Bischofsheim an der Rhön
Bilanz

Viel Arbeit und viel Positives in Bischofsheim

Georg Seiffert blickt auf seinen Start als Bürgermeister von Bischofsheim zurück. Und er hat noch viele andere Projekte im Visier.
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Trotz vieler Arbeit guter Dinge: Georg Seiffert fühlt sich im Amt als Bürgermeister von Bischofsheim sichtlich wohl. Foto: Thomas Pfeuffer
Trotz vieler Arbeit guter Dinge: Georg Seiffert fühlt sich im Amt als Bürgermeister von Bischofsheim sichtlich wohl. Foto: Thomas Pfeuffer
Thomas Pfeuffer Entspannt, aber konzentriert sitzt Georg Seiffert (CSU) in seinem Büro im ersten Stock des Bischofsheimer Rathauses. Er sitzt hier, um Bilanz zu ziehen über seinen Start als Bürgermeister der Stadt Bischofsheim. Es waren "sehr intensive Tage", in denen Seiffert mit viel Arbeit und viel Neuem konfrontiert wurde, aber auch 100 Tage, die er "durchweg positiv" erlebte.


Erinnerungen an den Polizeidienst

"Traurig, wenn die Pflicht keine Freude macht", steht es in Holz geschnitzt auf einer Vitrine neben einigen Abschiedsgeschenken von seinen früheren Kollegen bei der Polizei. Der neue Bürgermeister hat sich sein Büro allmählich nach seinen Vorstellungen eingerichtet. Da dürfen Erinnerungen an seine 29 Jahre im Polizeidienst nicht fehlen, der ihm sehr viel Freude gemacht hat.

Auch seine neue Aufgabe bringt viel Pflicht und viel Freude für den Bürgermeister. Seit dem ersten Tag wartete eine Vielzahl von Aufgaben auf ihn: Besprechungen in der Verwaltung, Beschwerden von Bürgern, Absprachen über die verschiedensten Projekte, Vorbereitung von Stadtratssitzungen, Treffen der Kreuzbergallianz und zahllose andere mehr. Viele der Aufgaben kennt er schon aus seiner Zeit als Zweiter Bürgermeister. Aber in seiner neuen Funktion, "geht es wesentlich weiter in die Tiefe". Und "da steckt der Teufel oft im Detail".

Auf 60 bis 70 Stunden schätzt Seiffert den Arbeitsanfall pro Woche. Doch das sieht er gelassen. Zum einen erkennt der zweifache Vater und Familienmensch in Bezug auf das Familienleben keine Verschlechterung gegenüber dem Polizeidienst. Denn der war von Schichtbetrieb und Nacht- und Wochenenddiensten und von seinen ehrenamtlichen Aktivitäten geprägt. Und zum andern macht die Arbeit Spaß. "Ich habe viel Positives erlebt, die Leute kommen positiv auf mich zu und viele Gespräche sind einfach positiv gelaufen", so sein Resümee, wohlwissend, dass nicht immer alle zufrieden mit den Entscheidungen von Stadtrat oder Bürgermeister sind.


Adler und Wappen

Über seinem Schreibtisch hängt ein hölzerner Adler, der das frühere Stadtwappen von Bischofsheim, mit fünf statt der heute üblichen drei Türmen, in den Fängen hält. Das massive Schnitzwerk mit der Aufschrift "1. Bürgermeister", das vermutlich früher das Wohnhaus des Stadtoberhauptes zierte, hat Seiffert im Keller des Rathauses entdeckt. Es macht jedem Besucher deutlich, wo er sich befindet. Allerdings zeugt der etwas martialische Adler mehr von der Traditionsverbundenheit des neuen Bürgermeisters, als von seinem Umgang mit den Mitarbeitern oder den Bürgern. "Zuhören" heißt hier sein Motto. Das gilt für eine Art Hausdurchlauf, bei dem Seiffert sich in den vergangenen Wochen intensiv in alle Bereiche der Verwaltung einarbeiten wollte. Zum einen, um das "Tagesgeschäft" genauer kennenzulernen, zum anderen, um nach Gesprächen mit den Mitarbeitern an "der ein oder anderen Stellschraube etwas nachzujustieren".

Zuhören ist Seiffert aber auch vor allem im Umgang mit den Bürgern wichtig. "Hingehen, zuhören, abwägen und entscheiden", beschreibt er seine Herangehensweise. Man müsse den Bürgern die Gründe für die jeweilige Entscheidung erläutern und um Verständnis werben. Das koste viel Zeit, aber diese Erklärungen kommen an, auch wenn jemand mit der Entscheidung selbst unzufrieden ist, so seine Erfahrung. Das Zuhören gilt für das Stadtoberhaupt auch in den Bürgerversammlungen, die Seiffert nach seinen ersten 100 Tagen jetzt in allen Stadtteilen angesetzt hat. Ein kurzer Bericht des Bürgermeisters gehöre einfach mit dazu, "dann geht es darum, zu erfahren, was den Bürgern auf den Nägeln brennt". Und Hören auf die Meinung der Bischofsheimer ist für ihn und den Stadtrat auch Grund, im nächsten Jahr eine Bürgerbefragung abzuhalten. Dabei soll festgestellt werden, "wo der Schuh drückt", um eine Grundlage für die weitere Stadtratsarbeit zu schaffen.

Wer sich weiter im Amtszimmer des neuen Bürgermeisters umsieht, dem fällt eine Kopie von August Mackes "Seiltänzer" auf, die ein Bischofsheimer Künstler gefertigt hat. In leuchtenden Farben zeigt das Gemälde einen Mann, der von vielen Neugierigen beobachtet, über den Dächern eines Ortes auf einem Seil balanciert. "Fällt er, oder fällt er nicht?", symbolisiert es für Seiffert ein Stück weit auch die Rolle eines Bürgermeisters und hat daher einen Platz in seinem Büro gefunden.


Seiltänzer

Ein Balanceakt für einen Bürgermeister sind natürlich die großen Projekte einer Stadt. Und hier musste sich Seiffert in den ersten Tagen seiner Amtszeit schon mit zahlreichen Vorhaben beschäftigen. Die meiste Zeit beansprucht aktuell die Planung für die neue Kinderkrippe, die an der Rhönstraße gebaut werden soll. Nach dem Motto "Man muss sich immer sportliche Ziele setzen", hoffen Seiffert und der Stadtrat darauf, die neue Einrichtung schon zum Ende des kommenden Jahres eröffnen zu können.

Es gibt noch zahlreiche weitere Projekte, die ihn beschäftigen. Da ist zum Beispiel der Braveheart Battle, der am 11. März wieder in Bischofsheim starten soll und für den inzwischen die Streckenführung festgelegt wurde. Und da ist dann noch das Thema Stadthalle. Die bisherige Diskussion war nach Seifferts Ansicht zu sehr verengt. Sie müsse wesentlich verbreitert werden.


Das gerettete Kreuz

Und schließlich findet sich im Bürgermeisterbüro auch ein Kreuz. Das christliche Zeichen der Hoffnung hat der neue Bürgermeister vor Beginn der Sanierungsarbeiten aus der Braunsmühle gerettet und hier angebracht. Es lässt sich als Symbol für seinen Wunsch interpretieren, Bischofsheim in eine gute Zukunft zu führen. Für diesen Weg ist für ihn neben der himmlischen Unterstützung auch eine irdische Eigenschaft unverzichtbar: "Es ist wichtig für die Zukunft, dass man zusammensteht." Marion Eckert/Thomas Pfeuffer

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