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Hammelburg
Jubiläum

Festakt 1300 Jahre Hammelburg

Die Stadt feiert sich und ihre Geschichte.
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Festakt 1300 Jahre Hammelburg Foto: Arkadius Guzy
Festakt 1300 Jahre Hammelburg Foto: Arkadius Guzy
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Eine wichtige und bekannte Stadt ist Hammelburg für Markus Söder. Er verbindet sie mit Weingenuss und Bundeswehr. So spricht er vorweg schon von der Freude darüber, dass er nicht nur eine Broschüre bekomme, sondern auch den Jubiläumswein. Zumal der Bocksbeutel rein optisch super aussehe, wie Söder findet. Der bayerische Finanz- und Heimatminister ist der prominenteste Redner beim Festakt 1300 Jahre Hammelburg.

Schließlich feiert die Stadt nicht nur ihre urkundliche Erwähnung. Auch die Zugehörigkeit zu Bayern jährt sich - zum 200. Mal. "Zu Bayern zu gehören ist nicht so übel, wenn man überlegt, wo man sein könnte", meint Söder. Er erwähnt, dass König Ludwig II. ein großer "Fan von Franken" gewesen sei.

Nicht nur mit seinen Bekenntnissen zu Hammelburg und Franken, sondern auch mit einer lockeren Rede, weiß Söder die rund 300 geladenen Gäste auf der bestuhlten Spielfläche und die rund 100 Zuschauer auf der Tribüne der Saaletalhalle zu gewinnen.

"Die Geschichte zeigt aber, dass wir was tun müssen", sagt Söder. Er spricht die "Ungleichgewichte" zwischen Ballungsräumen wie München und den ländlichen Regionen, um aufzulisten, wie er und der Freistaat den ländlichen Raum unterstützen: Finanzausgleich, Stabilisierungshilfe, Breitbandausbau. Als "Geburtstagsgeschenk" überreicht er einen Förderbescheid für das Konversionsmanagement des Landkreises über knapp 550 000 Euro.

Und bevor er aus terminlichen Gründen wieder entschwindet - um keinen Ärger mit der Frau zu bekommen - überreichen ihm Weinprinzessin Antonia Müller und Bürgermeister Armin Warmuth den Jubiläumswein und das neue Geschichtsbuch.

Die Geschichte der Stadt nimmt Johannes Merz, Kanzler der bischöflichen Kurie und Leiter der Schriftgutverwaltung der Diözese, in seinem Vortrag genauer unter die Lupe. Seine Botschaft lautet, dass man Veränderungen zulassen muss, um die Bedeutung der für Hammelburg identitätsstiftenden Elemente zu bewahren. Merz macht es an den "Monumenten der Hammelburger Geschichte" fest: dem Wappen, dem Marktbrunnen, dem Rathaus und der historischen Stadtansicht.

Merz zeichnet so zum Beispiel den Wandel des Stadtwappens nach. Drei Lilien auf rotem Grund verdrängten auf dem im Jahr 1527 neu eingeführten Wappen die Bonifatius-Figur des mittelalterlichen Siegels. Mit der Zugehörigkeit zu Bayern wechselte dann der Hintergrund von Rot zu Blau und das Kreuz änderte die Farbe, um nicht mehr an Fulda zu erinnern.

Jahrhundertelang gehörte Hammelburg zum Fuldaer Herrschaftsgebiet. Die Stadt unterstand weltlich der Macht des Fuldaer Abts. Kirchlich gehörte sie zu Würzburg. So stand Hammelburg "im Spannungsfeld beider Blöcke", wie Bürgermeister Armin Warmuth bei der Eröffnung des Festaktes sagte. Er nannte wichtige Daten der Stadthistorie wie den Bau der Befestigung 1250, den Stadtbrand 1854 und den Verlust des Status als Kreisstadt1972.
Der Bürgermeister erklärte, was Hammelburg ausmache: "Wir sind bemüht, den Blick nach vorne zu richten." So schaffe Hammelburg es, Bewährtes zu erhalten und Neues zu schaffen - "trotz knapper Kassen und mit dankenswerter Unterstützung des Freistaats".

Der Festakt hatte mit einem ökumenischen Gottesdienst mit Bischof em. Paul-Werner Scheele, Dekan Till Roth, Pfarrer Thomas Eschenbacher und Pfarrer Robert Augustin begonnen. Danach führten die Stadtkapelle und Fahnenabordnungen der Vereine die Gottesdienstbesucher in einem Zug zur Saaletalhalle. Mitglieder der HaKaGe übernahmen dort die Bedienung der geladenen Gäste.

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