Münnerstadt

Husky Zimba im Glück

Ein Bettler-Hund wurde gequält und hat nun ein neues Zuhause bei einer Familie in Münnerstadt gefunden.
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Ein tolles Team: Marika Roth-Bruckner mit Zimba (links) und Hazel. Foto: Priscilla Bruckner
Ein tolles Team: Marika Roth-Bruckner mit Zimba (links) und Hazel. Foto: Priscilla Bruckner
Zimba hatte keinen guten Start ins Hundeleben. Aber jetzt ist alles gut, und er wohnt glücklich und zufrieden in seinem neuen Zuhause in Münnerstadt - mit einer Husky-Dame und sechs Katzen.


Von Vorbesitzer misshandelt

Marika Roth-Bruckner hatte durch einen Kunden ihrer Kosmetik-Praxis von Zimbas Schicksal erfahren. Bis Münnerstadt im Landkreis Bad Kissingen hatte es sich rumgesprochen, dass der neun Monate junge Hund im Januar von einem Bettler in Würzburg misshandelt worden war. Wie berichtet, hatte der Mann das schreiende und am Boden liegende Tier an einem Würgehalsband hinter sich her durch die Juliuspromenade gezerrt. Die Tierschützer Thomas Bäumler und Volker Poloczek hatten eingegriffen und die Polizei alarmiert, Zimba wurde ins Tierheim gebracht, vom Ordnungsamt der Stadt eingezogen und schließlich zur Vermittlung freigegeben. "Wir haben den Familienrat einberufen, um zu beratschlagen, ob wir Zimba zu uns nehmen sollen", erzählt Marika Roth-Bruckner. Sie lebt in einem Drei-Generationen-Haus, und als erfahrene Tierhalterin weiß sie, dass alle Familienmitglieder eine solche Entscheidung mittragen müssen. Bei ihrem Mann Andreas, ihren Eltern, Tochter Priscilla und deren Freund rannte die Tierfreundin offene Türen ein.
Mit dem Tierheim wurde ein "Probewohnen" vereinbart. "Wir mussten ja testen, ob unsere Hündin Hazel und unsere sechs Katzen mit Zimba klarkommen", sagt Marika Roth-Bruckner. Zimba bestand seinen "Test" mit Bravour. Er freundete sich sofort mit Hazel an, die Katzen ließ er in Ruhe. Für die Familie stand fest: Der Hund passt zu uns. Weil Zimba noch kastriert werden sollte, musste er noch mal kurz zurück ins Tierheim, dann konnte er endgültig sein neues Körbchen in Münnerstadt beziehen.
Inzwischen hatte Marika Roth-Bruckner auch erfahren, dass Zimba an der zwar nicht heilbaren, aber mit Medikamenten recht gut unter Kontrolle zu haltenden Krankheit Leishmaniose leidet, wegen Problemen mit der Bauchspeicheldrüse Spezialfutter fressen muss und nicht stubenrein ist. Es störte sie und ihre Familie nicht. "Zimba ist ein so lieber und verträglicher Hund", sagt die Tierfreundin, "er hat es verdient, dass es ihm nun endlich gut geht".


Noch sehr ängstlich

Durch die schlechte Behandlung in seinen ersten Lebensmonaten sei Zimba sehr ängstlich. "Wenn man ihm nur mit dem Finger droht, wird er schon panisch." Auch ans Autofahren muss er sich noch gewöhnen.
Dafür hat die Familie die Sache mit der Stubenreinheit schon fest im Griff. "Es war, als ob ein Welpe ins Haus kommt", erzählt Marika Roth-Bruckner, "am Anfang habe ich mir nachts den Wecker gestellt und bin alle zwei Stunden mit ihm raus." Jetzt, nachdem Zimba sich eingelebt hat, ist das nicht mehr nötig. "Wir freuen uns sehr, dass Zimba jetzt ein liebevolles Zuhause hat", sagen seine Retter Bäumler und Poloczek, "wenn es der Familie recht ist, würden wir ihn dort gerne mal besuchen." Die beiden Männer haben bei der Polizei zu Protokoll gegeben, wie der Bettler den Hund misshandelt hat. "Ich habe noch heute seine Schreie im Ohr", sagt Bäumler.
Nach dem Vorfall hat das Veterinäramt im Auftrag der Staatsanwaltschaft ein Gutachten über die Verletzungen des Hundes gefertigt. "Darin wird festgestellt, dass der damalige Hundebesitzer die Grenze zur Strafbarkeit nicht überschritten hat", teilt Staatsanwalt Thorsten Seebach auf Anfrage der Redaktion mit. Laut Tierschutzgesetz wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft, wer einem Tier "aus Rohheit erhebliche Schmerzen" oder "länger andauernde oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen zufügt". Da dies im vorliegenden Fall nicht geschehen sei, habe die Anklagebehörde das Verfahren eingestellt. Straflos wird der Bettler trotzdem nicht ausgehen. Laut Seebach wird die Sache als Ordnungswidrigkeit an die Stadt abgegeben, die ein Bußgeldverfahren einleiten wird. Gisela Schmidt

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