Bischofsheim an der Rhön
Winter

Rhöner Kanonen lassen es schneien

Die Vorbereitungen zur Skisaison ist an den Liften weitgehend abgeschlossen. Nun hoffen die Betreiber nach dem mageren letzten Jahr auf eine richtig schneereiche kalte Jahreszeit.
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Die Vorbereitungen laufen: Die Rhöner Liftbetreiber bereiten sich derzeit auf den Start der neuen Wintersaison vor. In der hessischen Rhön laufen die Schneekanonen schon, am Arnsberg, wo das Archivfoto entstand, allerdings noch nicht. Alle hoffen nach dem ungünstigen Winter 2013/14 heuer auf mehr Schnee. Foto: Michael Nöth
Die Vorbereitungen laufen: Die Rhöner Liftbetreiber bereiten sich derzeit auf den Start der neuen Wintersaison vor. In der hessischen Rhön laufen die Schneekanonen schon, am Arnsberg, wo das Archivfoto entstand, allerdings noch nicht. Alle hoffen nach dem ungünstigen Winter 2013/14 heuer auf mehr Schnee. Foto: Michael Nöth
Es ist kalt geworden in den vergangenen Tagen, der Winter steht vor der Türe. Glaubt man dem Wetterbericht, soll es am Wochenende in höheren Lagen der Rhön schneien. Da werden die Wintersportler langsam ungeduldig. Wenn sie in den heimischen Gefilden nicht zum Zuge kommen, liegt es am Wetter und nicht an den Liftbetreibern. Denn die sind vorbereitet und warten nur noch auf Schnee für den Start in die neue Rhöner Skisaison.
So sind am Montagabend auf der Wasserkuppe
die Schneekanonen angelaufen. "Sobald die Temperaturen länger bei etwa drei Grad Minus liegen, schmeißen wir die Produktion an", berichtet der Betriebsleiter der Ski- und Rodelarena, Martin Kirchner. Am Donnerstagmorgen mussten sie aber vorübergehend ausgestellt werden, da es zu warm wurde. Je kälter, desto mehr Schnee produzieren die Beschneiungsanlagen.

Bei dem vorherrschenden mäßigen Frost würde es 14 Tage dauern, bis die Lifte laufen könnten, schätzt der Betriebsleiter. Ziel der Aktion, so Kirchner, ist es, einen guten Untergrund zu schaffen, der möglichst die gesamte Saison hält. Allerdings hat Kirchner in der Vergangenheit auch schon erlebt, dass ein Wärmeeinbruch mit Wind und Regen alle Vorarbeiten wieder zunichte macht.

Letztes Jahr nur 33 Skitage

Im vergangenen Winter waren es nur 33 Skitage, an denen die Lifte auf der Wasserkuppe liefen. Damit habe man die Kosten gerade so gedeckt, so der Betriebsleiter. Eine Wetterprognose für diese Saison will er nicht machen. In seinen 26 Jahren auf der Wasserkuppe habe er von drei bis 108 Skitagen in der Saison schon alles erlebt. Als Neuerung verweist er auf die Märchenwiesenhütte, die umgebaut, im Oktober neu eröffnet wurde und schon besucht werden kann.

Dort ist künftig ein erweitertes Angebot zum Beispiel mit Après-Ski-Partys geplant.Wie auf der Wasserkuppe werden auch auf dem Zuckerfeld derzeit die letzten Vorbereitungen getroffen. Auch bei Obernhausen sind Absperrungen und Zäune aufgebaut. Auch hier haben die Schneekanonen schon gearbeitet und mussten wieder abgestellt werden. "Eine Nacht hat noch gefehlt", bedauert Mitinhaber Harald Jörges. Dann wären seine Lagerstätten gefüllt. Wäre noch Neuschnee dazukommen, hätte die Anlage auf "der Sonnenseite der Wasserkuppe" den Betrieb aufnehmen können.

Zuversichtlich

Aber in der Nacht zum Donnerstag haben ihm die Schneekanonen aufs Handy gemeldet, dass es zu warm ist. Er musste sie abschalten. Jörges bleibt jedoch zuversichtlich. Er informiert sich regelmäßig über Internetwetterberichte. Und deren längerfristige Prognosen "Richtung Weihnachten" seien relativ günstig. Das wäre wirtschaftlich auch nötig. Am Zuckerfeld liefen die Lifte in der letzten Saison nur an zehn Tagen. Auf Schnee hofft auch Kunigunde Lindner von den Feuerbergliften.

Lifte sind bereit

Die Sessel und Bügel seien angebracht, die Webcam auf der Bergstation arbeite wieder und wenn in der kommenden Woche der TÜV die Anlage abgenommen hat, könne die Saison starten. Lindner ist guter Dinge, dass die besser wird, als die vergangene. Da war die Anlage nur drei Tage in Betrieb. "Wir haben Schnee für Weihnachten und Neujahr bestellt und sind zuversichtlich, dass er pünktlich geliefert wird."

Darauf, dass um Weihnachten, Neujahr und in den heuer frühen Faschingsferien Schnee liegt, hofft auch Ingeburg Schrenk von den Arnsbergliftgen. Die beiden Lifte, die in der vergangenen Saison zusammen nur an fünf Tagen gelaufen seien, sind bereit. Ähnliches berichtet auch Erika Schleicher vom Ilmenberglift. Der Lift an der Thüringer Hütte sei im vergangenen Jahr ein Minusgeschäft gewesen. Die Anlage Lift sei nur an vier Tagen in Betrieb gewesen. Am Wochenende würden die Bügel montiert, dann hoffe man auf einen schneereichen Winter.

Breitere Loipen

Einer der Liftbetreiber fehlt in dieser Auflistung noch. Thomas Fuß von den Kreuzbergliften war am Donnerstag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Natürlich wartet auch Wolfgang Kemmerzell vom Loipenzentrum Rotes Moor auf Schnee. Mit den breiteren Loipen habe sich die Situation insgesamt weiter verbessert. Kemmerzell weist auch darauf hin, dass die provisorische Bewirtungshütte, die während des Ausbaus des Hauses am Roten Moor entstanden ist, wieder in Betrieb ist.
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