Oberelsbach
Veröffentlichung

50 Gesichter der Rhön

Rhöner sind interessant. Das zeigt ein Bildband des Naturparks Bayerische Rhön.
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Das Cover des neuen Rhönbuches.  Repro: Naturpark Rhön
Das Cover des neuen Rhönbuches. Repro: Naturpark Rhön
Im vergangenen Jahr feierte der Naturpark Bayerische Rhön seine Gründung vor 50 Jahren. Schon bei den Vorbereitungen kam die Idee, eine bleibende Erinnerung an das Jubiläum zu schaffen.
Bald war klar, dass es sich um ein Buch handeln sollte. Aber welche Art von Druckwerk sollte es sein? Fotobände mit Bildern vom Land der offenen Fernen, der Vielfalt ihrer teils selten gewordenen Pflanzen oder Tiere liegen in größerer Zahl und auch hoher Qualität vor.
Der entscheidende Impuls kam vor knapp zwei Jahren, als der Naturpark-Geschäftsführer Klaus Spitzl, seine Frau Sandra und der Fotograf Flavio Burul, der in Bad Kissingen arbeitet, an einem Septemberabend zusammensaßen. Das Gespräch kam auf die Rhöner Landschaft - und die Menschen, die hier leben.
Ihr besonderer Charakter, ihre Heimatverbundenheit, wie sie ihre Umwelt gestalten und wie diese wiederum ihre Gesichter prägt. Und das Gespräch kam auf den seit Längerem gehegten Wunsch des Fotografen, Menschen, die seit Generationen in der Region leben zu porträtieren.


Der etwas andere Bildband

Die Idee war geboren: Es sollte ein etwas anderer Bildband entstehen, in dem Rhöner vorgestellt werden, die die Rhön zur Rhön machen. Der Jubiläumszahl entsprechend sollten es 50 fotografische Porträts von Menschen werden, die in der Rhön leben, hier arbeiten und sich mit der Region identifizieren.

Von der Idee zur Umsetzung sollte es ein weiter, diskussionsreicher, nicht konfliktloser und anstrengender Weg werden. Zunächst galt es Rhöner zu finden, die bereit waren sich fotografieren zu lassen und Auskunft über sich und ihr Verhältnis zu ihrer Heimat, der Rhön, zu geben.
Entscheidend für das Konzept war eine breite Mischung: Junge und älterer Rhöner, Männer und Frauen aus verschiedenen Berufen und beiden Naturpark-Landkreisen sollten berücksichtigt werden, das war Klaus Spitzl wichtig. Kontakte wurden geknüpft, mancher lehnte ab, andere waren angetan von dem Projekt. Über die ersten Kontakte entwickelten sich weitere, schließlich war die erforderliche Zahl erreicht.
Meist dauerte es Stunden, manchmal waren gar mehrere Termine erforderlich, bis Burul seine Ansprüche befriedigt sah. Dem Fotografen ging es um nicht mehr und nicht weniger, als festzuhalten, "was diese Persönlichkeiten, diese Menschen sind und was sie sein wollen." Menschen zu zeigen, die nicht nur die Rhön gestalten, sondern deren Gesichter von der Rhön geprägt werden.
Wer beurteilen möchte, ob das gelungen ist, kann den jetzt vorliegenden Band "Rhöner - Menschen und Begegnungen" zur Hand nehmen und einfach blättern. Da lässt sich Spannendes entdecken und feststellen: Der Aufwand hat sich gelohnt.


Wiedererkennungswert

Auf jeweils zwei Seiten werden die Rhöner, meist sind es einzelne, aber auch mal Ehe- oder Geschwisterpaare, fotografisch vorgestellt. Das Buch lässt sich einfach an irgendeiner Stelle aufschlagen. Wer ist denn das?, ist dann die eine Reaktion nach dem Blick auf die Bilder. "Ach schau, is Dödtle aus Oberelsbach", vielleicht die andere. Denn gerade Rhöner Leser des Werks werden sicherlich den einen oder anderen wiedererkennen. Ob es sich dabei um "Kopper" Alfons Katzenberger aus Sandberg, Ludwig Weber aus Unterleichtersbach, den Bad Neustädter Altlandrat und Gründervater des Naturparks, Gottfried Miller, oder Simone Hepp aus Schwärzelbach handelt, jedes Seitenpaar lebt dabei von den höchst eindringlichen und eindrucksvollen Bildern des Fotografen.
Dazu kommen die Texte. Der Clou: Hier lassen die Macher des Buches um Klaus Spitzl die Rhöner selbst sprechen. Hier stellen sie sich, ihren Beruf, ihre Beziehungen zur Rhön oder ihre Zukunftsvisionen für diese Region vor. Ob Akademiker oder Handwerker, Unternehmer oder Arbeiter: Dem einen genügen wenige Worte, der andere benötigt so einigen Platz für seine Darstellung, was das Lesen natürlich ebenfalls höchst abwechslungsreich macht.


Heimatbuch der besonderen Art

Fazit: Auch wenn es mit 29,95 Euro nicht ganz billig ist, hat sich der Naturpark mit dem Druckwerk ein dauerhaftes Geburtstagsgeschenk gemacht. Es ist ein Buch voller Begegnungen. Begegnungen mit eindrucksvollen Gesichtern und Geschichten, mit Menschen, die den Lebensraum Rhön prägen - ein Heimatbuch der besonderen Art.

Zur Info: Rhöner Menschen
Das Buch wurde vom Schweinfurter Designer Willfried Höhne gestaltet und in der Mellrichstädter Druckerei Mack im Format 30 x 21,5 Zentimeter hergestellt. Es umfasst 114 Seiten, ist mit einem Hardcover-Einband ausgestattet und in einer Auflage von 2000 Stück erschienen. Es ist ab sofort zum Preis von 29,95 Euro erhältlich im Biosphärenzentrum Haus der Langen Rhön in Oberelsbach und im Biosphärenzentrum Haus der Schwarzen Berge in Oberbach. Per Postversand kann es angefordert werden beim Haus der Langen Rhön, Unterelsbacher Straße 4 in 97656 Oberelsbach, Tel. 09774/ 91 02 50, E-Mail: info@nbr-rhoen.de
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