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Eltingshausen
Ortsumgehung

Nur der Kreisel am Umspannwerk Eltingshausen ist fix

Der Landkreis muss den Antrag auf Planfeststellung noch ergänzen. Die öffentliche Auslegung startet frühestens im Mai. Der Kreisel westlich des Ortes ist bereits gekippt.
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Bereits Anfang August hat das Landratsamt Bad Kissingen das Planfeststellungsverfahren für die Ortsumgehung Eltingshausen eingereicht, trotzdem lässt die Auslegung noch auf sich warten: "Die Regierung von Unterfranken hat die Unterlagen intensiv geprüft und zusätzliche Gutachten gefordert", berichtet Jürgen Dobler, der Leiter der Tiefbauabteilung am Landratsamt. In dieser Woche war er erneut in Würzburg und hofft nun, dass die Unterlagen bald vollständig sind: "Wir wollen im Mai öffentlich auslegen", kündigt Dobler an, und: "Dann kann sich jeder Bürger auch im Oerlenbacher Rathaus ansehen, wie die Straße genau geplant ist."
Für den Antrag muss unter anderem eine Verkehrsprognose für das Jahr 2030 erstellt werden. Das hat der Landkreis zwar gemacht, aber auf der Grundlage einer Verkehrszählung aus dem Jahr 2008. "Das war der Regierung nicht aktuell genug", berichtet Dobler. Also fand Anfang Dezember eine neue Zählung statt: Kameras zeichneten die Bewegung an der Kreuzung der Staatsstraße 2445 (frühere B 19) auf, Studierende werteten die Daten aus.

Verkehrsbelastung sinkt

Ergebnis: Rund 3000 Fahrzeuge, davon 500 Lkw fuhren in Richtung Eltingshausen. "Das ist ein bisschen weniger", erläutert Dobler. Mögliche Gründe gebe es mehrere: "Das hat vielleicht damit zu tun, dass auf der Straße mittlerweile Tempo 60 ist und auch oft geblitzt wird." Mit in die Hochrechnung zur möglichen Verkehrsbelastung müsse auch einbezogen werden, dass die Bahn-Unterführung in Oerlenbach ja abgesenkt wird. "Dort können künftig also Lkw die Straße nutzen und haben sogar den kürzeren Weg zur Abzweigung am Terzenbrunn", sagt Dobler. Auch wenn dadurch die Prognose um einiges niedriger ausfalle, geht er nicht davon aus, dass die Ortsumgehung grundsätzlich in Gefahr ist.
Geändert hat sich durch die Verhandlungen mit Würzburg bereits, dass der Kreisel westlich des Ortes wegfällt: "Dort soll die Kreisstraße in einem weiten Bogen in das Gewerbegebiet geführt werden, die Straße in den Ort zweigt dann ab." Auch der Kreisverkehr an der Einmündung zur Staatsstraße 2445 müsse neu begründet werden: "Für die Regierung sind Kreisverkehr und Ampel gleichberechtigt, wir müssen also nachweisen, weshalb ein Kreisel die bessere Lösung ist."
Das sei vor allem dann schwierig, wenn Geh- und Radwege entlang der Straße verlaufen. Und besonders wichtig werde das Thema, wenn es um Grundstücksenteigungen geht. "Zum Glück haben wir die Grundstücke in diesem Bereich bereits erworben", sagt Dobler und hofft, dass der Kreisverkehr bleibt. Unstrittig sei bislang nur der mittlere Kreisverkehr in der Nähe des Umspannwerks, in den die Straße aus Bad Kissingen, die neue Ortsumgehung, die Straße in den Ort und die Straße ins Gewerbegebiet einmünden.

Bürger sind ungeduldig

Weitere Hürden für die Planung sind die Schallschutz-Gutachten: Auf Grundlage der Verkehrsprognosen muss die Belastung der Anlieger errechnet werden. Das sei auch eine Voraussetzung dafür, dass die Straße durch das Gewerbegebiet zur neuen Kreisstraße 43 hoch gestuft wird. "Aber da sehe ich keine großen Probleme, weil wir ja zum Glück keine Wohnbebauung in diesem Bereich haben."
Dass es nun schnell weitergeht und die Ortsumgehung nicht in Frage gestellt wird, hoffen auch die Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) Eltingshausen. "Hätten die Grundstückseigentümer verkauft, würde ja bereits gebaut", sagt deren Sprecher und Gemeinderat Andreas Kukuk. Mit der Bahnunterführung in Oerlenbach die Prognose für Eltingshausen niedriger anzusetzen, ist für ihn ein Unding: "Das ist ja nur eine Verlagerung, aber keine Lösung", spricht er sich als Gemeinderat für die gesamte Gemeinde gegen mehr Verkehr in Oerlenbach aus. Dass der Kreisel im Westen weggefallen sei, beurteilt Kukuk als zweitrangig. Viel wichtiger wäre der BI der Lärmschutz, den der Landkreis ursprünglich bauen wollte, und eine höhengleiche Anbindung der jetzigen KG 43 östlich des Ortes. Das könnte beides in einem Planfeststellungsbeschluss auf der Strecke bleiben, wenn der Kreis den Bedarf nicht eindeutig nachweist.

Warten auf die Pläne

"Wichtig ist, dass die Umgehungsstraße überhaupt kommt", sagt auch der Oerlenbacher Bürgermeister Franz Kuhn. Die neue Lösung einer langgezogenen Kurve am Gewerbegebiet hält er sogar für die bessere Lösung. Ansonsten warte er - wie die meisten Eltingshäuser - nun gespannt auf die Unterlagen, die im Rathaus öffentlich ausgelegt werden.

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