Reith

Virtuoser Lokführer

Axel Zwingenberger lässt Dampfloks musikalisch Achterbahn fahren.
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Axel Zwingenberger (rechts) hier mit Peter Kleinhenz am Flügel. Foto: Wolfgang Dünnebier
Axel Zwingenberger (rechts) hier mit Peter Kleinhenz am Flügel. Foto: Wolfgang Dünnebier
Einen abgefahrenen Boogie Woogie-Abend bot Axel Zwingenberger auf der Piano-Bühne Kleinhenz in Reith. Immer neue Dampfzüge setzte der 60-Jährige vor rund 200 Zuhörern musikalisch aufs Gleis. Der bekennende Eisenbahnfan ließ mit eigenen und fremden Stücken am klangstarken Flügel miterleben, warum das Rattern, Schnaufen und Pfeifen schwerer Loks seit Jahrzehnten willkommener Taktgeber für viele Boogie-Woogie-Komponisten ist. Gänsehaut war garantiert.
Ob klangliche Vollgasfahrt, die Zwingenberger in aberwitzigen Tonfolgen interpretierte, bis zum trägen Erklimmen eines Gebirges waren alle Emotionen abgedeckt.
Manchmal erinnerte das Stakkato der Klänge eher an eine aberwitzige Achterbahnfahrt, als die Fortbewegung träger Dampfrösser. Auch dank humorvoller Eigenmoderation wusste der virtuose Lokführer sein Publikum vom ersten Stück an hinter sich. Scheinbar spielerisch spielte sich der Meister über die ganze Bandbreite seines Genres zunehmend in Extase.
Nach über zwei Stunden stieg Bühnenbetreiber Peter Kleinhenz für ein Stück mit dem Star der Boogie-Woogie-Szene in den Führerstand. Weil es in Reith kein Nachtfahrverbot für Boogie-Woogie-Expresses gibt, mischte sich Zwingenberger sogar noch unter die Musiker der anschließende Session. Wolfgang Dünnebier
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