Bad Kissingen

Hospitalwald bringt nichts ein

360 Hektar Wald zwischen Bad Kissingen und Euerdorf gehören der Stadt Schweinfurt.
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Die Saale trennt den Schweinfurter Wald: Steile Hänge führen in die Wälder am Stupfelberg und am Sommerberg (Hintergrund). Foto: Gerd Landgraf
Die Saale trennt den Schweinfurter Wald: Steile Hänge führen in die Wälder am Stupfelberg und am Sommerberg (Hintergrund). Foto: Gerd Landgraf
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VON Gerd Landgraf

Mit 1250 Hektar eigenem und 600 Hektar Hospitalwald gehört die Stadt Schweinfurt landesweit zu den großen Waldbesitzern und zu den wenigen Kommunen, die ein eigenes Forstamt unterhalten.
Sieben der städtischen Waldungen liegen zwischen Schweinfurt, Zell, Üchtelhausen und Dittelbrunn, zwölf rund um Weipoltshausen, acht bei Madenhausen, ein Waldstück nördlich von Mainberg und ein weiteres östlich von
Üchtelhausen. Zuständig ist das Forstamt zudem für den Wald der städtischen Hospitalstiftung bei Euerbach und Obbach, im Schwebheimer Wald und am Höllenbach sowie für die 360 Hektar zwischen Euerdorf und Bad Kissingen - dem letzten großen Waldankauf der Stadt aus dem Jahr 1962.

Seit 1969 Stiftungswald

Der Hospitalwald wird seit 1843 nach Plan bewirtschaftet. Die Flächen an der Saale wurden 1962 von der Stadt von genossenschaftlich organisierten Körperschaften gekauft. Diese gingen 1969 in das Eigentum der Hospitalstiftung über, die im Gegenzug das Bauland für den Stadtteil Deutschhof an die Stadt abgab. Sichergestellt war so der Stiftungszweck - der Erhalt des Vermögens der Hospitalstiftung. Bei dem Wald nördlich und südlich der Saale handelt es sich um Pflegebestände. Die Durchforstungen liefern Brennholz, kein Wertholz. Die 360 Hektar werfen derzeit also keinen Gewinn ab, sind ein Zuschussbetrieb. Fast jeder zweite Baum ist eine Eiche, die mit einem Durchschnittsalter von 100 Jahren noch längst nicht die Hiebreife (etwa bei 240 Jahren) erreicht hat.

Eiche herrscht vor

Der Nadelholzanteil liegt hier bei nur 18 Prozent, was auf die Zusammensetzung der Böden und auf die herrschenden Temperaturen (mit 8,5 Grad im Jahresmittel ein ganzes Grad kälter als im Wald bei Schweinfurt) zusammenhängt.
Dass die Buche nur einen Anteil von 16 Prozent (Eiche: 49 Prozent) stellt, geht auf den früheren Stockausschlag (Brennholzgewinnung) zurück, den die Eiche besser als die Buche verkraftet. Mit der Naturverjüngung wird der Buchenanteil jedoch zunehmen. Prächtig gedeiht an der Saale die Linde.
Die Baumartenverteilung am Stupfelberg und Sommerberg: sechs Prozent Fichte, acht Prozent Kiefer, ein Prozent Lärche, drei Prozent Douglasie, 16 Prozent Buche, 49 Prozent Eiche, sechs Prozent Ahorn und elf Prozent sonstiges Laubholz.

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