Rannungen
Hallen-Sanierung

Fasching 2018 erst mal gesichert

Die Kommune hat einen potenziellen Fördertopf im Blick.
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Über das Dach gelangt öfters Wasser in die Halle, demonstriert Bürgermeister Fridolin Zehner. Foto: I. Krapf
Über das Dach gelangt öfters Wasser in die Halle, demonstriert Bürgermeister Fridolin Zehner. Foto: I. Krapf
Die jetzt vorliegende Kosten-Vergleichsrechnung von Architekt Stefan Richter (Bad Brückenau) macht klar, dass für die Mehrzweckhalle kein Neubau, sondern nur eine Sanierung in Frage kommt, sagt Bürgermeister Fridolin Zehner. Doch bis man die Runderneuerung der Halle am Ortseingang angehen kann, dürfte einige Zeit ins Land gehen. Denn bislang ist unklar, ob Zuschüsse fließen. Geschlossen wird die Halle nicht so schnell. Der Fasching 2018 ist also laut Zehner gesichert.
Dennoch sorgt die Diskussion um mögliche Baumaßnahmen an der Halle innerhalb des TSV für Besorgnis. Schließlich ist das gemeindeeigene Gebäude auch das Domizil des 720 Mitglieder starken Vereins. "Der Fasching ist die prägende Veranstaltung im Jahr und gleichzeitig die Haupteinnahmequelle", sagt Andreas Diemer aus dem Führungsteam des Vereins. Dass die Halle im Fall einer Sanierung möglicherweise zwei Jahre geschlossen bleiben soll, treibt die TSVler um. Denn zu den drei Faschingssitzungen kommen tausend Saalgäste nach Rannungen, zwei Drittel davon sind auswärtige Besucher. Sollte der Fasching ausfallen, befürchtet man, dass die Gäste zur fünften Jahreszeit anderswohin gehen und in den Folgejahren ganz ausbleiben könnten.
100 Akteure stehen laut Diemer jedes Jahr auf der Faschingsbühne. Weitere 100 Helferinnen und Helfer engagieren sich rund um die Veranstaltung, sei es zum Beispiel beim Schmücken, Aufbauen oder Bedienen. Da helfen alle Hand in Hand, da stehen Vertreter aller Generationen auf der Bühne. "Wir sind als Gemeinschaft zusammengeschweißt", beschreibt Diemer die inneren Zugkräfte des Vereins an Fasching.


Imageverlust befürchtet

Sollte die Faschingssitzung ausfallen, befürchtet man nicht nur einen äußeren Imageverlust. Die Sorge ist auch, dass ältere Akteure, die man doch von Jahr zu Jahr wieder zum Mitmachen bewegte, dann vielleicht die Segel streichen, sagt Diemer.
Die Halle zu schließen, wäre für alle Vereine und Sportler ein herber Verlust. Denn wo sollten die Schützen ihre Schießabende veranstalten, und wo könnte man sonst noch Tischtennis spielen? Was machen dann die Fußballer im Winter - und wo soll dann das Fischfest stattfinden, das man ja erst an die Halle verlegt hat? Fragen, auf die Bürgermeister Zehner noch keine Antwort weiß.
Eines ist für ihn jedoch ganz sicher: Der nächste Fasching findet statt. Und bis die Zuschüsse beantragt sind und die Baumaßnahme anläuft, könnten seiner Ansicht nach wahrscheinlich sogar noch zwei Jahre ins Land ziehen.
Denn mögliche Zuschüsse für die Halle könnten sowieso erst dann real greifen, wenn die Fördermittel für den Dorfplatz abgerechnet sind, sagt Zehner.
Die Sanierung der Halle wurde von Architekt Richter mit rund 2,8 Millionen Euro veranschlagt - ein Betrag, den die Kommune so nicht stemmen kann, so der Bürgermeister weiter. Er hofft aber, im Rahmen der Allianz Schweinfurter Oberland Mittel aus der Städtebauförderung anzapfen zu können. Dazu braucht er zunächst die Zustimmung der anderen Allianz-Kommunen. Fünf stimmten bereits zu. In Stadtlauringen steht die Entscheidung in diesen Tagen an.


Grünes Licht abwarten

Erst wenn von dort grünes Licht kommt, kann der Bürgermeister einen Förderantrag in Betracht ziehen. Vorgespräche bei der Regierung von Unterfranken habe es bereits gegeben. Dort habe man positiv zur Kenntnis genommen, dass die Mehrzweckhalle als eine Art Kulturzentrum für den Ort fungiert. Im Rahmen der "Daseinsvorsorge" des Förderprogramms wären Zuschüsse denkbar, hieß es. Dabei könnte man mit 50 bis 60 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten rechnen.
Die Hälfte der Investitionskosten könnte die Kommune laut Zehner stemmen, wenn sie über mehrere Haushaltsjahre verteilt würden.
Jetzt soll erst einmal innerhalb der Kommune ein beratender Ausschuss gegründet werden, in dem Vereinsmitglieder, Gemeinderäte und der Architekt alles rund um die anstehende Sanierung diskutieren. Isolde Krapf

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