Bischofsheim an der Rhön
Innovation

850 schwarze Eulen auf gelbem Grund in der Rhön

Der Freistaat Bayern hat das Eulenschild nun förmlich zur amtlichen Kennzeichnung zugelassen - allerdings ausschließlich für die Rhön.
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Sie sind angetan von den neuen Schildern: Tobias Gerlach (von links), Michael Geier und Fladungens Bürgermeisterin Agathe Heuser-Panthen. Foto: Oliver Schmidt
Sie sind angetan von den neuen Schildern: Tobias Gerlach (von links), Michael Geier und Fladungens Bürgermeisterin Agathe Heuser-Panthen. Foto: Oliver Schmidt
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Es war ein langwieriges und zähes Unterfangen, bis es vor gut zwei Jahren gelungen ist, im Zuge der Erweiterung des bayerischen Teils des Biosphärenreservats Rhön die dafür erforderlichen Kernzonen auszuweisen.


Eule statt Adler

In 56 solcher Naturschutzgebiete mit einer Fläche von knapp 3900 Hektar soll sich die Natur künftig ungestört entwickeln können, was sich langfristig als Gewinn für die Umwelt erweisen soll. Doch wie sollen sich Wanderer und Spaziergänger verhalten, wenn sie eine Kernzone betreten, und wo befinden sich diese überhaupt? Um dieses Problem anzugehen, werden überall im bayerischen Teil der Rhön neue Schilder aufgestellt. Und diese Schilder sind ein Novum in Bayern. Erstmals wird dabei nicht das hier für solche Schutzgebiete vorgeschriebene grün umrandete Schild mit einem Adler verwendet. Auch in der bayerischen Rhön wird nun das bereits in Thüringen und Hessen etablierte Motiv der schwarzen Eule auf gelbem Grund zum Einsatz kommen.

"Die Kernzonen des Biosphärenreservats stehen unter besonderem Schutz. Besucher sollen sich angemessen verhalten. Dazu müssen sie aber auch erkennen können, dass sie eine Kernzone betreten", wird Michael Geier, der Leiter der Bayerischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats Rhön, in einer Pressemitteilung zu diesem Thema zitiert.Deshalb werden in den nächsten Wochen und Monaten an allen Wegen, die in Kernzonen führen, einheitliche Schilder aufgestellt. Darauf wird unter anderem darum gebeten, immer auf den Wegen zu bleiben und auf die Anleinpflicht für Hunde hingewiesen.


Dient auch der Sicherheit

Dass die Beschilderung auch der Sicherheit der Wanderer und Besucher dient, unterstreicht Dr. Tobias Gerlach von der Oberelsbacher Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats: "In den Kernzonen kann sich die Natur ungestört entwickeln. Bäume können im Alter absterben, Totholz wird nicht mehr entnommen. Das erhöht mittelfristig die Artenvielfalt, birgt aber auch ein deutlich erhöhtes Risiko, dass abseits der Wege ohne Vorwarnung Äste herunterbrechen und tote Bäume umfallen."

Davor sollen die Schilder warnen. Da auf markierten Wegen aber Verkehrssicherungspflicht besteht, kann sich der Besucher auf ihnen sicher fühlen.Die Aktion hat zwei Besonderheiten. Das nun verwendete, bereits aus Thüringen und Hessen bekannte markante Eulen-Emblem war bislang in Bayern amtlich gar nicht zugelassen. "Da aber etliche Kernzonen länderübergreifend angelegt sind, empfahl sich eine Vereinheitlichung", sagt Geier. "So hat der Freistaat Bayern das Eulenschild nun förmlich zur amtlichen Kennzeichnung zugelassen - allerdings ausschließlich für die Rhön.


Neuartiges Verfahren

Eine zweite Besonderheit ist das Verfahren, mit dem die immerhin rund 850 identischen Schilder aufgestellt werden. Statt die Pfosten wie früher einzubetonieren, wird mit einem Spezialgerät ein 80 Zentimeter langer Metalldübel in den Boden gebohrt. Anschließend muss der Pfosten mit den vormontierten Schildern nur noch in den Dübel gesteckt und verschraubt werden. Sollte das Schild zum Beispiel bei einer Holzabfuhr einmal im Weg stehen, lässt sich der Pfosten samt Schild mit wenigen Handgriffen entfernen. Thomas Pfeuffer

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