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Burgsinn
Gastronomie

Abschied von der Pizzeria Rimini

Alda, Giacomo und Carmela Cacciatore werden nach 32 Jahren ihr Ristorante schließen - ihre Geheimrezepte wollen sie nicht verraten.
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Nach 32 Jahren schließen Alda, Giacomo und Carmela Cacciatore (von links) die Tür ihres "Ristorante Pizzeria Rimini" .  Foto: Jürgen Gabel
Nach 32 Jahren schließen Alda, Giacomo und Carmela Cacciatore (von links) die Tür ihres "Ristorante Pizzeria Rimini" . Foto: Jürgen Gabel

Ende März 2020 hängen Giacomo Cacciatore, seine Frau Alda und die Familie die Kochschürzen an den Nagel und schließen nach 32 Jahren ihr Ristorante Pizzeria Rimini in der Burgsinner Hauptstraße.

Die beiden gebürtigen Silizianer kommen beide aus der Stadt Caltagirone. Seine Eltern kamen 1965 als Gastarbeiter mit dem sechsjährigen Giacomo nach Deutschland. Sein Vater fand im Straßenbau in Klingenberg Arbeit. Aldas Vater kam in einer Fabrik in Kleinwallstadt unter. Später fanden Giacomo und Alda beim Keramikhersteller Scheurich in Kleinheubach einen Job. Bereits in der Berufsschule in Aschaffenburg "funkte" es zwischen den beiden, 1984 traten sie vor den Traualtar.

Nur drei Jahre später erzählte ein Kumpel, dass in Rieneck für das Lokal "Rimini" ein Pächter gesucht werde und spontan wagten Giacomo und Alda das Abenteuer Gastronomie. Sie erweiterten das Angebot des Vorpächters und die Erfolge dank der selbst kreierten Rezepturen der Soßen und Dressings stellten sich ein. So ist der Salat "Rieneck" mit der in der Region legendären Soße noch heute auf der Speisekarte zu finden. Giacomo versuchte immer, eine neu erfundene Pizza den Kunden schmackhaft zu machen und endete irgendwann grandios bei "der Pizza ohne Namen". Sie steht nicht auf der Karte, aber seit 32 Jahren ist sie der Renner und wird häufig bestellt als Pizza "Du weißt schon" mit geheimer Auflage. Nach elf Jahren brachen Giacomo und Alda ihre Zelte in Rieneck ab, kauften den ehemaligen "Marktbrunnen" in Burgsinn und eröffnete das "Ristorante Pizzeria Rimini". Die Gäste kamen in Scharen. "Wenn viel los ist", so Giacomo, "brauche ich in der Küche fünf Leute und zwei im Service". Heute hilft Tochter Carmela in Küche und Organisation und der bei Würzburg lebende Sohn Diego packt ebenso an.

Die tägliche harte Arbeit in Küche und Ristorante haben bei dem 61-jährigen Giacomo und der 53-jährigen Alda ihre Spuren hinterlassen. Beide sind gesundheitlich angeschlagen. Die Familie hat mit dem in Karlstadt engagierten "Francesco" einen Käufer für das Haus in Burgsinn gefunden. Im Herbst wird er das Ristorante neu eröffnen. Giacomo, Alda und Carmela öffnen am 29. März zum letzten Mal ihr "Rimini". Sie werden in den Raum Würzburg ziehen, ihren Ruhestand genießen und sich um die Familie kümmern. "Wir freuen uns, endlich mal die Rolle von Opa und Oma spielen zu dürfen", sagt Alda Cacciatore.