Bad Kissingen

Kurzfristige Trennung von Weller

Die Unruhe rund um das medizinische Führungspersonal am Helios St. Elisabeth- Krankenhaus hält auch 2017 an.
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Erneut Unruhe am Helios St. Elisabeth Krankenhaus: Ende Februar kam es kurzfristig zur Trennung zwischen dem Unternehmen und Ärztlichem Direktor Lutz Weller. Foto: Siegfried Farkas
Erneut Unruhe am Helios St. Elisabeth Krankenhaus: Ende Februar kam es kurzfristig zur Trennung zwischen dem Unternehmen und Ärztlichem Direktor Lutz Weller. Foto: Siegfried Farkas
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Als das Helios St. Elisabeth-Krankenhaus im März berichtete, dass seine beiden Kliniken in Bad Kissingen und Hammelburg einen neuen Ärztlichen Direktor haben, stellte das nicht alle Beobachter zufrieden. Die Mitteilung der Helios Kliniken beantwortete zwar, welchen Weg Pavol Klobusicky, der Neue im Amt, beruflich genommen hat und wo er die Schwerpunkte seiner zukünftigen Arbeit sieht.
Sie warf aber auch eine entscheidende Frage auf: Was ist mit Lutz Weller? Er war seit Mai 2011 Ärztlicher Direktor gewesen. Helios hatte ihn in der Nachricht nicht mit einer einzigen Silbe erwähnt.


Erst auf Nachfrage

Erst auf Nachfrage wurde klar: Weller arbeitet nicht mehr für die Helios St. Elisabeth Kliniken. Warum das so ist, dazu wollen sich weder die Klink noch Weller äußern. Der Leiter der Unternehmenskommunikation vor Ort bestätigte lediglich auf Anfrage Gerüchte, "dass es zu einer kurzfristigen Trennung zwischen Herrn Dr. Weller und der Helios St. Elisabeth-Krankenhaus Bad Kissingen GmbH kam".
Einen Hinweis auf die ungewöhnliche Kurzfristigkeit der Trennung liefert darüber hinaus die Antwort des Unternehmens auf die Frage, wie lange Weller die Funktion des Ärztlichen Direktors innehatte. "Bis zum 27. Februar 2017", teilte der Leiter der Unternehmenskommunikation dazu mit. Unter normalen Umständen darf man bestimmt davon ausgehen, dass so ein Einschnitt nicht einen Tag vor Ablauf eines Monats erfolgt. Mehr war von beiden Seiten zu den Hintergründen nicht zu erfahren. Offenkundig gibt es eine juristische Auseinandersetzung um Wellers Freistellung. Jedenfalls verwies das Unternehmen zur Erklärung seiner Zurückhaltung mit Informationen über die wichtige Personalie auf "laufende Verfahren" hin.
Ansonsten beantwortete es nur noch die ganz allgemeine Frage, wer über die Freistellung eines Ärztlichen Direktors entscheide, mit dem Verweis auf den Klinikgeschäftsführer. Weller selbst war auf Anfrage überhaupt nicht bereit, in der Sache Stellung zu nehmen.


Bereits seit 2006 da

Lutz Weller war bereits seit 2006 an den beiden Häusern des Elisabeth-Krankenhauses tätig gewesen. Nachdem er zum 1. Mai 2011 das Amt des Ärztlichen Direktors übernommen hatte, war er leitender Arzt der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin am Standort Hammelburg und ärztlicher OP-Manager für beide Standorte gewesen. Zudem zeichnete ihn auch langjährige nebenberufliche Tätigkeit im Rettungsdienst des Landkreises Bad Kissingen aus.
Wellers Nachfolger Pavol Klobusicky kam nach Angaben des Unternehmens 2007 zunächst als Oberarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie in das damalige Krankenhaus Hammelburg. Kurz darauf wurde der heute 43-Jährige Chefarzt. Parallel dazu baute er im Eli die minimalinvasive Chirurgie auf. Im September 2013 trat er die Nachfolge von Prof. Elke Wagler im Bereich Onkochirurgie an. Am 1. Oktober 2014 übernahm Klobusicky die Leitung der Allgemein- und Viszeralchirurgie von Prof. Michael Kahle.
Die kurzfristige Trennung von Weller und der Helios St. Elisabeth-Krankenhaus Bad Kissingen GmbH ruft die innere Unruhe in Erinnerung, die das Eli vor allem im Jahr 2016 immer wieder beschäftigte. Wie berichtet, gab es unter anderem auf den Positionen der Chefärzte für Kardiologie, Geriatrie und Radiologie sowie bei der Pflegedienstleitung allerhand Veränderungen.


Große Unruhe 2016

Zum Teil blieben die Chefarztposten längere Zeit unbesetzt. Zurzeit sind laut Homepage der Kliniken Chefarztpositionen für Gynäkologie und Orthopädie sowie eine ganze Reihe weitere Arztstellen ausgeschrieben.
Das Helios St. Elisabeth-Krankenhaus Bad Kissingen verfügt nach eigenen Angaben mit seinen zehn Fach- und zwei Belegabteilungen zusammen mit der OrthoCliniC Hammelburg und ihrem Schwerpunkt Orthopädie zusammen über 275 Betten.
Jährlich versorgen dort laut Helios rund 550 Mitarbeiter etwa 14 000 Patienten. Siegfried Farkas
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