Bad Kissingen

Ehrenamtskarte kommt mit Verspätung nach Kissingen

Die Ehrenamtskarte hat sich in Bayern etabliert. Der Kreisausschuss beschließt, sie jetzt auch im Landkreis Bad Kissingen einzuführen.
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Seit 2012 gibt es die Ehrenamtskarte in Bayern. Jetzt will sie auch der Landkreis Bad Kissingen einführen. Foto: Leonie Flößel/Archiv
Seit 2012 gibt es die Ehrenamtskarte in Bayern. Jetzt will sie auch der Landkreis Bad Kissingen einführen. Foto: Leonie Flößel/Archiv
Ohne Ehrenamt geht bei der Caritas nichts. "Wir haben 160 ehrenamtliche Helfer, die sich in verschiedenen Funktionen einbringen", sagt Kreisgeschäftsführer Ludwig Sauer. Von der Pflegebegleitung, die sich einmal pro Woche zwei Stunden um einen Heimbewohner kümmert bis zur Mitarbeiterin im Caritas-Kramlädchen, die sich dort 20 Stunden im Monat um die Geschäfte kümmert. "Ohne Ehrenamt könnten wir viele Leistungen, die wir anbieten, nicht erbringen", betont Sauer. Außer Fahrtkosten erhalten die Helfer keine Zuwendungen. Er begrüßt es daher, dass ehrenamtliches Engagement jetzt in anderer Form vom Landkreis gewürdigt wird.


Immer wieder zurückgestellt

Der Kreisausschuss hat in seiner Sitzung am Dienstag einstimmig beschlossen, die bayerische Ehrenamtskarte im Landkreis einzuführen. Aktuell beteiligen sich 79 von 96 Landkreisen und kreisfreien Städten in Bayern an der Aktion. Ziel der Staatsregierung ist es, die Ehrenamtskarte flächendeckend zu etablieren. Bayernweit wurden bisher mehr als 100 000 Karten ausgegeben. Der Landkreis Bad Kissingen tat sich mit der Einführung bislang allerdings schwer. "Wir haben es immer wieder diskutiert und zurückgestellt", sagte Landrat Thomas Bold (CSU). Der hohe Personalaufwand für die Bearbeitung hatte Verwaltung und Kreisräte abgeschreckt, erinnerte Adelheid Zimmermann (FDP). Jetzt kam es aber doch zum Umdenken. "Wir haben gesagt, wir sollten uns doch ernsthaft damit befassen", kommentierte Bold.

"Die Ehrenamtskarte ist eine öffentliche Anerkennung von ehrenamtlichen Leistungen für das Allgemeinwohl", erklärt Melanie Spatz, die zuständige Abteilungsleiterin für Soziales am Landratsamt. Bürger mit Ehrenamtskarte können bayernweit Vergünstigungen und Angebote in Anspruch nehmen. Das kann der ermäßigte Eintritt im staatlichen Museum und im kommunalen Schwimmbad sein oder ein Rabatt in einem teilnehmenden Geschäft. Ab dem Zeitpunkt der Einführung können Bürger eine begrenzt gültige blaue beziehungsweise unbegrenzt gültige goldene Ehrenamtskarte beantragen. Kriterien sind beispielsweise, dass fünf Stunden pro Woche beziehungsweise 250 Stunden jährlich ehrenamtliche Arbeit absolviert werden. Wer sich seit zwei Jahren engagiert, wer aktiven Feuerwehr- und Rettungsdienst leistet oder Einsatzkraft im Katastrophenschutz ist, hat ebenfalls Anspruch auf die Karte. Alle Voraussetzungen können hier eingesehen werden.

Laut Spatz wird die Einführung vom bayerischen Sozialministerium mit 5000 Euro unterstützt. Die Folgekosten für den Landkreis sind überschaubar. "Wir gehen davon aus, dass für die Bearbeitung eine halbe Stelle neu nötig sein wird", sagt Bold. Er rechnet nach den Erfahrungen aus anderen Landkreisen damit, dass die Ehrenamtskarte zu Beginn stärker nachgefragt wird, was sich im Lauf der Zeit aber einpendelt, so dass eine halbe Stelle ausreicht.


Genaues Konzept wird erstellt

Welche Einrichtungen und Geschäfte sich in Bad Kissingen beteiligen, steht noch nicht fest. "Wir haben noch kein Konzept ausgearbeitet", so der Landrat. Es gebe aber viele Möglichkeiten, angefangen bei kulturellen Veranstaltungen über Schwimmbäder und Thermen bis zum Wildpark Klaushof. Man werde aktiv auf die Ansprechpartner zugehen.

Nach langem Zaudern in der Vergangenheit wurde das Thema jetzt einheitlich von den Kreisräten unterstützt. "Wir sollten unseren Bürgern die Möglichkeiten geben, die sie anderswo in Bayern auch haben", stimmte Siegfried Erhard (CSU) für die Einführung. "Es ist gut, wenn wir eine einheitliche Lösung anbieten", meinte Gotthard Schlereth (Freie Wähler). Adelheid Zimmermann äußerte weiterhin Bedenken wegen des hohen Verwaltungsaufwandes, stimmte aber dennoch zu.
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