Nüdlingen
Verkehr

Nüdlingen: Baustellen sorgen für Behinderungen

Eine Spezialfirma tauscht in der Ortsdurchfahrt 36 Kanaldeckel und einige Schieberkappen aus. Das sorgt für Wartezeiten.
Artikel drucken Artikel einbetten
Bauleiter Stefan Etz und seine Kollegen sind ein eingespieltes Team: Während zwei Arbeiter vorne das Mischgut  für einen Kanaldeckel rütteln, wird hinten  die nächste Grube vorbereitet. Foto: Ralf Ruppert
Bauleiter Stefan Etz und seine Kollegen sind ein eingespieltes Team: Während zwei Arbeiter vorne das Mischgut für einen Kanaldeckel rütteln, wird hinten die nächste Grube vorbereitet. Foto: Ralf Ruppert
+15 Bilder

Bauleiter Stefan Etz und seine beiden Kollegen von der Firma "Vienna" sind in ganz Deutschland unterwegs, um abgesenkte und defekte Kanaldeckel zu erneuern: Vergangene Woche waren sie im Sauerland, aktuell arbeiten sie in Nüdlingen. "Hier ist viel Verkehr", kommentiert Etz die hohe Zahl an Fahrzeugen, ständig stehen Pkw und Lkw vor oder hinter der Baustelle. Allerdings nehmen es die Autofahrer gelassen: "Es wird kaum gehupt, auch geschimpft hat noch keiner", sagt der Bauleiter, und: "Das ist eher selten."

Die drei arbeiten Hand in Hand: Zuerst wird ein kreisrundes Loch gefräst. "Wir machen mindestens 1,10 Meter raus, oder halt soweit, wie die Fahrbahn gerissen ist", sagt Etz. Nach dem Schneiden muss der alte Asphalt mit dem Presslufthammer aufgerissen und per Hand aufgeladen werden. Nach dem Säubern und Trocknen mit dem Gasbrenner wird der neue Deckel eingesetzt: "Der Ring wird in den Asphalt eingerüttelt, der geht also mit runter, wenn sich der Asphalt senkt", beschreibt Stefan Etz das Verfahren. Dadurch soll es für die Anwohner deutlich leiser werden und auch auf Dauer bleiben.

Mindestens 45 Minuten benötigen die drei Arbeiter pro Deckel. "Da muss aber alles passen", betont Etz. Für die 36 Deckel plus einige Schieber-Kappen für Hausanschlüsse und Unterflur-Hydranten werden sie also die ganze Woche brauchen. Nach dem Einbau muss der Deckel zudem kurz gesperrt werden. "Auf einer normalen Straße reicht eine Stunde, aber hier müssen es mindestens zwei sein", sagt der Bauleiter. Denn auf der Bundesstraße durch Nüdlingen sind bis zu 12 000 Fahrzeuge am Tag unterwegs. Das sei auch für die Kanaldeckel eine höhere Belastung. Deshalb sei auch der Austausch überfällig gewesen: "Die lagen ganz schön tief und sind rund 'rum gerissen."

Im Herbst hatte die Gemeinde Nüdlingen die Ortsdurchfahrt unter die Lupe genommen und die Schäden fest gestellt. "Die Verschleißschicht wurde Mitte der 1990er Jahre erneuert", erinnert sich Bürgermeister Harald Hofmann (CSU). Seitdem hätten sich manche Schacht-Abdeckungen um bis zu acht Zentimeter gesetzt. "Das war nicht mehr zumutbar", sagt Hofmann über die Belastung der Anwohner. Er selbst höre im Rathaus auch immer wieder, wie Pkw und Lkw über die Kanaldeckel "rumpeln".

Wegen des Berufsverkehrs begannen die Arbeiten am Montag erst um 9 Uhr. "Den Rest der Woche beginnen wir um 7 Uhr", kündigt aber Stefan Etz an. Deshalb befürchtet Hofmann n och mehr Verkehrsbehinderungen im morgendlichen Berufsverkehr. "Wir sind froh um jedes Auto, das nicht um die Baustelle rum muss", ruft der Nüdlinger Bürgermeister vor allem Pendler dazu auf, den Ort in dieser Woche zu umfahren.

Von den neuen Kanaldeckeln, die weniger klappern, erhofft sich Hofmann auch eine Entlastung der Anwohner. Eine echte Lösung könne aber natürlich nur die geplante Ortsumgehung bringen, für die noch Voruntersuchungen wie laufen, vor allem müsse geprüft werden, ob die Variante im Norden oder im Süden am Ort vorbei umweltverträglicher und verkehrsgünstiger ist. Der Austausch der Kanaldeckel jetzt kostet die Gemeinde gut 35 000 Euro und wird über die Abwasser-Gebühren umgelegt.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren