Bad Brückenau
Erneuerbare Energien

Brückenauer Stadtrat lehnt Sinntaler Windrad-Pläne ab

Bei der Windkraft werden sich die bayerische Stadt Bad Brückenau und die hessische Gemeinde Sinntal nicht einig. Der Stadtrat hat der Bauleitplanung der Nachbargemeinde nicht zugestimmt.
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Einstimmig abgelehnt: Der Volkersberg soll nach Meinung der Brückenauer Stadträte nicht von Windparks auf hessischer Seite beinträchtigt werden.  Foto: Ulrike Müller
Einstimmig abgelehnt: Der Volkersberg soll nach Meinung der Brückenauer Stadträte nicht von Windparks auf hessischer Seite beinträchtigt werden. Foto: Ulrike Müller
Beispielsweise geht es um den Abstand von Windrädern zum direkt angrenzenden Staatsbad, mit den Bereichen Kur und Tourismus. Nach dem hessischen Regionalplanentwurf werden Mindestabstände von 1000 Metern gefordert. Im bayerischen Regionalplan Main-Rhön liegt der Mindestabstand zu Kur- und Erholungsgebieten bei 2000 Metern. Auch die Entfernung zu Volkers mit Jugendbildungsstätte, Feriendorf und Hochseilklettergarten ist nach Meinung der Räte zu gering. Für den Volkers berg sind nach Ansicht des Stadtrates die gleichen Maßstäbe wie für das Staatsbad anzusetzen. In den Standortuntersuchungen auf hessischer Seite werde davon gesprochen, dass die optimale Windausbeute bei einer Nabenhöhe von mehr als 100 Metern erreicht werde. Bei solchen Höhen dürften diese Windkraftanlagen Einwirkungen auf den gesamten Bereich der Stadt Bad Brückenau haben.

Nicht hinnehmbar

Die Erhaltung und Weiterentwicklung von Kur und Tourismus seien mit der Attraktivität einer intakten Natur verbunden. Auch das freibleibende Landschaftsbild spiele eine große Rolle. "Es ist für die Interessen der Stadt nicht hinnehmbar, das Landschaftsbild durch Windkraftanlagen zu zerstören", lautet das Fazit der Brückenauer. Das Ortsbild werde durch die geplanten Standorte auf hessischer Seite erheblich beeinträchtigt. Auch der Naherholungsraum des Staatsbades werde massiv gestört. Die Windkraftanlagen würden durch die Drehbewegung der Rotorblätter Geräuschemissionen, Schattenwurf und Lichtreflexe erzeugen. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz seien aber Vielfalt, Eigenart und Schönheit sowie der Erholungswert von Natur und Landschaft zu schützen und zu entwickeln. Daher müsse die Naturlandschaft vor Verunstaltungen und sonstigen Beeinträchtigungen bewahrt werden.

Gefährdung und Beeinträchtigung

Die Stadträte sprechen sogar von einer Gefährdung der wirtschaftlichen Ausrichtung der Stadt und von einer unverträglichen Beeinträchtigung. In den 50er und 60er Jahren habe sich Bad Brückenau für eine Ausrichtung unter anderem auf Kur und Tourismus entschieden. Man sei von diesem Sektor, wie auch von der später hinzugekommenen medizinischen Prävention und Rehabilitation abhängig. "Wir haben das ja schon einmal abgelehnt. Es hat sich an unserer Meinung nichts geändert", sagt Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU). Sie hat einstimmige Rückendeckung des Brückenauer Gremiums erhalten hat.
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