Bad Bocklet
Comedy

Nilpferd an Bord: Bauchredner Pierre Ruby begeistert

Bauchredner Pierre Ruby gastierte mit dem Programm "Air-Manda" in Bad Bocklet - und beeindruckte mit seiner Technik.
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Pierre Ruby unterhielt sich in Bad Bocklet mit Nilpferd-Dame Amanda. Fotos: Klaus Werner
Pierre Ruby unterhielt sich in Bad Bocklet mit Nilpferd-Dame Amanda. Fotos: Klaus Werner
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"Was macht ein Clown im Büro?" - Sie wissen es nicht? - Dann waren Sie auch keiner der rund 300 Gäste in Bad Bocklet, die über solche Witze herzlich lachten. Gestellt hat die Frage Bauchredner Pierre Ruby, geantwortet hat seine Nilpferd-Dame Amanda: "Faxen!"

Die Illusion von Flughafen und Flugzeug erzeugte das Bühnenbild - passend zum Motto des Abends "Bauchlandung". Die Inszenierung rund um "Air-Manda" von "Pierre Ruby" alias Sebastian Reich zielte auf den Bauch mit dem Zwerchfell darin, das er mit seinen Puppen intensiv malträtierte.

Nichts Tiefgründiges, wenig Politisches - sondern zweckfreie Unterhaltung war angesagt. Dies gefiel den Gästen, die sich über Kalauer "Wie heißt Daniela Katzenberger auf chinesisch? Dummding!" genauso amüsierten wie über einen guten Ohrenarzt in Venedig: "Markus Platz - da gehen alle Tauben hin!" Pierre Ruby entpuppte sich als humorvoller Stichwort-Geber, der nicht nur der Nilpferd-Dame ihre hohe Stimme verlieh, sondern weitere Partner aus Koffern und Taschen zauberte. Er verließ sich auf bewährte Unterhaltungskunst, die nirgends richtig aneckte, deren Kanten rundgeschliffen waren, die einen Schuss Selbstironie hatten.


Bewunderung für die Kunst des Bauchredens

Ruby holte sich die Stichworte für das Programm aus einer "Passagierliste". Schon da wurde Wolfgang aus Burkardroth als "Bühnenpartner" für das Finale ausgeguckt. Danach nahm Amanda das Zentrum der Bühne ein und kalauerte mit Ruby um die Wette. Im witzigen Dialog ging es um Casting-Shows, wobei der Bauchredner mit Lena Meyer-Landrut zum Bauchsänger wurde. Bewundernswert die Kunst von Pierre Ruby, den Puppen Leben einzuhauchen, ohne Lippen oder den Unterkiefer zu bewegen und mit der rechten Hand die passenden Mundbewegungen sowie Gebärden und Gesten beizusteuern. Zudem war das Ganze auch ein technisches Meisterwerk, denn die Stimme kam immer aus der Ecke, in der Ruby gerade seine Puppe(n) platziert hatte. Fließende Übergänge, wechselnde Stimmen - professionell arrangierte Pierre Ruby den Auftritt.

Board-Mechaniker Edi Jazz durfte als Louis Armstrong-Verschnitt mit Trompete den "Candy-Man" trällern und sich mit Sonnenbrille als "Blues Brother" mit einem fetzigen "Every body needs somebody" präsentieren. Etwas dürftig fiel ein Sketch aus, in dem Ruby mit einem erzählten Film die Panne am Mediensystem überbrücken wollte - aber insgesamt war es ein lustiger Abend, an dem viel gelacht wurde, der mit größtenteils jugendfreien Witzen gespickt war und der die Bewunderung für die Kunst des Bauchredens steigerte.
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