Niederlauer
Braveheart-Battle

Wer einmal Blut geleckt hat . . .

 Wie die Braveguards des SV Niederlauer aus dem Extremlauf ein Duell um die Kapitänsbinde des SV gemacht haben.
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Die Braveguards: Beim Start im vorigen Jahr (von links) Lukas Knaier, Dominik Mauer, Sebastian Müller, Sebastian Braun, Christoph Knaier, Michael Mutz, Thomas Brückner und Stefan Katzenberger (liegend).  Foto: Braveguards
Die Braveguards: Beim Start im vorigen Jahr (von links) Lukas Knaier, Dominik Mauer, Sebastian Müller, Sebastian Braun, Christoph Knaier, Michael Mutz, Thomas Brückner und Stefan Katzenberger (liegend). Foto: Braveguards
Der Braveheart-Battle-Lauf hat seit der Premiere im Jahr 2010 eine fulminante Entwicklung genommen. Das auf 3000 Teilnehmer limitierte Rennen über gut 28 Kilometer und rund 45 Hindernisse hat in der Extremläufer-Szene längst Kultstatus und gilt nach dem Getting Tough Race in Thüringen als der härteste Hindernislauf in Deutschland. Gut 100 Starter kommen heuer aus dem Rhön-Grabfeld.
Darunter auch das Team der Braveguards aus Niederlauer.


Statt Elfmeterschießen

Im Grunde stellt sich immer die gleiche Frage. Was treibt Leute dazu, sich bei frischen Temperaturen stundenlang über Stock und Stein zu quälen, durch kaltes Wasser zu schwimmen, Schlammbäder zu nehmen und extreme Steigungen hinaufzuhetzen und dafür auch noch Geld zu bezahlen? In Niederlauer, wo sich die Starter aus Mitgliedern und Fußballspielern des örtlichen SV rekrutieren, stand am Anfang ein kleines Duell.
Weil sich Sebastian Müller als Spielführer der 2. Mannschaft verletzt hatte, trat Thomas Brückner seine Nachfolge an. Wieder genesen, wollte Müller seine Armbinde natürlich wieder zurück, stieß beim Nachrücker aber auf Widerstand. Bei dem einen oder anderen Gläschen Bier kam man schließlich auf die Idee, die ganze Sache nicht per Elfmeterschießen oder Knobeln, sondern auf sportlichem Wege zu entscheiden. Wer von beiden beim Braveheart-Battle-Lauf als erster das Ziel erreichen würde, der sollte auch weiterhin Kapitän bleiben dürfen. Und weil einige Mitspieler die beiden nicht alleine auf die Strecke gehen lassen wollten, fand sich schließlich ein neunköpfiges Team zusammen. Mit dabei waren außer Brückner und Müller noch Stefan Katzenberger, Michael Mutz, Lukas und Christoph Knaier, Dominik Mauer, Andre Mauer und Sebastian Braun.
Müller war beim Rennen schließlich etwas schneller, verletzte sich aber alsbald wieder und hat mittlerweile die Fußballstiefel ganz an den Nagel gehängt. Dem Braveheart-Battle-Lauf sind aber alle treu geblieben. Gut vier Monate vor dem Spektakel Anfang März beginnt das Training, das ab Januar intensiviert wird. Bis zu 15 Kilometer querfeldein legen die Bravehearts je Einheit zurück.
"Wenn man einmal Blut geleckt hat, dann macht man es immer wieder", sagt Michael Mutz über die Herausforderung, die den Startern alles abverlangt. "Das ist ja fast ein Heimspiel", ergänzt Müller, der als einziger des Teams auch schon einmal bei einem anderen Extremlauf - dem Strongman-Lauf - gestartet ist. "Das war ein Kinderspiel dagegen", sagt Müller über das Ereignis mit 11 000 Startern.

Diesmal nur vier Teilnehmer

Bei allem Spaß an der Sache, heuer wird nur eine auf vier Teilnehmer dezimierte Truppe in Münnerstadt antreten. Der Grund liegt im Fußballderby am Tag nach dem Rennen gegen den VfB Burglauer. Gegen den Spitzenreiter der Kreisklasse Rhön 2 können sich die Spieler des SV Niederlauer keine Schwäche erlauben. Zudem liegen sie in der Tabelle an drittletzter Stelle. Denn gleich am Tag nach dem Braveheart-Battle-Lauf konzentriert Fußball spielen - das funktioniert auch bei guter Kondition und Massage-Einheiten nicht. Diese Erfahrung haben einige des Teams schon gemacht. Michael Petzold
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