Steinach an der Saale
Neubaugebiet

23 neue Bauplätze für Familien

Die Ausschreibung für die Erschließung des Baugebiets "Am Salzforst" in Steinach läuft. Bürgermeister Andreas Sandwall erläutert, warum der Erwerb der Flächen ein Glücksfall war.
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In der Verlängerung der Bergstraße in Steinach soll nun ein neues Baugebiet entstehen. Die Erschließung ist bereits ausgeschrieben.  Foto: Isolde Krapf
In der Verlängerung der Bergstraße in Steinach soll nun ein neues Baugebiet entstehen. Die Erschließung ist bereits ausgeschrieben. Foto: Isolde Krapf
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Das Neubaugebiet für Steinach ist jetzt endlich durch. Am Ortsrand Richtung Schmalwasser, in der Verlängerung der Bergstraße, werden demnächst 23 neue Bauplätze erschlossen. Am 25. Juni segnete der Gemeinderat die letzte Planungsversion des Architekten Matthias Kirchner (Oerlenbach) für das Areal "Am Salzforst" ab.

Das heißt, in den Entwurf sind nun auch die Anregungen der Träger öffentlicher Belange eingearbeitet. Die Ausschreibung für die Erschließung läuft gerade. Noch im Juli soll der Auftrag dafür vergeben werden. Die Kommune will dafür 1,3 Millionen Euro in die Hand nehmen.

Lange genug hatten die Vorplanungen zu diesem Neubaugebiet gedauert, von dem schon im Frühjahr 2016 im Gemeinderat die Rede war. Ein "lang gehegter Wunsch" der Kommune sei jetzt in Erfüllung gegangen, sagt denn auch Bürgermeister Andreas Sandwall auf Anfrage. "Denn wir wollen jungen Familien in Steinach schon seit langem die Möglichkeit geben, sesshaft zu werden oder zu bleiben."

Dass die Nachfrage nach Bauland aktuell sehr groß ist, habe man gewusst. Überrascht sei der Gemeinderat dann aber darüber gewesen, wie schnell die Bauplätze weggingen, so Sandwall weiter.

Denn alle 23 Areale seien relativ zügig reserviert worden, nachdem man den ersten Planungsentwurf seinerzeit schon einmal online gestellt hatte, um zu sehen, ob überhaupt Interesse besteht. "Es ist ja auch ein attraktives Wohngebiet, mit Südlage und man wohnt dort weit ab von Straßenlärm", beschreibt der Bürgermeister das neue Baugebiet.

Die aktive Suche der Kommune nach erschließungsfähigen Bauplätzen in Steinach war in den vergangenen Jahren nicht von Erfolg gekrönt gewesen. Zwar gebe es im Ort ein paar private Brachflächen.

Doch die Besitzer wollen diese aus unterschiedlichen Gründen nicht verkaufen, weiß Sandwall. Er kennt das auch aus anderen Ortsteilen der Marktgemeinde. Allein in Bad Bocklet gebe es 50 solcher unbebauten Privatflächen.

Glücksfall

Wie die Kommune zu dem insgesamt 2,6 Hektar großen neuen Baugebiet kam, sei einem Glücksfall zu verdanken gewesen, sagt der Bürgermeister. Denn ein Anrainer habe den Großteil des jetzigen Baugebiets verkaufen wollen und sei mit diesem Wunsch an die Gemeinde herangetreten.

Man habe natürlich gleich zugegriffen. Sehr gut gefügt habe sich zudem, dass zwei andere Privatbesitzer ebenfalls Flächen zur Verfügung stellten, die "zur Arrondierung" des neuen Areals sehr wichtig seien. Die Nettofläche der Bauplätze ist, nach Angaben des Bürgermeisters, gut 1,8 Hektar. Ein Häuslebauer kann jetzt einen Platz in der Größe zwischen 620 und 1000 Quadratmetern erwerben. Pro Quadratmeter müsse man in diesem Baugebiet mit einem Preis von 86 Euro rechnen.

"Wir wollen jetzt möglichst schnell erschließen", sagt Sandwall. Denn für Bauwillige gibt es etliche Förderprogramme von Bund und Freistaat, die jeweils in gewissen Zeiträumen abgerufen werden müssen, sagt Sandwall. Die Interessenten stünden "etwas unter Druck". Deswegen sei die Kommune jetzt auch bestrebt, die Erschließung des Baugebiets voranzutreiben. Am 25. Juli sei die Submission angesetzt. Die eingegangenen Angebote würden dann zügig vom Architekten geprüft. Die Auftragsvergabe sei am 30. Juli geplant. Möglicherweise könne man noch 2019 mit den ersten Arbeiten beginnen, denn gleich zu Beginn müssten erst mal 8500 Kubikmeter Erde bewegt werden, wie es in den Planunterlagen heißt.

Nach Sandwalls Angaben handelt es sich bei dem Projekt um einen "interessanten Entwurf". Durch bestimmte Maßnahmen, wie einen entsprechend angepassten Straßenbelag und neuartige Straßenrandsteine, soll die Verkehrsberuhigung in dem Baugebiet forciert werden. Es gebe viel Grün und im Inneren des Areals werde eine Ruhezone als Begegnungsort angelegt. "Dort gibt es Bänke und wir hoffen, dass die dann auch genutzt werden."

Zudem müsse man noch ein Regenrückhaltebecken einkalkulieren, um dem neuerdings in den Wohngebieten angestrebten Sturzflutmanagement Rechnung zu tragen, so der Bürgermeister weiter. Der bestehende Wirtschaftsweg müsse verlegt werden, um auch den Landwirten gerecht zu werden, die natürlich weiterhin ihre Arbeit auf den Äckern unbehindert verrichten müssen.

Hoffen auf Firmen

Sandwall hofft, dass man bereits im Frühjahr 2020 mit der Erschließung beginnen kann. Zunächst hatte man im Gemeinderat darüber nachgedacht, nur den ersten von zwei Bauabschnitten in Angriff zu nehmen. Weil die Nachfrage aber so groß ist, beschloss das Gremium, gleich zwei Bauabschnitte zu erschließen, erzählt Sandwall.

Die Kommune gehe also in umfangreiche Vorleistung für ein "Riesengebiet" mit allein 4500 Quadratmetern öffentlicher Verkehrsfläche und 350 Meter Straße. Jetzt könne man nur noch hoffen, dass es Firmen gibt, die bereit sind, zügig einzusteigen, sagt Sandwall. Denn bei dem anhaltenden Bauboom seien die Auftragsbücher überall voll.

Dass die 23 Bauplätze sozusagen weggehen wie warme Semmeln, freue ihn schon, sagt Sandwall. "Andererseits haben wir in fünf Jahren das gleiche Problem, dass uns wieder Bauplätze fehlen." Unter den Interessenten befinden sich übrigens 13 Häuslebauer, die aus der Marktgemeinde stammen. Zehn kommen aus umliegenden Kommunen, wie Bad Kissingen, Hohenroth oder Münnerstadt.

Für den Bad Bockleter Bürgermeister ist klar: "Junge Leute wollen wieder öfter hier in der Region bleiben oder sogar wieder in ihre Heimat zurückkehren." Das wundert ihn allerdings nicht, wie er sagt, denn schließlich habe die Marktgemeinde eine attraktive Infrastruktur aufzuweisen. Es gebe in erreichbarer Nähe beispielsweise Kindergärten, Schulen, Hausärzte, Bankfilialen, Postagenturen und gute Einkaufsmöglichkeiten. Isolde Krapf

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