Münnerstadt
Konzert

Neujahrskonzert: Warm ums Herz trotz Kälte

Ein ungewöhnliches Duo: Peter Rottmann an der Orgel und Kuno Holzheimer an der Posaune in der Stadtpfarrkirche
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Beim Neujahrskonzert in der Stadtpfarrkirche St. Maria Magdalena spielten  Peter Rottmann (Orgel, links) und Kuno Holzheimer (Posaune, rechts)  klassische wie auch zeitgenössische Stücke und begeisterten damit ihr  Publikum. Foto: Dieter Britz
Beim Neujahrskonzert in der Stadtpfarrkirche St. Maria Magdalena spielten Peter Rottmann (Orgel, links) und Kuno Holzheimer (Posaune, rechts) klassische wie auch zeitgenössische Stücke und begeisterten damit ihr Publikum. Foto: Dieter Britz

Wer leise daran zweifelte, dass Orgel und Posaune wirklich zusammenpassen, wurde beim festlichen Neujahrskonzert in der katholischen Stadtpfarrkirche St. Maria Magdalena schnell eines Besseren belehrt. Regionalkantor Peter Rottmann an der Klais-Orgel und der in Münnerstadt geborene Posaunist Kuno Holzheimer, der seine Karriere beim hiesigen Jugendblasorchester startete und heute künstlerischer Leiter der bayerischen Musikakademie in Hammelburg ist, spielten sehr unterschiedliche Stücke acht deutscher, englischer, niederländischer und französischer Komponisten aus vier Jahrhunderten. "Wir haben hier oben 6,3 Grad. Wir werden uns warm spielen und Ihnen wird es hoffentlich warm ums Herz werden", rief Peter Rottmann den zahlreichen Zuhörern, die in die noch mit Christbäumen und der beleuchteten Krippe weihnachtlich geschmückte Pfarrkirche gekommen waren, von der Empore aus zu.

Schon vorab gesagt: Rottmanns Wunsch ging angesichts der unvergesslichen Orgel- und Posaunenklänge schnell in Erfüllung. Das Konzert begann mit zwei Werken von Johann Sebastian Bach (1685-1750), dem Choralvorspiel "Liebster Jesu wir sind hier" (Bachwerkeverzeichnis 731) und dem Präludium Es-Dur (BWV 731). Peter Rottmann interpretierte das erste Werk eher getragen und das zweite umso kraftvoller. Der "Einzug der Gäste auf der Wartburg" aus Richard Wagners (1813-1883) Oper "Tannhäuser" war dann schon die Probe aufs Exempel für das Zusammenspiel zwischen dem Organisten und dem Posaunisten.

Keine Frage: Sie ergänzen sich bestens. Die beiden empfingen die Gäste auf der Wartburg so, wie man eben Gäste musikalisch willkommen heißt - schwungvoll, heiter, freundlich. Die "Fantasia für Posaune und Orgel" des englischen, in der Schweiz lebenden Komponisten John Glensek Mortimer (geb. 1951) bot Kuno Holzheimer die Chance, mit seiner Posaune vollen Einsatz zu zeigen und in den Vordergrund zu treten. Er nutzte sie gut! Die Orgel trat zeitweise etwas im Hintergrund und die Posaunenklänge schallten durch das Kirchenschiff, mal feinfühlig und mal kraftvoll.

Von dem zeitgenössischen niederländischen Komponisten Jacob de Haan (geb. 1959) stammt die "Musica sacra" für Orgel und Blechblasinstrumente. Daraus erklangen "Prelude and Choral", "Communion", "Verset" und "Voluntary". Mit dem französischen Komponisten, Organisten und Cembalisten Louis-Claude Daquin (1694-1772), der als musikalisches Wunderkind galt, ging es dann weit zurück in die Zeit des Barock. Viele seiner Werke sind verloren gegangen. Zu seinen berühmtesten Kompositionen zählt "Noël" (deutsch schlichtweg Weihnachten), das raumgreifend durch die Stadtpfarrkirche hallte und an die gerade erst vergangenen Weihnachtstage erinnerte.

Die melancholische Melodie des nicht nur im Angelsächsischen sehr bekannten Liedes "Prelude on Danny Boy" bildete schon fast den Abschluss des Konzertes. In diesem Lied, das 1910 von dem englischen Rechtsanwalt Frederick Weatherley komponiert wurde, geht es um den Abschied von einem geliebten Menschen und dessen Wiederkehr. Die Beziehung des Erzählers zu "Danny" ist aber nicht eindeutig. Das macht den Reiz des Liedes aus und ermöglicht die unterschiedlichsten Wiedergaben. Die beim Neujahrskonzert der Stadtpfarrkirche gespielte Interpretation stammt von dem englischen Organisten und Komponisten Noel Rawsthorne (geb. 1929).

Schluss-, aber auch Höhepunkte dieses Neujahrskonzertes bildete das "Morceau symphonique op. 88" für Posaune und Orgel des seinerzeit sehr bekannten französischen Komponisten und Organisten Alexandre Guilmant (837-1911), der auch Ehrendoktor der Universität Manchester war. Hier konnten sich Posaunist Kuno Holzheimer und Peter Rottmann an der Klais-Orgel der Stadtpfarrkirche nochmals gemeinsam voll entfalten. Die Zuhörer dankten es ihnen mit viel Beifall, der mit einer Zugabe belohnt wurde.

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