Nüdlingen
Weihnachtsmarkt

Erster Weihnachtsmarkt des Jahres: Nikolaus kam mit Alpakas statt Rentieren nach Nüdlingen

Beim Weihnachtsmarkt der Lebenshilfe in Nüdlingen herrschte wieder viel Trubel. Rund 3000 Besucher und 30 Kunsthandwerker sorgten für den Erfolg der Veranstaltung.
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Nicht mit Rentieren, sondern mit Alpakas kam der Nikolaus (Thomas Schuhmann) zum Weihnachtsmarkt in Nüdlingen. Foto: Sigismund von Dobschütz
Nicht mit Rentieren, sondern mit Alpakas kam der Nikolaus (Thomas Schuhmann) zum Weihnachtsmarkt in Nüdlingen. Foto: Sigismund von Dobschütz
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Aus allen Teilen Frankens, sogar aus angrenzenden Gebieten Hessens und Thüringens, kamen am Samstag wieder etwa 3000 Besucher und 30 Kunsthandwerker zum traditionellen Weihnachtsmarkt der Lebenshilfe nach Nüdlingen, dem ersten Weihnachtsmarkt dieses Jahres in der Region. Bis in den Abend hinein glich der Trubel in den Werkstatt-Gebäuden und auf dem Parkplatz einem fröhlichen Familientreffen.

Nur für ein Dutzend der 30 Kunsthandwerker war im Hauptgebäude Platz, weshalb alle anderen erstmals auf dem werkstatteigenen Parkplatz zu einem Weihnachtsdorf gruppiert waren. Zum Glück zeigte sich der Wettergott gnädig, so dass die Besucher bei schönstem Sonnenschein die dort angepriesenen Waren kaufen oder sich die in mehreren Buden angebotenen Snacks schmecken lassen konnten.

Rundum herrschte eine fröhliche Stimmung. Viele Angehörige der in der Lebenshilfe-Werkstatt betreuten 265 behinderten Mitarbeiter sowie Freunde und Gäste aus Nah und Fern sowie frühere Mitarbeiter und Angestellte waren in jahrelanger Verbundenheit zur Lebenshilfe gekommen.

Werkstatt-Leiter Martin Denninger und einige seiner 80 Angestellten mussten kräftig mit anpacken und für einen reibungslosen Ablauf sorgen. Sie wurden unterstützt von den Freiwilligen der Feuerwehr, die den anreisenden Autofahrern bei der schwierigen Stellplatzsuche behilflich waren. Zum Glück hatten Anrainer wieder ihre freien Stellflächen zur Verfügung gestellt.

Auf dem Weihnachtsmarkt in Nüdlingen: Rentiere statt Alpakas

Besondere Beachtung bei den jüngsten Besuchern fand wie jedes Jahr der weißbärtige Thomas Schuhmann, früher Leiter der Werkstatt-Gärtnerei. Es war gewiss kein Zufall, dass ausgerechnet immer dann, wenn sein eigener Verkaufsstand, an dem er hölzerne Hundepfeifen drechselte, zeitweilig unbesetzt war, an anderer Stelle der Nikolaus mit seinem Sack voller Leckereien erschien. Tief durften dann die Kleinen in den Sack greifen. "Meinen Schlitten habe ich heute zu Hause gelassen", antwortete er auf die kritische Nachfrage eines Jungen. Statt seiner Rentiere standen draußen zwei junge Alpakas und wunderten sich über den ungewohnten Menschenauflauf um sie herum.

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Die Erwachsenen schlenderten durch das Weihnachtsdorf oder drängten sich in den Räumen der Werkstatt. Da gab es eine Vielzahl hölzerner Weihnachtsdekoration zu bestaunen und zu kaufen, überwiegend von den eigenen 25 Mitarbeitern der holzverarbeitenden Werkstatt-Abteilung hergestellt, vieles aber auch von anderen Herstellern. "Aber alles handgemacht", versicherte Werkstattleiter Martin Denninger. Nicht nur handgeschnitzt, sondern Unikate waren die aus Baumstammstücken und Holz gefertigten Krippen eines Kunsthandwerkers aus Uttrichshausen (Hessen). In ihrer Art einzigartig sind auch die Bücher des Bad Kissinger Kinderbuch-Autors Thomas Mac Pfeifer, dessen Stand ebenso oft umlagert war. Gut besucht waren die Stände mit Adventskränzen und weihnachtlicher Dekoration aus der Werkstatt-Gärtnerei oder aus anderen Gärtnereien ebenso wie die Stände mit Kerzen, Honig, Marmeladen und Bränden oder Wollwaren aus regionaler Herstellung. Wie jedes Jahr hatten sich Mitglieder der Elternbeiräte der Werkstatt-Mitarbeiter und der Schüler der Franz-von-Prümmer-Schule beim Nüdlinger Weihnachtsmarkt eingebracht.

Auf die ursprünglich eingeplante Kunstschnee-Kanone war wegen des Windes verzichtet worden, so dass sich die Kinder mit dem bunten Karussell begnügen mussten. Schnee fiel dafür stundenlang in der Cafeteria, allerdings nur in dem auf eine Großleinwand projizierten Winterwald, während Familien und Freunde, Jung und Alt gemeinsam, bei Kaffee und leckerem Kuchen in vorweihnachtlich-fröhlicher Stimmung die Tische umlagerten. Richtig weihnachtlich wurde es bei Sonnenuntergang, als draußen die Bläsergruppe "Ä'weng" zu spielen begann.

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