Saal an der Saale
Innovativ

Saaler nur noch elektrisch unterwegs

Dirk van Velsen berichtet über seine Erfahrungen mit dem Elektro-Auto. Für den Ausflug und die Fahrt zur Arbeit reicht der Stromer allemal.
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Dirk van Velsen ist stolz auf sein E-Auto und möchte seine Mitbürger durch Weitergabe seiner Erfahrungen dazu motivieren, die Kaufprämien zu nutzen und auch elektrisch unterwegs zu sein. Foto: Regina Vossenkaul
Dirk van Velsen ist stolz auf sein E-Auto und möchte seine Mitbürger durch Weitergabe seiner Erfahrungen dazu motivieren, die Kaufprämien zu nutzen und auch elektrisch unterwegs zu sein. Foto: Regina Vossenkaul
"Es macht richtig Spaß elektrisch unterwegs zu sein", sagt Dirk van Velsen. Er ist Schatzmeister bei der Energie-Initiative Rhön und Grabfeld e.V. und wollte nicht warten, bis die Bundesregierung sich vielleicht doch entschließt, den Kauf von Elektro-Autos zu unterstützen.

Wie mehrere der Vorstandsmitglieder will er mit gutem Beispiel vorangehen und Interessenten von seinen Erfahrungen profitieren lassen, besonders jetzt, wenn es Kaufprämien gibt.

Konsequent und nachhaltig sein, das ist van Velsen wichtig. Als im Jahre 2000 das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) kam, montierte er sich 2001 die erste Photovoltaikanlage aufs Dach. "Das war eine kleine Sensation - die Besucherzahlen in unserer Straße nahmen plötzlich enorm zu." Alle umliegenden Nachbarn hätten erst einmal geschaut, was da auf seinem Dach sei. "Die Anlage mit 4,5 kWp war erst die dritte meines Installateurs und die erste in unserem Dorf, was zeigt, wie sehr alle Beteiligten damals Neuland betreten haben."


Viele Energiesparmöglichkeiten

Energiesparen wird großgeschrieben in der Familie. Durch Austausch der Heizungspumpen, die wahre Stromfresser sind, Austausch von alten Elektrogeräten wie Kühlschrank, Gefrierschrank und Waschmaschine (die hat jetzt Warm- und Kaltwasseranschluss) sowie den Kauf eines Energie sparenden PC konnte der Verbrauch innerhalb von drei Jahren von 3700 kWh auf rund 2400 kWh gesenkt werden - durch den Umstieg auf LED-Beleuchtung noch einmal auf 1844 kWh.


Mehr als 7000 Kilometer

Nun war die Mobilität an der Reihe, eine der wichtigen Säulen beim Einsparen des klimaschädlichen CO2 und gegen die Erderwärmung. Ende April 2015 war die Familie van Velsen stolzer Besitzer eines Renault "ZOE", der zunächst nur zu Hause mit Hilfe der Photovoltaikanlage, bei der der Eigenverbrauch an erster Stelle steht, aufgetankt wurde. Seitdem ist Dirk van Velsen mit dem E-Auto mehr als 7000 Kilometer gefahren. "Bei den Kindern war er gleich der Renner, weil er so leise ist", berichtet der Saaler. Er fährt damit zur Arbeit und unternimmt auch andere Touren. Seine Erfahrungen: "Für Familienausflüge bis 60 Kilometer Entfernung ist er sehr gut geeignet, nur bei größeren Entfernungen muss man Tankstopps einplanen."

Im Sommer reicht eine "Füllung" für rund 150 Kilometer, bei Kälte sind es nur 100 Kilometer. Inzwischen tankt van Velsen gern an einer der acht kostenfreien Steckdosen in Bad Neustadt, da er dort arbeitet. "Der Verbrauch im Sommer lag im Schnitt bei sparsamer Fahrweise mit rund 14,5 kW pro 100 Kilometer sehr gut. Bei kühler Witterung sind es etwa 19,0 kW." Wie er ausprobiert hat, reicht der Kofferraum aus, um mit der vierköpfigen Familie ins Schwimmbad zu fahren oder auf Tour zu gehen. Das E-Auto lässt alle anderen an der Ampel stehen und die Innenausstattung, inklusive Entertainment-System, findet die Familie sehr gemütlich.


Entwicklung geht voran

Durch die Anschaffung einer Speicherbatterie ist van Velsen jetzt fast unabhängig und kann den Strombedarf größtenteils aus eigener Produktion decken, sollten die E-Tankstellen in Bad Neustadt kostenpflichtig werden. Jetzt hofft er, dass durch die Förderung der E-Autos noch viel mehr Menschen den Umstieg wagen. Erfahrungsgemäß fahren sowieso die meisten Autobesitzer Kurzstrecken: zur Arbeit, zum Einkaufen, zur Freizeitgestaltung. "Die Entwicklung bleibt nicht stehen - bestimmt gibt es bald effizientere Batteriesysteme, dann kann auch niemand mehr die Reichweite kritisieren", davon ist er überzeugt.
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