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Sterbfritz
Demonstration

Sterbfritzer demonstrieren gegen Windräder

"Lasst euch eure Heimat nicht zerstören", diesen Appell richtete der Sprecher der IG Sinntal, Willi Merx, bei der Kundgebung in Sterbfritz an die Bürger. Währenddessen rollen Schwertransporter mit Windrädern zur Breiten First.
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Aufmerksam hören die Bürger den Sprecher der IG Sinntal, Willi Merx (Mitte), bei seinen Ausführungen zu. Foto: Christiane Hartung
Aufmerksam hören die Bürger den Sprecher der IG Sinntal, Willi Merx (Mitte), bei seinen Ausführungen zu. Foto: Christiane Hartung
Fackeln erleuchten den Platz. Etwa 50 Menschen sind gekommen, um gegen den Bau der Windkraftanlagen auf der Breiten First zu demonstrieren. Denn obwohl ein vorläufiges Inbetriebnahmeverbot vom Verwaltungsgericht Kassel ausgesprochen wurde, baut SynEnergie weiter.

"Stoppt den Windwahn", "Das geht uns alle an" und "Ramholz retten!! Kulturlandschaft, ja - Industrielandschaft, nein" ist auf den Transparenten zu lesen. Fackeln werden entzündet, verteilt und weitergereicht. Gerade ist die Gemeindevertretersitzung zu Ende gegangen. Etwa 50 Menschen sind vor der Mehrzweckhalle in Sterb-fritz zusammengekommen. Die Bürger wollen mit der Demonstration darauf hinweisen, dass der Bau der Windkraftanlagen auf der Breiten First gegen ihren Willen und ohne ihre Zustimmung voranschreitet.

"Das, was derzeit dort oben geschieht, ist erst der Anfang von dem, was uns noch erwartet", sagt Willi Merx, Sprecher der "Interessengemeinschaft Windkraft in Sinntal - so nicht" (IG Sinntal). "Es übertrifft alle unsere Vorstellungen." Damit spricht er die Befürchtung von vielen Demonstranten laut aus. Er ist sich sicher, ausgerechnet mit dem Bau der umstrittensten Anlagen sei bewusst begonnen worden. "Obwohl es ein vorläufiges Inbetriebnahmeverbot gibt, schreckt man nicht davor zurück, weiter zu bauen. Auch der zweite Turm reckt sich bereits in die Höhe", erklärt der Sprecher der IG Sinntal. Dass nicht einmal die Naturschutzbelange beachtet worden seien, prangert er ebenfalls an. Seinen Dank richtet er im Namen der Bürger an die Gemeinde. Diese habe alle Bedenken der Bürger uneingeschränkt weitergegeben. Bereits seit zwei Jahren kämpft die IG Sinntal gegen den "Wild-Bau von Windkraftanlagen".

Selbst das Heft in der Hand

Während der Gemeindevertretersitzung kurz zuvor gab es einen Sachstandbericht zum "Teilflächennutzungsplan zur Windenergiesteuerung". Damit waren die Ingenieurbüros Geisler und Thannberger-Wittenberg aus Marburg beauftragt. "Wir wollen das Heft in der Hand haben und selbst steuern, wo die Windkraftanlagen gebaut werden dürfen", erklärte Bürgermeister Carsten Ullrich (SPD) vor den Mandatsträgern.

Sogar aus Breitenbach ist ein Ehepaar für die Demonstration und die Kundgebung nach Sterbfritz gefahren. Sie wollen die Proteste der Sinntaler unterstützen. Ihrer Meinung nach sei zu lange geschwiegen worden. Mit der Demonstration werde dem Bürgerwillen Raum gegeben, sagt Merx. "Bürger seid wachsam. Lasst euch eure Heimat nicht zerstören", gibt er den Anwesenden mit auf den Weg. Und: "Wir brauchen den Protest, um zu zeigen, dass wir hinter der Gemeinde stehen, dass wir für sie eintreten."

"Es ist verwerflich, dass so gegen uns vorgegangen wird", prangert der IG-Sinntal-Sprecher das Übergehen der zahlreichen Einwände an. Dennoch, gänzlich gegen erneuerbare Energien seien die Sterbfritzer nicht. "Wir wären glücklich, wenn eine Energiewende durch Windenergie möglich wäre", führt Merx aus.

Ständig wird gebaut

Unermüdlich werde gebaut, unermüdlich würden nachts die Schwertransporte über Sinntals Straßen rollen. Und wie aufs Stichwort werden die ersten Bauteile für den Abend an die Baustelle transportiert.
Christiane Hartung

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