Bad Kissingen
Kunst

Spiel mit dem Schläger zur Kunst erhoben

Hilla Schütze freut sich über eine Hagoita samt tausend Dollar zur nächsten Ausstellung mit japanischem Spielzeug.
Artikel drucken Artikel einbetten
Kunstvoll gearbeitet ist die Hagoita, ein japanische Federballschläger aus Holz. Foto: Ursula Lippold
Kunstvoll gearbeitet ist die Hagoita, ein japanische Federballschläger aus Holz. Foto: Ursula Lippold
+1 Bild
Bei der nächsten Wechselausstellung in der Spielzeugwelt wird Hilla Schütze etwas Besonderes präsentieren: eine Hagoita. Das ist ein japanischer Schläger aus Holz, mit dem Hanetsuki gespielt wird, ein dem Federball ähnliches Spiel.

Ursprünglich wurde dieses Spiel von Mädchen zum japanischen Neujahrsfest gespielt. Daraus entwickelte sich der Brauch, dass den Familien, die ein Mädchen bekommen haben, eine solche Hagoita geschenkt wurde. Inzwischen ist sie jedoch mehr ein Kunstwerk als ein Gebrauchsgegenstand.

Ein solches Kunstwerk hat Hilla Schütze kürzlich aus Japan geschickt bekommen, dazu einen Scheck über 1000 Dollar für die nächste Ausstellung mit japanischem Spielzeug vom 17.Mai bis 19.November in der Oberen Saline. Auf diesem Federballschläger ist kunstvoll ein japanischer Frauenkopf aus verschiedenen Seiden, Goldpapier, Metallteilchen, Perlen und Blüten drapiert. Er stammt aus der Familie ihres japanischen Brieffreundes, mit dem Hilla Schütze seit über sechs Jahrzehnten verbunden ist.


Beginn einer Freundschaft

Als Dreizehnjährige bekam sie im Institut der Englischen Fräulein wie jede andere Schülerin die Adresse eines Gleichaltrigen aus Japan, um auf diese Weise die englischen Sprachkenntnisse zu verbessern. Als der erste Brief aus Japan kam, "war ich hoch begeistert", erzählt Schütze. Das war 1952. Dem Brief lag ein Foto bei vom Haus der Familie. Dass sich daraus eine Freundschaft entwickelt, die 65 Jahre halten würde, das habe sie sich nicht träumen lassen.

Zweimal besuchte Hilla Schütze ihren Brieffreund in Japan, das letzte Mal vor fünf Jahren. Das Flugticket erhielt sie zusammen mit einem Preis für ihre Verdienste um die Freundschaft mit Japan, überreicht in der japanischen Botschaft in Berlin.

Hanetsuki werde auch heute noch gespielt, erzählt Schütze. Und neben der großen rituellen Hagoita stellt die Sammlerin zwei kleine Schläger mit Federbällen aus, die heute noch im Gebrauch sind. Die Federbälle bestehen aus echten Federn, die unten in einem Kern zusammengeführt werden, damit sie richtig fliegen. Dass es funktioniert, demonstrierte Hilla Schütze sogleich anschaulich im Museum mit einem Mädchen, das die abwechslungsreiche Ausstellung der Barbiepuppen genoss.

Dass diese Hagoita jetzt im Kissinger Museum gelandet ist, ist dem Wohnungswechsel der Schwägerin ihres japanischen Brieffreundes zu verdanken. Fast hätte er es soar persönlich mitbringen können, denn er und seine Frau besuchten Bad Kissingen im vergangenen Sommer, erzählt Schütze erfreut. "Bad Kissingen zuliebe verzichteten sie auf Rothenburg und Schloss Neuschwanstein", berichtet sie von den Schwerpunkten ihres Deutschlandaufenthaltes. Ursula Lippold

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren