Laden...
Münnerstadt
Wirtschaft

Fast zwei Millionen Staubsauger

Standortleiter Dr. Arnd Schöfer und Personalleiter Björn Juhrs stellten BSH Bad Neustadt und die aktuellen Zahlen vor.
Artikel drucken Artikel einbetten
Personalleiter Björn Juhrs und Betriebsleiter Dr. Arnd Schöfer sehen sich an der neuen Gebläselinie um. Foto: Thomas Malz
Personalleiter Björn Juhrs und Betriebsleiter Dr. Arnd Schöfer sehen sich an der neuen Gebläselinie um. Foto: Thomas Malz
Es ist ein bisschen wie in einer Ruhmeshalle. Der Weg ins Büro von Betriebsleiter Dr. Arnd Schöfer wird von Staubsaugern gesäumt. Nicht irgendwelche Staubsauger, sondern alles Testsieger bei der Stiftung Warentest. "Wir waren die letzten sieben Jahre Testsieger", sagt er stolz. Den jüngsten Champion hat er direkt ins Büro gestellt.


Lange Geschichte

Seit 1937 werden in Bad Neustadt Staubsauger gefertigt, der Umzug auf das Siemens-Fimengelände in der Industriestraße erfolgte 1974, 1996 kam die Bad Neustädter Produktion zur BSH GmbH, ein Unternehmen unter Beteiligung von Bosch und Siemens. Seit 2015 gehört BSH zu 100 Prozent Bosch.
Und das macht es ein wenig kompliziert. BSH befindet sich mitten auf dem Siemens-Gelände in der Industriestraße, produziert Staubsauger unter anderem der Marken Bosch und Siemens, gehört aber rein zu Bosch.


Alle Motoren

Weltweit ist das Unternehmen tätig, Bad Neustadt ist die Leitfabrik innerhalb des Fertigungsverbundes für Bodenpflege, wie es offiziell heißt. Einfacher gesagt: In Bad Neustadt läuft die Hauptproduktion von BSH- Staubsaugern, von hier wird der europäische Markt versorgt. Es gibt noch solche Werke in Polen und in China, aber Bad Neustadt ist das wichtigste, hier werden auch sämtliche Motoren hergestellt, also auch die, die in einen Staubsauger "Made in China" eingebaut werden.


500 Mitarbeiter

"Wir sind ein sehr, sehr stabiles Unternehmen", sagt der Betriebsleiter und belegt das mit Zahlen. Die Anzahl der Mitarbeiter liegt konstant bei 500, davon sind 270 in der Produktion tätig. Fast zwei Millionen Staubsauger sind im Jahr 2015 aus dem Werk ausgelifert worden. Ein Jahr zuvor waren es zwar noch ein paar mehr, das habe aber mit der Einführung bestimmter Kriterien auf dem Markt zu tun gehabt.
Ein Schwerpunkt wird bei BSH in Bad Neustadt auf neue, innovative Technologien gesetzt. Hier entstehen die Staubsauger von morgen. 67 Entwickler sind am Standort beschäftigt. Stolz sind die Verantwortlichen auf die neue Gebläselinie, die im Januar dieses Jahres den Betrieb aufgenommen hat. Die soll dabei helfen, das umzusetzen was, der Kunde heute von einem Staubsauger erwartet: Er soll möglichst leise sein, wenig Energie verbrauchen und sehr lange leben. Der Einbau der neuen Gebläselinie sei auch ein wichtiges Signal in Richtung Zukunftsfähigkeit des Standorts gewesen, ist sich Arnd Schöfer sicher.
Worauf der Betriebsleiter und der Personalleiter besonders stolz sind, sind die Mitarbeiter. Deren Anzahl sei stabil, die Fluktuation gering. Schwankungen in der Produktion werden über verschiedene Arbeitszeitmodelle sichergestellt.
Das muss Dr. Arnd Schöfer ein bisschen genauer erklären. Ist der Kauf von Staubsaugern saisonabhängig? Tatsächlich. Vor allem von September bis November ist der Absatz groß. Vielleicht sehen die Leute, wie viel Staub in der Wohnung ist, wenn sie nach dem Sommer aus dem Garten zurück kommen, scherzt der Betriebsleiter. Es ist halt einfach so. Auch zu Weihnachten wird mehr verkauft. Im Frühjahr dagegen wird es ruhiger.
Weil in Bad Neustadt relativ eng am Markt produziert wird, das heißt es gibt kaum Lagerbestände, muss das Personal reagieren. Die Überstundenregelung lässt es zu, dass zu den Stoßzeiten ein großes Guthaben aufgebaut werden kann, das beispielsweise in der Pfingstferien wieder abgebaut wird, weil dann die Nachfrage an Geräten besonders stark sinkt. "Wir arbeiten überwiegend mit eigenen Leuten", sagt Arnd Schöfer.


Schwere Prüfungen

Ein Staubsauger muss in seinem Leben einiges aushalten. In Bad Neustadt wurden spezielle Prüfungsverfahren entwickeln, die auf eine Lebensdauer von zehn Jahren abzielen. 45 000 Mal wird der Eis/Aus-Schalter betätigt, der Saugschlauch muss 50 000 Umdrehungen aushalten 6000 mal wird das Kabel ausgezogen, genauso oft muss ein Gerät eine Türschwelle überwinden. Und 36 Mal wird ein Staubsauger fallen gelassen.


Eigene Fachkräfte ausbilden

Damit die Entwicklung und die Produktion auch in der Zukunft gesichert sind, setzt man auf die Ausbildung eigener Fachkräfte. Drei Ausbildungsrichtungen werden angeboten, hinzu kommen vier Duale Studienrichtungen. Praktika und Werkstudententätigkeiten sowie Abschlussarbeiten sind möglich. Aktuell sind neun gewerbliche Auszubildende und zwei Duale Studenten beschäftigt. Drei Auszubildende kommen im September hinzu. Der Duale Student wird aktuell noch gesucht.


Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren