Aura an der Saale
Eis-Unfall

Kreis Bad Kissingen: Mann in Eis eingebrochen - Suche abgebrochen

Am Montagmittag soll ein Mann bei Aura an der Saale im Kreis Bad Kissingen ins Eis eingebrochen sein. Doch die Rettungskräfte haben niemanden gefunden.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Wasserwacht suchte an der Saale nach einem Mann, der ins Eis eingebrochen sein soll. Ein Großaufgebot an Rettungskräften war bei der Suche dabei. Foto: Peter Rauch
Die Wasserwacht suchte an der Saale nach einem Mann, der ins Eis eingebrochen sein soll. Ein Großaufgebot an Rettungskräften war bei der Suche dabei. Foto: Peter Rauch
+15 Bilder
Großeinsatz zwischen Euerdorf und Aura an der Saale: Um 12.20 Uhr ging bei der Integrierten Leitstelle in Schweinfurt die Meldung eines Mannes ein: Er habe gesehen, wie ein etwa 30-jähriger Mann in der Nähe der Karwinkelmühle durch das Eis der Saale gebrochen und verschwunden sei. Die ILS alarmierte sofort die Feuerwehren in Euerdorf, Aura und Westheim sowie die Wasserrettungszüge der DLRG und Wasserwacht. Kreisbrandinspektor Harald Albert stieß aus Bad Kissingen dazu.

Die Suche nach dem Mann gestaltete sich außerordentlich schwierig, denn die Saale ist bis zum Auraer Wasserwerk zugefroren, und durch das Eis kann man nichts sehen. Die Einsatzkräfte stellten zwar eine mögliche Einbruchstelle fest, aber dort zu verschwinden ist schwierig, weil der Fluss nur einen Meter tief ist. So ergaben sich drei Szenarien, die alle zu berücksichtigen waren: entweder eine Falschmeldung, oder der Mann ist eingebrochen und wieder herausgeklettert, oder er ist noch unter dem Eis. Für die 85 Einsatzkräfte einschließlich zweier Hubschraubern der Polizei und der Johanniter mit Wärmebildkameras eine höchst komplexe Aufgabe. Denn die Strömungsretter und Taucher mussten mit Äxten und Motorsägen Löcher in das etwa fünf Zentimeter dicke Eis schlagen - um dann auch nicht allzu viel zu sehen. Die Taucher, die ins Wasser stiegen, kamen nur schwer vorwärts, weil zwischen Flussgrund und Eisdecke nur wenig Platz war. Immerhin war es im Wasser wärmer als an der Luft. Nicht zuletzt deshalb hatten Mitarbeiter des Roten Kreuzes ein beheizbares Zelt aufgebaut, in dem sich die Rettungskräfte aufwärmen konnten.

Waren zunächst nur die Rettungsläufer mit ihren Laufboards und zwei Schlauchboote im Einsatz, kam später auch das Aluminiumboot aus Bad Kissingen zum Einsatz, das ein wenig die Funktion eines Eisberechers übernehmen konnte.

Aber alles half nichts: Der Mann blieb verschwunden. Bei der langsamen Fließgeschwindigkeit von 0,5 Metern pro Sekunde hätte er nicht weit weg sein können.
So entschlossen sich die Verantwortlichen gegen 15 Uhr, die Suche zurückzufahren und auf die Kontrolle des Rechens am Auraer Wasserwerk zu beschränken. Eine Vermisstenmeldung lag bis Redaktionsschluss bei der Polizei nicht vor.

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.