Oberthulba
Investition

Es docken wieder Lastwagen an

Zufall logistic plant Umschlag und Kommissionierung von Waren im früheren Pressel-Gebäude. Es sollen 20 Jobs entstehen.
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Ins Gebäude der früheren Firma Pressel in Oberthulba zieht wieder Leben ein. So soll der Betrieb künftig aussehen. Foto: Montage R. Gross
Ins Gebäude der früheren Firma Pressel in Oberthulba zieht wieder Leben ein. So soll der Betrieb künftig aussehen. Foto: Montage R. Gross
Der Leerstand im Logistik-Gebäude der früheren Firma Pressel hält nicht lange an. Nach drei Monaten Brache bereitet sich die Zufall logistics group auf ihren Einzug vor. Das bringt zwar keine 38 Arbeitsplätze zurück. Diese gingen mit der Standortaufgabe des zuletzt zum Staples-Konzern gehörenden Büroartikel-Versenders zum Jahresende 2015 schmerzlich verloren.
Aber auf 20 Arbeitsplätze soll die Zahl der Beschäftigten bei Zufall schon wieder anwachsen, stellt Marketingleiter Tino Mickstein in Aussicht.


Als Logistik-Center

Dafür nimmt zum Monatsbeginn eine Art Vorauskommando seine Arbeit vor Ort auf. Erklärtes Ziel von Zufall ist es, das Netz aus logistischen Dienstleistungen in der Region enger zu knüpfen. Im Blick hat es dabei nach eigenem Bekunden unter anderem die zahlreichen international tätigen Industrieunternehmen in der Wirtschaftsregion Schweinfurt/Würzburg. Für diesen Zweck lag es geografisch nahe, den früheren Pressel-Bau als Logistik-Center anzumieten. Es bietet 3600 Quadratmeter Fläche für 5000 Paletten samt Hochregallager zuzüglich Verwaltungstrakt. Bisher war der nächste Zufall-Standort Fulda. "Das bedeutete natürlich lange Vorholzeiten", zeigt Tino Mickstein auf.
Auf den Standort Oberthulba kam man über die jahrelangen Geschäftsbeziehungen mit dem Pressel-Versand, beziehungsweise nach der Übernahme durch Staples. Die Diskussion um die Schließung machte auf das Gebäude aufmerksam.


Zwei Geschäftsmodelle

Geboten werden sollen hier zwei Geschäftsmodelle. Erstens der Umschlag von Waren mit täglichen Abfahrten in die wichtigen europäischen Wirtschaftszentren. Zweitens die Kommissionierung. Händler der Region können hier Warensortimente für Kunden zusammenstellen lassen.
Zwei Beispiele fallen Mickstein dazu ein. So können Blumentopf und Pflanze zu einem Gebinde zusammengefasst werden oder im Rahmen einer Aktion Kaffeemaschine und Kaffeebohnen. Interessant sei das auch für lokale Anbieter im Rahmen des Internethandels. Die Nachfrage in diese Richtung steige stetig an, wobei die Kunden ihre bestellten Waren immer schneller haben wollen.


Neun Standorte

Umgekehrt könnten sich Produzenten größere Sortimente etwa an Schrauben bestellen und dann je nach Bedarf in Oberthulba zwischenlagern und nach und nach zustellen lassen. Dies erspart eigene Flächen.
Die Firmengruppe Zufall ist bislang mit rund 1900 Mitarbeitern und einer Lagerfläche von 330 000 Quadratmetern an neun Standorten in Niedersachsen, Hessen, Thüringen, Nordrhein-Westfalen sowie Rheinland-Pfalz aktiv. "Der Lastwagenverkehr wird kaum mehr als bisher bei Pressel", verspricht Marketingleiter Mickstein für Oberthulba.
Auf einen Teil der Büroflächen im Verwaltungstrakt behält Staples als bisheriger Nutzer Zugriff. Wie sie künftig genutzt werden sollen, ist noch nicht bekannt. Wolfgang Dünnebier
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