Gemünden am Main
Kultur

Probenbeginn für Erlebnistheater

Die Scherenburgfestspiele starten am 5. Juli: Zu sehen sind in dieser Saison "Don Camillo", "Kohlhiesels Töchter" und "Ronja Räubertochter".
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Intendant Peter Cahn gab den Startschuss zum Probenbeginn auf der Gemündener Scherenburg. Dabei sah das Ensemble ausnahmsweise einmal vom Zuschauerraum zur Bühne und nicht umgekehrt. Die Festspiele beginnen am Mittwoch, 5. Juli, mit "Don Camillo und seine Herde". Fotos: Michael Fillies
Intendant Peter Cahn gab den Startschuss zum Probenbeginn auf der Gemündener Scherenburg. Dabei sah das Ensemble ausnahmsweise einmal vom Zuschauerraum zur Bühne und nicht umgekehrt. Die Festspiele beginnen am Mittwoch, 5. Juli, mit "Don Camillo und seine Herde". Fotos: Michael Fillies
Umarmungen, Küsschen auf die Wangen - endlich ist die "Festspielfamilie" wieder beisammen. Peter Cahn, der Intendant, hatte zum Probenbeginn für die Scherenburgfestspiele 2017 gerufen. Es kamen auch Ensemblemitglieder, die heuer keine Rolle haben in den drei Stücken ab dem Mittwoch, 5. Juli. Gut drei Wochen sind es bis zur Premiere, schon sind die Kulissen von Christian Baumgärtel weitgehend fertig. Die vorgegebenen drei Ebenen im Burghof sind mit einer breiten Freitreppe verbunden, zwei Holzkonstruktionen stellen Zimmer und Balkone oder Dachterrassen zur Verfügung. Man kann ahnen, wie sich "Don Camillo und seine Herde", "Kohlhiesels Töchter" und "Ronja Räubertochter" mit ihren Graugnomen hier einleben werden. Allen drei Stücken muss das Bühnenbild gerecht werden. Der künstlerische Leiter Peter Cahn lobt, "was Christian schon gemacht hat, was schon alles fertig ist". Die Begrüßung der Laien- und Profischauspieler und der Helfer hinter den Kulissen übernimmt in Vertretung des Festspielvaters Hans Michelbach die stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins "Freunde der Scherenburgfestspiele", Manuela Rubenbauer. Man wird ohne die langjährige Requisiteurin Sabine Scholz auskommen müssen, die im September vorigen Jahres starb. Ihr gilt eine Gedenkminute im Freilichttheater. "Sie wäre schon seit zwei Monaten am Richten", sagt Rubenbauer.


Üben für Prügelszenen

Sympathisch-humorvoll wie immer übernimmt Peter Cahn die Einführung. Die Rollen sind verteilt, die Texte einstudiert, im Januar gab es Theater-Workshops, denn schließlich sollen im "Don Camillo" Prügelszenen zu sehen und die Veilchen-Augen nicht echt sein. Die Schauspieler sprechen sich zum Teil mit ihren Rollennamen an oder lassen Anspielungen auf die Stücke fallen.
Cahn informiert, dass bereits 2500 Eintrittskarten verkauft sind, so viele wie noch nie zu diesem Zeitpunkt. Vor allem "Ronja Räubertochter" zieht - da musste schon im Februar eine Zusatzvorstellung eingeschoben werden. Die überdachte Tribüne fasst 585 Zuschauer. Mehr Vorstellungen denn je wird es heuer geben, die Erwartungen sind hoch, die Stimmung ist gut.
Die Proben beginnen an diesem Freitag auf der Burg, die Besetzungen der drei Stücke wechseln sich ab. Einen Wettbewerb möchte Peter Cahn, der im Hauptberuf Intendant des Landestheaters Dinkelsbühl ist, nicht erleben: "Es gibt keine A-, B-, C-Produktion - alle drei sind gleich wichtig", sagt der 57-Jährige und bietet an, "für alle Fragen" da zu sein. Er werde ab sofort "zu 90 Prozent" tagsüber in Gemünden sein.
Dann wirbt er für die Stücke: "Ronja Räubertochter" - die zeitlose Geschichte von Astrid Lindgren ist eine Art Romeo und Julia für Kinder, eine zu Herzen gehende Geschichte über das Erwachsenwerden, über Freundschaft und Vertrauen, über den Sieg des Guten und über die erste große Liebe. Es wird die erste Regiearbeit von Julia Kiefer sein, die 2015 und 2016 als Assistentin und als Schauspielerin dabei war. Die Hauptrollen übernehmen Profis: Negar Nasseri (Ronja) und Malte Müller (Birk), der im vergangenen in "Charleys Tante" mitspielte.
"Kohlhiesels Töchter" biete einen klassischen Stoff, den Shakespeare schon verarbeitet habe: zwei Schwestern, "die eine so schön, die andere, ähem, auch". Was Lieselotte Pulver in der Filmkomödie mit Tricks leistete, eine Doppelrolle, das geht auf einer Theaterbühne kaum - Katja Kleinfeller und Julia Kiefer spielen die ungleichen Schwestern. Die Regie führt Marco Wohlwend, der 2015 "Ladykillers" auf der Scherenburg inszenierte.


Musik, Pizza und Rotwein

"Don Camillo und seine Herde", so Peter Cahn, "soll uns nach Italien führen, nach Verona am besten". Vor den Vorstellungen soll die passende Musik zu hören sein, soll es nach Pizza riechen und sollen Körbchen mit Rotwein zu bekommen sein. Erlebnistheater zu bieten, wünscht sich Cahn: "Volkstheater, aber schon mit Anspruch." Die befreundeten Kontrahenten sind burgerprobt: Andreas van den Berg (Don Camillo) und Carsten Ceming (Peppone).
Spielplan und Kartenvorverkauf: Festspielbüro in Gemünden, Tel.: 09351/5424, E-Mail mail@scherenburgfestspiele.de, im Internet www.scherenburgfestspiele.de. Michael Fillies
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