Hammelburg
Vorhaben

Investor wird nicht fertig

Jetzt springt die Stadt beim Spielplatz in der Berlin Area ein. Weitere Hilfen sind im Gespräch.
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Der städtische Bauhof hat den Spielplatz an der Berlin Area fertig gestellt. Foto: s: Wolfgang Dünnebier
Der städtische Bauhof hat den Spielplatz an der Berlin Area fertig gestellt. Foto: s: Wolfgang Dünnebier
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Sechs Jahre ist der erste Spatenstich im Baugebiet Berlin Area jetzt her. Beim Abschluss der mit einem Bauträger vereinbarten Privaterschließung ist noch kein Ende in Sicht. Offenbar sind dem Investor die Mittel ausgegangen.
Von Anfang an war das Projekt eine Hängepartie. Immer wieder gab es Verzögerungen. Und jetzt knirscht es im Detail. So lag der Spielplatz auf dem Gelände über den Winter unvollendet brach.
Die Geräte waren durch den Bauträger montiert, es fehlte aber Füllmaterial in den Sturzräumen darunter.


"Gefahr im Verzug"

Diesen unvollendeten Zustand wollte man sich aus dem Rathaus nicht länger anschauen. "Es war Gefahr im Verzug", sagt Stadtbaumeister Detlef Mohr. Die Verletzungsgefahr für Kinder sei groß gewesen.
Deswegen schritt der Bauhof zur Tat. Nachdem er das Gelände als Sofortmaßnahme zunächst provisorisch mit Bauzäunen abgesperrt hatte, glich er das Gelände fachgerecht an, pflasterte den Weg und errichtete Zäune. 20 000 Euro investierte die Stadt. Von ihnen macht sich Bürgermeister Armin Warmuth nicht allzu große Hoffnungen, sie wieder zu sehen.
Was auch schmerzt: Sechs der erschlossenen Bauplätze im Streifen zwischen Tribochemie und der Bahnlinie stehen aktuell dem Grundstücksmarkt nicht zur Verfügung. Sie gehören offenbar noch dem Investor, beziehungsweise seien nur über Verhandlungen mit dessen Bank für den Grundstücksmarkt loszueisen.
Unklar ist gegenwärtig auch, wer die bis zu vier Meter hohe Lärmschutzwand errichtet, die die sechs besagten Bauplätze zum benachbarten Unternehmen abgrenzt. Sie ist Auflage des Bebauungsplanes. Vereinbart war, dass der Investor die Kosten trägt. Es geht noch einmal um mehrere zehntausend Euro.


Verhaltener Optimismus

"Es ist schwierig, den Investor an den Tisch zu bekommen, und dass er sich an Vereinbarungen hält", bedauert Warmuth. Er hat das Problem von seinem Vorgänger geerbt. Dennoch sei er verhalten optimistisch, in nächster Zeit zu einer Lösung in der verfahrenen Sache zu kommen. In Kürze stehen Verhandlungen mit der Bank des Investors an.
"Der Stadtrat wird sich wohl nicht sperren", deutet Warmuth an, dass die Kommune noch einmal einspringt, um das Vorhaben zu Ende zu bringen. Allerdings sei das nicht einfach, sagt er mit Blick auf Schaffung eines Präzedenzfalles. Beschlossen sei noch nichts. Warmuth zeigt sich "verhalten optimistisch", das Projekt in den ursprünglich geplanten Dimensionen über die Runden zu bringen. Daran haben auch die Stadtwerke ein Interesse. Das zentrale Blockheizkraftwerk für die Häuser ist auf Vollauslastung gerechnet.
Immerhin sind von den 27 Grundstücken inzwischen fünf bebaut, ein Haus ist in der Entstehung und eines genehmigt. Sechs sind aus den geschilderten Umständen bis auf Weiteres blockiert, eines ist wieder zu haben.


Das Interesse ist groß

Fast sieht es so aus, als ob das Baugebiet zwischen Berliner Straße und Ofenthaler Weg schneller fertig ist, als die Berlin Area. Demnächst schreibt die Stadt dort 17 Bauplätze in Eigenregie aus. Dann stimmt der Stadtrat auch über die Vergabekriterien für die zwölf Grundstücke ab. Das Interesse ist groß. Davon kündet eine Warteliste mit 40 potenziellen Käufern. Möglicherweise können bereits im Herbst die ersten Bauanträge genehmigt werden.
Die Stadt ist durch die Berlin Area um eine Erfahrung reicher: Konventionelle kommunale Erschließung sticht nach Gewinn strebende Privatinitiative. Zumindest, wenn letztere mangels Auflagen und Absicherungen schlecht eingefädelt ist. Wolfgang Dünnebier
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