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Großwenkheim
Elektromobilität

Energiewende mit 400 PS

Eberhard Mayer aus Großwenkheim fährt längst "Stromer": Er besitzt zwei Tesla.
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Eberhard Mayer ist überzeugt vom Tesla und der Philosophie, die hinter dem Elektroauto steckt. Foto: Eckhard Heise
Eberhard Mayer ist überzeugt vom Tesla und der Philosophie, die hinter dem Elektroauto steckt. Foto: Eckhard Heise
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Der Run auf den Tesla 3, das neue Modell des US-Vorreiters in Sachen Elektroauto, hat die strombetriebenen Fahrzeuge aktuell wieder einmal in die öffentliche Diskussion gerückt. Größere Reichweiten sind doch möglich und das zu einem Preis, den vergleichbare Benziner nicht bieten können, ist die Botschaft. Aber kann der amerikanische Hersteller tatsächlich die Erwartungen erfüllen?
Eberhard Mayer nennt gleich zwei Tesla sein Eigen. Die Frage beantwortet der Großwenkheimer, der mit den beiden Fahrzeugen schon zum festen Inventar der E-Mobil-Messe in Bad Neustadt zählt, mit einer unmissverständlichen Auskunft: Er hat zwei Modelle der Neuentwicklung bestellt - einen für seine Frau, einen für die Tochter. Der Tesla 3 soll allerdings erst Ende 2017 ausgeliefert werden.


170 000 Kilometer zurückgelegt

Der Unternehmensberater, der früher eine Software-Firma betrieben hat, kaufte 2010 den Roadster, der es bei Vergleichsrennen früherer E-Mobil-Messen schon mit Rennwagen mit Verbrennungsmotoren aufgenommen hat. Seit dem hat er 170 000 Kilometer zurückgelegt. Reparaturen? "Ein Radlager für 50 Euro, die erste Inspektion bei 80 000 Kilometern." Im Sommer 2013 kam das Modell S dazu; die viertürige Limousine beschleunigt in vier Sekunden von null auf 100 Stundenkilometer. Dafür muss man allerdings weit über 100 000 Euro hinblättern. Das Auto hat inzwischen über 220 000 Kilometer auf dem Tacho. Reparaturen? "Einmal Probleme mit dem Akku, ein Garantiefall."
Die Reichweite der schweren Karosse sollte eigentlich etwas über den 400 Kilometern liegen, die der Roadster schafft, doch der Komfort verführe zum schnelleren Fahren, "und das kostet Strom". Durch andere Reifen konnte er die Differenz nahezu ausgleichen. Reifen seien ohnehin das einzige Verschleißteil, das stärker in Mitleidenschaft gezogen wird. "Da machen sich die 400 PS bemerkbar." Fahrten bis nach Rumänien und Spanien hat er schon hinter sich. "Das muss natürlich vorher gut organisiert werden." Für Touren in die Schweiz, wo er beruflich häufiger war, brauche er etwa eine Stunde länger als mit einem Verbrenner.
Die immense Nachfrage nach dem Tesla 3 kann er gut verstehen. "Das erste Elektroauto mit einer vernünftigen Reichweite zu einem mehr als akzeptablen Preis." Bisher gebe es nichts Vergleichbares auf dem Markt. Um an diese Reichwerte zu kommen, habe er mit seinen beiden ersten Wagen noch tiefer in die Tasche greifen müssen.
Der Tesla 3 zeige ihm, dass das Elektroauto das Fortbewegungsmittel der Zukunft ist, die etablierte Autoindustrie aber nicht gewillt "und nicht in der Lage ist", ernsthaft in den Markt einzugreifen. Von dem amerikanischen Modell erwarte er sich eine Signalwirkung.
Für ihn seien seine beiden Tesla-Fahrzeuge "Bausteine zu meiner persönlichen Energiewende". Diese Entwicklung komme auch in der Installation einer Photovoltaikanlage zum Ausdruck, mit der er die Fahrzeuge mit billigem Strom "betanken" und gleichzeitig seinen Haushalt versorgen kann. Dabei spare er viel Geld, "denn der Strom ist viel zu teuer". Er verweist dazu auf die Strombörse, wo die Versorgungsunternehmen einkaufen. Dort werde der Strom mit zeitweise weniger als drei Cent pro Kilowattstunde gehandelt, der Verbraucher zahle dagegen das Zehnfache.
Da komme für ihn auch die Politik ins Spiel, die ebenfalls nicht in der Lage oder nicht Willens sei, das E-Auto mit Nachdruck zu fördern. Zum Beispiel werde die Frage nicht konsequent beantwortet, woher der Strom für die Elektroautos kommen soll. "Das wäre überhaupt kein Problem." Um einen Liter Erdöl zu raffinieren, würden etwa 3,5 Kilowattstunden Strom benötigt. "Damit kommt ein effizientes Elektroauto bald 100 Kilometer weit", rechnet Mayer vor.
Beim E-Bike sei der Durchbruch längst geschafft, was sich auch in der Vielzahl der Stände bei der Messe in Bad Neustadt widerspiegele. Und auch im Autobau werde kein Weg um den Strom herumführen. "Es gibt keine Alternative." Eckhard Heise


Messe zur Elektromobilität

Programm
Die Fahrzeugschau für Elektromobilität am Samstag und Sonntag, jeweils von 10 bis 18 Uhr, auf dem Bad Neustädter Festplatz ist eine bunte Mischung aus Informationen, Action und Unterhaltung. Ausgestellt werden an beiden Tagen E-Bikes, E-Fahrzeuge und Ladeinfrastruktur. Darüber hinaus gibt es Testfahrten, ein Kinder- und ein musikalisches Unterhaltungsprogramm.

Samstag Die Schau wird um 10 Uhr mit der Einweihung der Schnellladesäule offiziell eröffnet. Ab 14 Uhr gibt es in der Almhütte Vorträge. Den Auftakt macht "Das Wolfsrudel on Tour". Die E-Bike Gruppe "Der Wolf"stellt sich vor und informiert über seine Entstehungsgeschichte, sein Touren und die Möglichkeiten, sich der Gruppe anzuschließen. Referent ist der Tourguide Reiner Chlebowy. Um 14.30 Uhr spricht Jürgen Gaul vom gleichnamigen Autohaus zum Thema "E-Bike - Trendbike". Er zeigt einen Film über aufregende Touren im Biosphärenreservat Rhön und über Flow-Trails in der Rhön. Um 15 Uhr steht "Fahrsicherheitstraining- Der neue Urban-Lifestyle auf dem Programm. Der Referent kommt von der Firma Media-Markt. Mitarbeiter des Radhauses Raab informieren um 15.30 Uhr über das Thema "Antriebskonzepte bei E-Bikes - von Akkus bis zum Motor".
Die Besucher können sich mit Segway und Scooter über einen Parcours wagen oder an geführten Segway-Touren teilnehmen.

Sonntag Der Frühschoppen startet um 10 Uhr. Um 13 Uhr ist ein E-Bike-Treffen mit Fahrradsegnung und Prämiierung. Den ganzen Tag über werden Parcours angeboten, ab 12 Uhr stündlich geführte Segway-Touren. Die musikalische Unterhaltung übernehmen die Original Solzbachtaler, die Musikkapelle Mühlbach, die Musikkapelle Hohenroth und das Blasorchester "Boah" aus Heustreu. Messe im Internet: www.m-e-nes.de

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