Kommandant David Kretschmann lobte Werner Mathea, der das Amt des stellvertretenden Kommandanten seit 1975 mit großem persönlichem Engagement vorbildlich ausgeübt hat. 2011 erhielt er vom Landratsamt das staatliche Ehrenzeichen, damals hatte er auch die im Feuerwehrgesetz festgelegte Altersgrenze von 63 Jahren erreicht. Deshalb musste ein Nachfolger gewählt werden, was in der eigens dafür angesetzten Versammlung im Dezember nicht gelang. Für seine großen Verdienste, die er sich in seiner 45-jährigen Zugehörigkeit zur Wehr erworben hat, wurde er nun in Abwesenheit (wegen Erkrankung) zum Ehrenmitglied und Ehrenvorsitzenden ernannt.
Problemlos ist die Wahl des neuen stellvertretenden Kommandanten über die Bühne gegangen, Marius Stranzik wurde einstimmig ins Amt gehoben. Er gehörte zu den ersten Aus- und Übersiedlern, die 1988 im Übergangswohnheim in Oberwildflecken untergebracht wurden. "Ich war elf Jahre alt, als wir von Oberschlesien nach Deutschland umgesiedelt sind", erzählt Marius. Seine restliche Schulzeit hat er in Wildflecken absolviert. "Bei der Fa. Paul & Co. habe ich Industriemechaniker gelernt und mich anschließend zum technischen Fachwirt und kurze Zeit später zum technischen Betriebswirt weitergebildet." Der Werksfeuerwehr seines Arbeitsgebers, gehört Marius seit zehn Jahren als aktives Mitglied an. Vor einem Jahr hat er sich der Freiwilligen Feuerwehr Oberwildflecken angeschlossen.
"Weil ich gerne Feuerwehrmann bin, war ich, ohne lange überlegen zu müssen, dazu bereit, das Amt des stellvertretenden Kommandanten zu übernehmen. Ich möchte damit auch ein Zeichen für die Jugendlichen und meinen Sohn setzen, um sie zu ermuntern, Verantwortung zum Wohl der Allgemeinheit in unserer Gesellschaft zu übernehmen", begründet Marius Stranzik seine Entscheidung.
In seinem Bericht blickte Kommandant David Kretschmann auf 2011 zurück. Der Wehr gehören derzeit 22 Aktive und drei Jugendliche an. "Wir nähern uns leider der Mindestgrenze der Doppelbesatzung einer Löschgruppe von 18 Mann, gab der Kommandant zu bedenken. Gefreut hat ihn, dass sich in Person von Heidi Hackel erstmals eine Frau der Feuerwehr angeschlossen hat. "Ich hoffe, dass noch weitere Frauen diesem Vorbild folgen werden", sagte der Kommandant.
Dem Feuerwehrverein gehören 41 Mitglieder an, drei mehr als im Vorjahr. Zu fünf Einsätzen, bei denen kein Ernstfall dabei war, rückte die Wehr 2011 aus. Die Übungsbeteiligung habe sich verbessert, sei aber immer noch nicht ausreichend, bedauert der Kommandant. Er ließ zudem die Lehrgänge Revue passieren und kündigte an, dass auch in diesem Jahr wieder einige Lehrgänge auf Landkreisebene stattfinden werden.
Bürgermeister Alfred Schrenk stellte der Wehr ein neues, beziehungsweise gebrauchtes Fahrzeug in Aussicht. "Darüber wird in Kürze im Gemeinderat beraten", versicherte der Bürgermeister. Auf einen Termin für die Übergabe des Fahrzeuges an die Wehr wollte sich der Bürgermeister allerdings nicht festlegen.
Feuerwehrmann Siegbert Paul sieht in den "überzogenen gesetzlichen Reglementierungen" den wesentlichen Grund für den Rückgang der Zahl Jugendlicher in den Wehren. Den Gesetzgeber forderte er auf, sich darüber Gedanken zu machen.