Bad Kissingen
Innenstadt

Altes Rathaus: Auf geht's zum Marktschoppen

Im Herbst soll die Vinothek im Alten Bad Kissinger Rathaus öffnen. Jetzt haben die Heiligenfeld Kliniken als Betreiber den Pachtvertrag unterzeichnet.
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Weinshop- und Veranstaltungsleiterin Uta Berg (hinten links), Vinothek-Geschäftsführer Bernhard Gößmann-Schmitt (daneben), Heiligenfeld-Geschäftsführer Joachim Galuska (vorne links) und Oberbürgermeister Kay Blankenburg stoßen schon einmal auf dem Marktplatz an.  Foto: Benedikt Borst
Weinshop- und Veranstaltungsleiterin Uta Berg (hinten links), Vinothek-Geschäftsführer Bernhard Gößmann-Schmitt (daneben), Heiligenfeld-Geschäftsführer Joachim Galuska (vorne links) und Oberbürgermeister Kay Blankenburg stoßen schon einmal auf dem Marktplatz an. Foto: Benedikt Borst
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Was lange gärt, soll endlich gut werden. Die Realisierung der Vinothek mit Weinen aus dem Saaletal im leerstehenden Alten Rathaus hatte sich verzögert, wurde jetzt allerdings auf den Weg gebracht: Am Freitag hat die Stadt als Eigentümerin den Pachtvertrag mit den Heiligenfeld Kliniken als Betreibern unterzeichnet. "Ich bin mir sicher, dass sich das Warten gelohnt hat", kommentierte Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD). Das 1577 errichtete Gebäude solle dauerhaft und wertig genutzt werden.

Die Fördergelder wurden im Januar von der Landesanstalt für Wein- und Gartenbau genehmigt, derzeit wird die Ausschreibug für den rund 700 000 Euro teuren Umbau des Alten Rathauses vorbereitet. Größter Eingriff ist der Einbau eines Lastenaufzugs. Im Herbst soll die Vinothek eröffnen. "Neben der Idee, dass es eine Vinothek ist, wird es ein Ort für Kunst und Veranstaltungen sein", erläutert Heiligenfeld-Geschäftsführer Joachim Galuska das Konzept.


Innenstadt soll belebt werden

Neben dem Kisspark ist die Vinothek das zweite Projekt, in dem der Klinikbetreiber neue Wege einschlägt. Man wolle ein Angebot für junge Menschen, Familien und Touristen schaffen, erklärt Galuska. Außerdem wolle man zur Belebung der Innenstadt beitragen. "Das ist unser Hauptmotiv", sagt er.

Das Alte Rathaus bleibt als kultureller Ort im Zentrum erhalten. Kalligraphie- und Lyrik-Künstlerin Uta Berg aus Aura wird den Veranstaltungsbereich leiten. Im ersten Stock ist eine feste Galerie vorgesehen. "Es werden permanent Ausstellungen stattfinden", kündigt sie an. Gemälde und Skulpturen sollen zu sehen sein, es sind literarische Weinproben angedacht und Veranstaltungen mit Musik. Alles auch mit regionalen Künstlern. "Wir sind nicht fixiert auf eine Kunstrichtung, sondern offen für die Vielfalt", sagt Berg.

Weinsommelier Bernhard Gößmann-Schmitt wird Geschäftsführer. "Die Winzer brennen darauf, dass sich in Bad Kissingen etwas bewegt", sagt er. Der Ramsthaler stammt aus einer Weinbaufamilie und ist ein Verfechter einer Vinothek in der Großen Kreisstadt. 1,6 Millionen Übernachtungen sind für ihn das schlagende Argument. "Es ist wichtig, hier präsent zu sein. Wir kriegen nie so viele Touristen dazu, wegen des Weines nach Hammelburg oder Ramsthal zu fahren", findet er.

"Ich glaube, dass das Thema Frankenwein eine Zeit lang in der Stadt unterrepräsentiert war", meint Blankenburg. Dabei müsse es von dem Tourismusort stärker bedient werden, zum einen, weil es die Nachfrage gebe und zum anderen, weil heimische Weine qualitativ mit denen aus anderen Weinanbaugebieten mithalten könnten.
In der Innenstadt haben sich mittlerweile wieder mehrere Weinstuben etabliert. Eine private Vinothek an der Ludwigsbrücke besteht bereits, in der Kapellenstraße ist eine weitere geplant. "Ich habe keine Angst, dass wir ein Überangebot haben", sagt der OB. Auch Galuska ist zuversichtlich, dass sich das Alte Rathaus als Vinothek etabliert. "Wir glauben, dass wir unser Profil entwickeln können", sagt er. Als Unternehmer sei er Wettbewerb gewohnt.


Zur Vinothek

Nutzung Im Erdgeschoss ist eine Theke zur Weinverkostung geplant. Außerdem wird es einen Fensterausschank zum Marktplatz hin sowie eine Außenbestuhlung geben. Drinnen sind neben Sitzgelegenheiten ein Weinshop geplant sowie eine Kunstgalerie im ersten Obergeschoss. Das Konzept sieht eine Bistrobewirtung mit kalter Küche vor.

Weine An der Vinothek beteiligen sich zehn Winzer aus dem Saaletal, die sich mit jeweils fünf verschiedenen Weinen präsentieren.

Beteiligung Finanziell beteiligt sind Stadt und Landkreis Bad Kissingen, Freistaat, Arbeitsgemeinschaft Frankens Saalestück sowie die Winzer.


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