Bad Kissingen
Aufbrecher

Bad Kissingen ist Heimat für viele Generationen

Die Menschen nehmen den Landkreis als schön und erholsam, sauber und gemütlich wahr. Die Attribute modern, wirtschaftlich stark und vor allem jung schneiden dagegen in einer Umfrage schlecht ab.
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Vier Generationen unter einem Dach: Die Familie Leiner aus Garitz. Foto: Ralf Ruppert
Vier Generationen unter einem Dach: Die Familie Leiner aus Garitz. Foto: Ralf Ruppert
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Wie nehmen die Menschen Stadt und Landkreis Bad Kis singen wahr? Das war eines der Themen bei der Umfrage im Rahmen des Projektes "Aufbrecher". "Mir gefällt hier alles gut", fasst die 84-jährige Doris Werner ihre Sicht auf die Heimat zusammen. Heimat ist für sie schon immer Garitz: Am Staffels ist sie mit ihren drei Geschwistern aufgewachsen, die Familie spielt seit jeher eine große Rolle in ihrem Leben.

"Eigentlich ist es die Vielfalt, die es hier am schönsten macht", sagt auch ihr Schwiegersohn Thomas Leiner. Der 60-Jährige ist als Bundespolizist schon viel rumgekommen, aber nur in Garitz gibt es für ihn die "Symbiose aus Familie, Freunden und Vereinen". "Deshalb wollte ich auch immer hierbleiben und engagiere mich ehrenamtlich", sagt der 3. Bürgermeister der Stadt Bad Kissingen.

Diese Bodenständigkeit setzt sich auch in der nächsten Generation fort: "Die Garitzer sind natürlich zuerst stolz auf Garitz, aber ich freue mich auch immer, wenn ich in die Stadt runterfahre", erzählt Leiners Tochter Tanja Sadowski. Dieses Heimatgefühl blieb auch, als sie in Würzburg zur Ausbildung und beruflich in Leipzig war: "Spätestens wenn ich Euerdorf passiert habe, kommt das Wohlgefühl hier auf", sagt die 36-Jährige.

Vom Dampferle bis zur Eishalle

An Stadt und Landkreis schätze sie vor allem Sicherheit, Geborgenheit und die Familienfreundlichkeit: Vom Dampferle bis Klaushof und von der Eishalle bis zum Schwimmbad reichen die Attraktionen, die sie auch mit ihrem zweijährigen Sohn Paul und ihrer sechsjährigen Tochter Lara nutzt. "Das große Becken in der Kisssalis und das Freibad" fallen deshalb auch Lara auf die Frage ein, was ihr so gut gefällt - "und die Postkutsche!"

Die Attribute erholsam, sauber, schön, idyllisch und gepflegt werden in der repräsentativen Umfrage besonders gut benotet: Alle erhalten Bewertungen zwischen 1,6 und 1,7 von 5. Danach folgen traditionsbewusst, fränkisch, touristisch attraktiv und einladend (siehe Grafik). Ab weltoffen, abwechslungsreich und preiswert wird die Note schlechter als 2,0, am schlechtesten schneiden fortschrittlich, modern, aufstrebend, wirtschaftlich stark und vor allem jung mit einer Gesamtnote von 3,8 ab.

Bei vielen Bewertungen waren sich die 533 Befragten einig, manche Eigenschaften werden dagegen unterschiedlich gesehen: "Kulturell interessant" etwa bekommt in der Stadt eine 1,65, im Umland eine 2,0, "jung" im Umland eine 3,59, in der Stadt eine 3,96. Zudem sagte nur ein Viertel der 18- bis 39-Jährigen, dass die Eigenschaft "wirtschaftlich stark" eher oder gar nicht zutrifft. Bei den 40- bis 64-Jährigen beurteilen dagegen 47,5 Prozent, bei der Generation 65plus sogar 50,2 Prozent die Region als wirtschaftlich schwach.

"Zum Teil besser als die Wahrnehmung"

"Da sind wir zum Teil besser als die Wahrnehmung", kommentierte Jürgen Metz, Wirtschaftsförderer des Landkreises Bad Kissingen, die Studie, und: "Wir dürfen uns nicht zurücklehnen." Beim Thema weltoffen sind sich Stadt und Umland zwar einig, aber nicht Männer und Frauen: 68,5 Prozent der Männer stimmten hier zu, aber nur 51,9 Prozent der Frauen. Auch für "einladend" gibt es mehr Zustimmung bei Männern. Und "abwechslungsreich" nehmen die Region vor allem Senioren wahr.
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