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Lager Hammelburg
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So arbeitet die Biogasanlage

17 Gesellschafter bieten beim Tag der offenen Tür am Sonntag, 7. Mai, Einblicke in die Biogasanlage im Lager Hammelburg.
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32 Tonnen Mais am Tag verschlingt die Biogasanlage im Lager Hammelburg. Beim Tag der offenen Tür am Sonntag, 7. Mai, informiert Daniel Lambrecht über den erfolgreichen Betrieb der Anlage. Foto: Wolfgang Dünnebier
32 Tonnen Mais am Tag verschlingt die Biogasanlage im Lager Hammelburg. Beim Tag der offenen Tür am Sonntag, 7. Mai, informiert Daniel Lambrecht über den erfolgreichen Betrieb der Anlage. Foto: Wolfgang Dünnebier
Seit zehn Jahren versorgt die Biogasanlage im Lager Hammelburg den Bundeswehrstandort mit Biogas zur Strom- und Wärmeversorgung. Die Fütterung mit Maissilage sichert den 17 Gesellschaftern aus der Region ein zusätzliches Standbein. Der gut eingespielte Betrieb wird mit einem Tag der offenen Tür gefeiert. Das breite Interesse ist gewiss.
Die Gesellschafter stammen aus einem Einzugbereich vom Bachgrund (Main-Spessart) im Süden bis nach Völkersleier im Norden und Eußenheim im Westen. "Viele wollen wissen, was wir hier machen", erzählt Betriebsleiter Daniel Lambrecht. Der Obersfelder im Leitstand der Anlage ist um anschauliche Erläuterungen nicht verlegen. Auch bei schlappen acht Grad Celsius draußen herrschen im Raum zwischen den beiden Reaktoren angenehme 27 Grad Abwärme aus der Produktion. Ein Computermonitor informiert über alle laufenden Prozesse.


Wie im Magen einer Kuh

Täglich ist Lambrecht oder einer seiner beiden Kollegen, Thomas Roth (Eußenheim) oder Markus Fella (Hammelburg), zwei bis drei Stunden hier oben, um die Anlage mit dem Radlader zu befüttern. 32 Tonnen Maissilage füllt der jeweils zuständige Mann in den Fütterungscontainer.
"Das Ganze funktioniert wie der Magen einer Kuh", schmunzelt Lambrecht. Bakterien halten den Gärprozess am Laufen. Das entstehende Methangas wird zum nahen Blockheizkraftwerk des Bayernwerkes geleitet. Es wandelt die Energie in Strom und Wärme um. Unter anderem wird damit das Warmwasser für die Soldaten bereitet.
Um den Erfolg der nachhaltigen Produktion zu bewerten, kommt man um ein paar Zahlen nicht herum. Die Anlage mit 716 Kilowatt elektrischer Leistung liefert täglich 8800 Kubikmeter Gas. Seit 2007 sind mit ihr knapp 58 Gigawatt Strom aus knapp 30 Millionen Kubikmetern Gas gewonnen worden.
Die Gesellschafter haben gleich einen mehrfachen Nutzen. Das nach der Vergärung verbleibende Endprodukt bringen sie wieder auf ihren Äckern aus. "Damit ist der Kreislauf geschlossen, keine Nährstoffe gehen verloren", so Lambrecht.
Schwankende Ernten werden durch die Bevorratung von Mais ausgeglichen. Aktuell liegen 12 000 Tonnen Mais auf Lager. Die würden bis kommenden April reichen. Allerdings gibt es im Herbst Nachschub.
Von einer Vermaisung der Landschaft könne keine Rede sein, stellt Lambrecht klar. Von den rund 4000 Hektar Gesamtfläche der beteiligten Landwirte werden maximal pro Jahr 400 Hektar (im Durchschnitt 300) für den Anbau des Maises verwendet. Dies beschert ein verlässliches Zubrot, zumal noch zehn Jahre der Biogasverkauf durch das Energieeinspeisegesetz gesichert ist. Der jährlich erwirtschaftete Gewinn beläuft sich auf 100 000 bis 150 000 Euro.
Damit wird auch der unternehmerische Mut belohnt. Vor zehn Jahren konnte noch niemand wissen, wie der Betrieb der Anlage läuft. Als ein Erfolgsrezept nennt Lambrecht, dass drei Gesellschafter die Anlage fahren. Sie wechseln sich im 24-stündigen Bereitschaftsdienst ab und sind bei Störungen rasch zur Stelle. Modernisierungen gegenüber zeigen sie sich aufgeschlossen.
So kann bei Störungen auf Abnehmerseite das Methangas mittlerweile für acht Stunden gespeichert werden, um es nicht in die Umwelt zu entlassen. Halb so schnell wie vorher kann die Anlage mit dem Radlader befüllt werden, der vor drei Jahren angeschafft wurde. Vorher improvisierten die Landwirte mühsam mit einem Traktor samt Frontlader.


Keine Explosionsgefahr

Eine Sorge zerstreut Lambrecht: "An der Anlage besteht im Normalbetrieb keine Explosionsgefahr", sagt er. In den beiden Fermentern befinden sich fast ausschließlich Gas und Kohlendioxid. Mangels Sauerstoff seien keine unliebsamen Überraschungen zu befürchten.
Der fröhlichen Geselligkeit an der Anlage am Sonntag, 7. Mai, steht also nichts im Wege. Ab 10 Uhr gibt es Weißwurst, um 11 Uhr spricht der frühere Bundestagsabgeordnete und Vater des Einspeisegesetzes für erneuerbare Energien Hans-Josef Fell. Nach Gegrilltem gibt es Kaffee und Kuchen sowie Kinderunterhaltung und eine Ausstellung landwirtschaftlicher Geräte. Wolfgang Dünnebier
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