Fladungen

25 Jahre gebaut, gesät und belebt

Die Einrichtung in Fladungen hat Geburtstag gefeiert, und dabei wurde eines besonders deutlich: Die Verantwortlichen sind stolz auf das Geleistete. Im Museumsdorf wird Geschichte lebendig.
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Blick aus der Vogelperspektive: Das Fränkische Freilandmuseum Fladungen feiert Silberjubiläum.  Foto: Hanns Friedrich
Blick aus der Vogelperspektive: Das Fränkische Freilandmuseum Fladungen feiert Silberjubiläum. Foto: Hanns Friedrich
Das Fränkische Freilandmuseum Fladungen lockt alljährlich tausende Besucher in die nördlichste Stadt Bayerns. In den vergangenen 25 Jahren ist das Museumsdorf Zug um Zug gewachsen und präsentiert sich heute als authentische Stätte alten dörflichen Lebens in der Rhön. Das silberne Jubiläum des Freilandmuseums wurde am Wochenende mit einem Festakt gefeiert. Landrat Thomas Habermann, Vorsitzender des Zweckverbandes, zeigte sich dabei stolz auf das Erreichte. Man habe in den vergangenen Jahren "gebaut, gesät und das Museum belebt". Dass das Fränkische Freilandmuseum etwas Besonderes ist, stellte der Vorsitzende des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege, Landtagspräsident a.D. Johann Böhm (Unsleben), in seiner Festansprache heraus. Schmunzelnd meinte er eingangs, dass, würde in einer Quizsendung nach einem Museum mit eigenem Bahnanschluss gefragt, wohl nur die Wenigsten die Antwort wüssten: Fladungen. In den 70er Jahren habe man erkannt, dass gerade in der bäuerlichen Landschaft die Kulturdenkmäler verschwinden. Das Freilandmuseum sollte dem entgegenwirken.


Viel Aufbauarbeit

Ein Grund, warum Fladungen für die Einrichtung des Museums ausgewählt wurde, sei sicher die damalige Zonenrandlage gewesen. Das Rhönmuseum gab es bereits, und so sah man das Freilandmuseum als sinnvolle Ergänzung und ein "Hoffnungszeichen für Grenzlandbewohner" an, sagte Böhm. Das entsprechende Gelände war vorhanden, und so konnte das Museum entstehen und wachsen. In den vergangenen 25 Jahren sei viel Aufbauarbeit geleistet worden, und heute zeige sich das Fränkische Freilandmuseum Fladungen als ein belebendes Element und als ein Glücksfall für die Stadt und den gesamten Landkreis, lobte er. "Hier wird Geschichte lebendig und gezeigt, wie schwierig das Leben einst auf dem Land war."
Jedes Haus, das im Museum steht, sei ein Kleinod und auch oftmals eine Lehrstunde für Bauherrn und Architekten. Der Besuch im Museum verweise aber auch auf den Fortschritt in den vergangenen Jahrzehnten. Besonders die neueren Exponate, wie etwa das Kalthaus, zeigen, dass die Zeit auch auf dem Land nicht stehen geblieben ist.
Als einen Glücksfall bezeichnete Hans Böhm das Rhön-Zügle, denn die Eisenbahn brachte die Landbevölkerung hinaus in die weite Welt. Wirtshaus und Kirche gehören auch zu einem Dorf, und so war es für den Vorsitzenden des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege wichtig, dass im Freilandmuseum beides vorhanden ist. Die Menschen damals hätten starkes Gottvertrauen gehabt. "Ohne die Kirche aus Leutershausen würde im Museum etwas fehlen." Einen Rundgang im Museum nannte Böhm zum einen eine Rückkehr in die Kindheit, zum anderen könne man hier durch das gezeigte Handwerk erkennen, wie schwer einst das Leben auf dem Land war.
Ein Zugpferd für das Museum - im wahrsten Sinne des Wortes - ist die Museumsbahn, das Rhön-Zügle. Thomas Habermann erinnerte daran, dass sein Vorgänger im Amt, Fritz Steigerwald, hier große Weitsicht bewiesen habe. "Mit der Museumsbahn hat das Freilandmuseum heute ein Alleinstellungsmerkmal deutschlandweit."


"Eine gute Mannschaft"

Ein Gruß des Zweckverbandsvorsitzenden beim Festakt galt Kulturdirektor Professor Dr. Klaus Reder, Bezirksheimatpfleger aus Würzburg. Die Zusammenarbeit mit der ARGE Museen in Deutschland und den Süddeutschen Museen sei wichtig und werde gepflegt, ebenso die Verbindung zum Landesamt für Denkmalpflege und zum Rhönklub sowie zum Naturpark Bayerische Rhön und zu vielen anderen Einrichtungen.
Mit Altbürgermeister Raimund Goldbach begrüßte Habermann einen Verfechter der ersten Stunde - Goldbach habe sich stets für das Freilandmuseum eingesetzt. Auch Bezirksrat Adolf Büttner habe sich mit Leidenschaft für die Einrichtung engagiert. Die Beziehungen zur Stadt Fladungen seien immer sehr gut gewesen, lobte Habermann, man habe sich hier stets sehr gut angenommen gefühlt. Die Mitarbeiter der Einrichtung nannte er wichtige Botschafter, Museumsleiterin Sabine Fechter könne hier auf eine gute Mannschaft setzen. Auch die vielen Partner, wie Metzger, Landwirte, Brauereien, Architekten und Handwerksbetriebe, schloss Habermann in seinen Dank ein.
Musikalisch gestaltet wurde der Nachmittag von den "Musikanten aus Untereuerheim.

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