandelt." So seien beispielsweise alle drei Feuerwehrgerätehäuser in Rothhausen, Theinfeld und Thundorf inzwischen saniert worden, und jede Feuerwehr habe ein neues, beziehungsweise gebrauchtes Fahrzeug bekommen. Lediglich in Theinfeld wird es demnächst erst geliefert.

Beruflich sei er freilich sehr gefordert, sagt der selbstständige Schreinermeister und Bestatter. Sein Engagement als Hobby-Brauer habe er freilich etwas zurückgefahren, als er im Jahr 2016 den Vorsitz der Thundorfer Hausbrauer und die führende Position im Fränkischen Hausbrauerverband an Jüngere abgab. Sein Alltag sei natürlich ziemlich "durchstrukturiert". Frühmorgens um 7 Uhr beginnt er jeden Tag im Bauhof, da es in Thundorf keinen Bauhofleiter gibt. Tagsüber sei er bei wichtigen Dingen aber stets telefonisch erreichbar und lasse es sich auch nicht nehmen, auf aktuellen Baustellen öfter selbst vorbeizuschauen. Gerade weil er beruflich selbstständig ist, könne er Beruf und Amt eben auch gut vereinbaren.

Nach wie vor Freude am Amt

Klöffel wurde diesmal nicht von den Bürgern seines Heimatorts Thundorf nominiert. Die erste Enttäuschung darüber habe er verwunden. Die Arbeit als Bürgermeister mache ihm trotzdem noch sehr viel Spaß. "Ich hab einfach sehr viel Herzblut für dieses Amt." Persönlich nehme er die Nominierungsabstimmung in Thundorf nicht, als Edwin Braun der Spitzenkandidat der Wählergemeinschaft wurde. "Da wäre ich im Rathaus am falschen Platz." Als Beispiel nennt er sein Verhalten den Rothhäusern gegenüber. "Die haben mich 2014 nicht gewählt. Trotzdem habe ich auch dort in den vergangenen Jahren sehr viel angekurbelt."

Drei Fragen an Egon Klöffel

Was ist Ihnen in den vergangenen sechs Jahren in der Kommune gelungen, worauf sind Sie vielleicht auch ein bisschen stolz?

Egon Klöffel: Zunächst mal darauf, dass wir in der Gemeinde Thundorf die Pro-Kopf-Verschuldung von 350 Euro auf 30 Euro senken konnten. Zufrieden bin ich auch über den Umbau und die Erweiterung des gemeindlichen Bauhofs. Da die Gemeinde 2017 im Rahmen einer Breitband-Initiative des Freistaats Bayern vom sogenannten Höfebonus profitierte und rund 220 000 Euro Förderung bekam, konnten wir auch Aussiedlerhöfe und eine Mühle sowie das Gewerbegebiet Rothhausen ans Glasfasernetz anschließen. Zudem haben wir in Rothhausen und Thundorf einzelne Straßenzüge schon mit Leerrohren ausgestattet.

Um welches Projekt werden Sie sich in der neuen Amtsperiode zuvorderst kümmern?

Der Freistaat Bayern hat im September 2019 seine Förderrichtlinien erweitert: Jetzt bekommen ländliche Kommunen auch Mittel zur Erschließung der Rathäuser mit Glasfaser. Bei uns werden dann auch der Bauhof und das Nebengebäude gleich mit ausgestattet. Wichtig ist auch, dass das Rathaus endlich auch innen ausgebaut wird, damit man bei Trauungen einen besseren Eindruck hinterlässt. Und natürlich gibt es in der Gemeinde Straßenzüge aus den 1970er Jahren, die unbedingt saniert werden müssen. Aber da muss man abwarten, woher die Ersatzleistungen für die entfallene Straßenausbaubeitragssatzung kommen.

Was muss einen Bürgermeister auf jeden Fall auszeichnen?

Er braucht ein breites Kreuz und muss Kritik einstecken können. Und er muss alle Ortsteile gleich behandeln. Er sollte sich auch schon vor Amtsantritt intensiv mit Politik beschäftigt haben, denn nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Zukunft gestalten.

Zur Person

Der gebürtige Thundorfer ist von Beruf Schreinermeister. Seit 1988 ist er selbstständig und baute 1994 einen neuen Betrieb im Thundorfer Gewerbegebiet auf. Seit 30 Jahren ist er auch Bestatter, übernahm diese Tätigkeit 1990 von der Schreinerei Wiener (Rothhausen), in der er damals die eigene Lehre machte. Gelernt hat er aber auch, wie man einen guten Biersud herstellt. 30 Jahre lang war er Sudführer der Hausbrauer Thundorf und engagierte sich im Fränkischen Hausbrauerverband (bis 2016). Deshalb ist eines seiner Hobbys natürlich das Brauen. Zudem interessiert er sich für die örtliche Kultur und das Brauchtum. Isolde Krapf

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