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Bad Kissingen
Rakoczy-Fest

Wie sicher ist das Fest des Jahres?

Nach den schlimmen Ereignissen in Bayern verschärfen die Veranstalter das Sicherheitskonzept des Rakoczy-Festes.
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Stimmung beim Rakoczyfest.  Foto: Anja Vorndran/Archiv
Stimmung beim Rakoczyfest. Foto: Anja Vorndran/Archiv
Die Veranstalter des bevorstehenden Rakoczy-Festes reagieren mit einer Überarbeitung des Sicherheitskonzeptes auf die zurückliegenden schlimmen Ereignisse. Würzburg, München, Ansbach - die Stimmung ist bedrückend. Terrorattacken und ein Amoklauf haben Bayern erschüttert. Das Fest der Feste wird am Wochenende Tausende Menschen nach Bad Kissingen locken. Besucher machen sich Sorgen und denken darüber nach, ob sie kommen oder besser zu Hause bleiben. Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst, Sicherheitsdienste - sie alle werden sensibiliert sein. Doch wie sicher kann so eine Großveranstaltung überhaupt sein?

Sein Gefühl ist nach dem Anschlag in Ansbach ein anderes. "Ich hoffe, dass Bad Kissingen die ruhige Kurstadt bleibt", sagt Harald Albert Stadtbrandinspektor und Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Bad Kissingen. "Seitens der Stadt Bad Kissingen und der Bayerischen Staatsbad Bad Kissingen GmbH, der Polizei und allen Einsatzdiensten werden alle Vorkehrungen getroffen um das Fest sicher zu machen", sagt Thomas Hack, Sprecher der Stadt. Der Ablauf des Festes soll sich nicht ändern. Aber: "Es wird an die Bevölkerung appelliert, keine größeren Taschen und Rucksäcke mit zum Rakoczyfest zu bringen", sagt Thomas Hack. Eine Kontrolle an den Eingängen soll es nicht geben. Die Polizei halte sich jedoch vor, im Verdachtsfall Taschen zu durchsuchen. Dennoch: Ereignisse wie in den vergangenen Tagen "können nie zu 100 Prozent verhindert werden", sagt Stefan Haschke, Bad Kissingens Polizei-Chef.


Einsatzkräfte gewappnet

"Wir wollen alles dazu beitragen, dass nichts passiert", sagt Stefan Haschke. Das Sicherheitskonzept des Festes werde ständig nachjustiert, bestätigt Veranstaltungsleiter Bruno Heynen. Dieses Jahr im Besonderen. Doch auch er ist sich bewusst: "Eine 100-prozentige Sicherheit gibt es nicht." Besorgte Bürger überlegen und diskutieren auch in den sozialen Netzwerken im Internet, ob sie das Fest am Wochenende besuchen werden. "Mit meiner Frau werde ich besprechen, ob wir überhaupt zum Fest gehen und ob wir unsere Töchter im Zug mitlaufen lassen", schrieb uns ein beunruhigter Kissinger.


Friedliches, gut besuchtes Fest

Sicher, der ein oder andere wird überlegen ob er in diesem Jahr alle drei Tage des Rakoczy-Festes besucht, meint Bruno Heynen. Aber: "Mit einem signifikanten Einbruch rechnen wir nicht", sagt Bruno Heynen.

Den Umzug am Sonntag abzusagen, wie ein Bürger forderte, oder das ganze Fest nicht stattfinden zu lassen, sei das falsche Signal, sagen Feuerwehr-Chef Harald Albert und Polizei-Chef Stefan Haschke. Solche Attentäter "dürfen nicht in der Lage sein, unseren Alltag zu bestimmen oder dafür sorgen, dass wir in Furcht leben", meint Haschke. Hinweise auf eine Gefahr gebe es nicht: "Es gibt keinen Grund die Veranstaltung nicht stattfinden zu lassen."
"Alle Beteiligten tun ihr Möglichstes in der Vorbereitung, aber man weiß nie, was jemand vorhat", sagt Harald Albert. Für den "Fall X", wie Harald Albert sagt, wurden rund um die Kernstadt Punkte festgelegt, von wo aus Rettungsleute bestimmte Orte gut erreichen können. Außerdem wurden Funkkanäle festgelegt, auf die Einsatzkräfte ausweichen können und die Rettungswege verbreitert. Am Sonntagabend wird zudem ein Feuerwehrauto vor der Ludwigsbrücke quer stehen.

Die Bürger können ein Stück weit zur Sicherheit beitragen, meint der Polizei-Chef: Wenn jemandem etwas merkwürdig vorkommt, soll er das der Polizei mitteilen. Trotz der Ereignisse der letzten Wochen hält er das Risiko, dass sich beim Rakoczy-Fest so etwas wiederholt, für äußerst gering. "Trotzdem nehmen wir die Besorgnis der Bevölkerung ernst." Die Polizei wird stärkere Präsenz zeigen als in den letzten Jahren, auch damit die Bürger einen Ansprechpartner vor Ort haben. Das Gelände hermetisch abzuriegeln, macht laut Haschke keinen Sinn: "Die Besucher sollen das Fest wie in den vergangen Jahren genießen können." Ein Tipp vom Stadtbrandinspektor: "Am Sonntag verteilen und nicht ins größte Getümmel. Schließlich ist die ganze Strecke schön."

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