Hammelburg
Treffen

150 Piloten aus aller Welt zu Gast

International geht es am 23./24. Mai 2020 auf dem Lagerberg zu. Modellbauer aus der ganzen Welt lassen im Rahmen der "HeliWorld" bei der Flugsportgruppe ihre technischen Wunderwerke fliegen.
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Peter und Michelle Holtackers widmen sich dem Modellhubschrauberflug.  Foto: Wolfgang Dünnebier
Peter und Michelle Holtackers widmen sich dem Modellhubschrauberflug. Foto: Wolfgang Dünnebier

Die Firma Vario Helicopter in Gräfendorf gilt als der größte Hersteller von maßstabgetreuen Modellhubschraubern weltweit.

Dieses Superlativ färbt jetzt auch auf Hammelburg ab. Hier findet 2020 ein großes Treffen statt. 150 Piloten aus der ganzen Welt, darunter sogar aus Neuseeland und den Vereinigten Staaten, werden mit ihren Fluggeräten erwartet.

Über 40 Kilogramm schwer

Mit eingefädelt hat das Ganze Peter Holtackers. Der 54-jährige Techniker und Entwickler ist Spartenleiter Modellflug der Flugsportgruppe. Er sieht die Veranstaltung als reizvollen touristischen Impuls für seine Wahlheimat und als gute Chance, der Öffentlichkeit zu zeigen, was der Verein so macht. Denn eingeladen ist jeder. Und jeder, der einen Helikopter mitbringt, darf bei dem Treffen starten.

Gespannt sein dürfen alle Freunde des Modellbaues über das Teilnehmerfeld bei der Veranstaltung. Die größten Helikopter, die an den Start gehen, werden über 40 Kilogramm wiegen.

"Fünf solche Piloten haben sich schon angemeldet", schwärmt Holtackers. Das ist schon deshalb besonders, weil diese Maschinen fast schon als erwachsene Flieger eingestuft werden und jeweils eine eigene Zulassung mit den erforderlichen Prüfungen durch das Luftfahrtbundesamt brauchen.

Der wirklichkeitsnahe Hubschrauberflug ist eine Königsdisziplin im Modellbau. "Durch den technischen Fortschritt ist dieses Hobby erschwinglich geworden", sagt Holtackers, der vor allem im Bereich des Antriebs und der Steuerung entwickelt.

Viele der Modelle fliegen inzwischen mit Elektromotoren. Allerdings ist es mit den Modellhubschraubern so wie mit anderen Hobbys. "Wenn es ins Extreme getrieben wird, kann es richtig teuer werden", weiß Holtackers. Dann ist man auch mal mit über 30 000 Euro dabei.

36 aktive Mitglieder

Inzwischen hat dieser Flugsport eine gewisse Breitenwirkung entfaltet. Von 36 aktiven Mitgliedern in der Sparte Modellbau der FSG fliegen rund 50 Prozent Helikopter, sagt Holtackers. "Überhaupt sind wir gerade sehr gut aufgestellt", schwärmt er von der Mitgliederentwicklung.

Das Hobby mit Technik, Bastelei und Kameradschaft biete vieles an Tugenden, was im Smartphone-Zeitalter verloren zu gehen droht. Natürlich ist Holtackers mit seinen Verbindungen in die Szene vor Ort eine Art Botschafter seines Hobbys.

Besondere Konstruktion

Vor knapp drei Jahren hatte er in der Szene mit einer besonderen Konstruktion auf sich aufmerksam gemacht. Um bei seinem wirklichkeitsnahen Abbild eines Bell-Hubschraubers einen möglichst freien Blick durch die Passagier-Kabine zu bekommen, hatte er die Antriebstechnik ziemlich nah am Rotor gebündelt. "So wie beim Original", freut er sich. Das gute Stück fand auf einer Messe schnell einen Abnehmer.

Inzwischen schraubt er seit zwei Jahren an seinem nächsten Projekt. Eine Lookheed 286 soll es werden. Das Original stammt aus dem Jahr 1965, Holtackers Geburtsjahr. Bemerkenswert ist schon alleine der Rotorkreis mit einem Durchmesser von drei Metern.

Treffen bisher in Heidelberg

Bisher hatte das Treffen in dieser Größenordnung in Heidelberg stattgefunden. Über familiäre Verbindungen kommt es nun nach Hammelburg. Überhaupt ist das Fliegen bei den Holtackers Familiensache. Tochter Michelle arbeitet bei Vario in Gräfendorf.

Deutschland gilt als die Wiege des Modell-Hubschrauberflugs. "Deshalb haben wir natürlich ein Interesse daran, die Treffen hier zu veranstalten", sagt Holtackers. Piloten aus Neuseeland und den USA sind in diesem Jahr schon einmal auf dem Flugplatz in Hammelburg geflogen. Die Fernsicht bis in die Rhön sei einmalig, und er habe schon viele Freunde.

Dass das Heli-Treffen ("Heli-World") an besagtem Mai-Wochenende auf das traditionellen Familienfest der FSG folgt, wertet Holtackers als gelungene Kombination, um der Öffentlichkeit zu zeigen, wie breit der Verein aufgestellt ist. Wolfgang Dünnebier

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