Bad Kissingen
Banken

Sparkasse hält an Filialen fest

Das Bad Kissinger Kreditinstitut folgt nicht dem Beispiel anderer Häuser in der Region und will zunächst höchstens Öffnungszeiten anpassen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Symbolfoto: Julian Stratenschulte/ dpa
Symbolfoto: Julian Stratenschulte/ dpa
Die Sparkasse Bad Kissingen hält an ihren Geschäftsstellen fest. Sein Haus, sagte Vorstandsvorsitzender Roland Friedrich auf Anfrage, liege zwar "auch nicht auf der einsamen Insel". Dennoch denke das Unternehmen nicht über Schließungen nach. Die Nähe zum Kunden, die sich darin ausdrückt, sei ja ein wesentlicher Unterschied zu Großbanken.
Das Alleinstellungsmerkmal, in der Fläche vertreten zu sein, will die Sparkasse behaupten, so lange es die Kunden wollen.
Dem aktuellen Trend in der Branche folgt die Sparkasse Bad Kissingen mit ihren zurzeit 16 Geschäftsstellen nicht. In den vergangenen Wochen und Monaten haben einige Sparkassen, auch in der Region, angekündigt, ihr Filialnetz gröber zu knüpfen. Auch die VR-Bank Bad Kissingen-Bad Brückenau erklärte im vergangenen Juli, in zwei Schritten eine große Zahl von Geschäftsstellen zu schließen. Statt bis dahin 31 Filialen werde die Genossenschaftsbank danach nur noch 13 Geschäftsstellen mit Personal und zusätzlich vier SB-Geschäftsstellen mit Technik zur Selbstbedienung haben, teilte das Unternehmen damals mit.
Die Sparkasse für den Bäder-kreis beschreitet einen anderen Weg. Die aktuelle Niedrigzinsphase und das geänderte Kundenverhalten stellen das Unternehmen nach den Worten von Roland Friedrich "zwar auch vor Herausforderungen". Die Sparkasse wolle aber nicht "aus operativer Hektik heraus agieren".
Stattdessen beobachtet und analysiert das Unternehmen das Kundenverhalten und seine Entwicklung. Dabei geht es nicht nur um die Kundenfrequenz in den Geschäftsstellen, sondern auch um die Nutzung der parallel bereits bestehenden Angebote von Service per Telefon und per Internet.
Die Erkenntnisse aus der Analyse will die Sparkasse verwenden, um Öffnungszeiten dem Kundenverhalten anzupassen. Dieses Kundenverhalten, so Friedrich, habe sich allerdings in den vergangenen Jahren bereits erheblich verändert.
Auch Umstellungen auf Automatengeschäftsstellen sind aktuell nicht geplant, erklärte Friedrich. Der Sparkasse gehe es darum, Beratungsleistung zu bieten. Genau genommen sei Beratung angesichts historisch niedriger Zinsen sogar "noch stärker gefordert" als sonst. Friedrich ist sich übrigens durchaus bewusst darüber, welche Bedeutung die Entscheidung, ob eine Bank in der Fläche bleibt oder nicht, für das Leben vor Ort haben kann. Eine Bestätigung dafür findet sich in den Ergebnissen der Seniorenbefragung im Auftrag des Landkreises.
Diese Befragung ergab eine ziemlich ausgeprägte Zufriedenheit mit dem Dienstleistungsangebot der Banken und Sparkassen im Landkreis. 21,4 Prozent der Befragten vergaben die Note Sehr gut für die Versorgungssituation mit Banken und Sparkassen. 42,9 Prozent hielten die Note Gut für angemessen. Besser beurteilt wurde in Sachen Nahversorgungsstrukturen im Landkreis nur die Apotheken. Die Einkaufsmöglichkeiten schnitten schlechter ab. Siegfried Farkas

Kommentare (1)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren